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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Anderson .Paak - Lockdown

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Anderson .Paak zeigt uns seine Sicht auf die Black-Lives-Matter-Proteste, Pashanim feiert Sommer in Kreuzberg 61 und Minyo Cumbiero kreuzen Japan mit Kolumbien – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Anderson .Paak – Lockdown

Am 19. Juni wird "Juneteenth" gefeiert, der Tag, an dem im Jahr 1865 die letzten Sklaven in den USA befreit wurden. Pünktlich dazu veröffentlicht Anderson .Paak seinen Track "Lockdown", in dem er seine Sicht auf die Black-Lives-Matter-Proteste schildert. Der Sänger war selbst bei den Protesten in Los Angeles mit dabei – erzählt darin von den friedlichen Protesten, aber auch von den Riots und der Polizeigewalt, die dabei deutlich wurden. Begleitet wird er im Video von seinen Homies Syd von The Internet, SiR und TDE-Rapper Jay Rock, der außerdem einen Rap-Part beisteuert. Ganz im Stil von .Paak ist auch "Lockdown" eine soulige Angelegenheit, mit ausgeklügelten Piano-Sections und Bass-Riffs.  

Pashanim – Airwaves

In Berlin ist die Sternstunde einer ganz neuen Generation Rap angebrochen. Symba, BHZ und Pashanim sind die Galionsfiguren eben jener. Letzterer hat schon vor einem Jahr die heimliche Raphymne des Sommers geliefert: "Shababs botten". 2020 setzt der 20-Jährige zur Komplettübernahme an und veröffentlichte jüngst den Track "Airwaves". Auch der klingt schon wieder verdächtig nach Sommer im Berliner Hinterhof – mit soften Synth-Tunes zwischen Pop und Hedonismus-Lyrics über Prada, Posen und die Polizei. Dementsprechend wird auch im dazugehörigen Video representet mit den Homies – natürlich auf den Straßen von Kreuzberg 61.

Minyo Cumbiero – Cumbia del Monte Fuji

Über 14.000 Kilometer liegen zwischen Kolumbien und Japan. Und auch musikalisch könnten die Unterschiede zwischen den beiden Ländern kaum größer sein. Und doch haben Minyo Cumbiero es geschafft, die beiden Klangwelten zusammenfließen zu lassen. Hinter dem Projekt stecken der kolumbianische Produzent Mario Galeano und die japanische Combo Minyo Crusaders. Wie der Name schon vermuten lässt, treffen hier traditioneller Minyo-Gesang aus Japan auf Cumbia-Tunes aufeinander. "Cumbia del Monte Fuji" ist dabei eine Neuinterpretation des Klassikers "Cumbia Del Monte" der kolumbianischen Kontrabass-Legende Pedro Laza, mit Verweis auf den höchsten Berg Japans, den Fuji.  

Lil Baby – The Bigger Picture

Die Black-Lives-Matter-Proteste in den USA gehen auch über drei Wochen nach dem tragischen Tod des Afroamerikaners George Floyd weiter. Und gefühlt wöchentlich kommen neue Meldungen über Polizeigewalt in den USA hinzu. Ein Rapper, der bei den Protesten in der ersten Reihe mitkämpft, ist Lil Baby. Innerhalb der letzten Jahre ist der ATLien vor allem mit seinem Trap-Braggadocio bekannt geworden. Mit "The Bigger Picture" beweist er aber, dass auch viel Aktivismus in seinem Schaffen steckt. "Crazy I had to tell all of my loved ones to carry a gun when they going outside", heißt es da, unterlegt mit packenden Bildern von den Demonstrationen. Die Zeit für Veränderung ist jetzt gekommen.  

Yemi Alade – Boyz

Yemi Alade nimmt uns dieser Tage mit in ihre bunte Welt aus Pop und "Boyz". Dabei lässt die nigerianische Sängerin uns auf elektrisierenden Afrobeats-Tunes daran teilhaben, was sie an den Herren der Schöpfung besonders zu schätzen weiß und was eher nicht. Das Augenmerk liegt aber weniger auf den Lyrics, sondern vielmehr auf der starken Choreo, die Yemi und ihre Boys und Girls da hinlegen. In einem farbenfrohen Setting tanzt sich die Gang die Seele aus dem Leib und zeigt, wie das zukünftig auf dem Dancefloor schon mal aussehen könnte. Unterstützung gibt es im Video außerdem von der britisch-nigerianischen Sänger Seyi Shay, die zusammen mit Yemi Scheine im Club wirft. Das fünfte Album von Yemi ist übrigens auch schon in der Mache, obwohl ihr aktuelles Album "Woman of Steel" erst im letzten Jahr erschienen ist.

Stand: 19.06.2020, 16:00