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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Bad Bunny - Yo Perreo Sola

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Bad Bunny switcht Geschlechter, Yaeji veröffentlicht neues Mixtape "What We Drew" und Koki Nakano liefert emotionalen Track und Performance – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Bad Bunny – Yo Perreo Sola

Bad Bunny ist nicht nur einer der größten Akteure, die die Global Pop Szene dieser Tage zu bieten hat. Er ist vor allem einer der Größten darin, Musik mit Message zu machen. Nicht zum ersten Mal spricht er sich mit "Yo Perreo Sola" eindeutig gegen Machismo aus. Und auch nicht zum ersten Mal, bekommt der Puertoricaner in seinem Video ein Makeover verpasst. Im Video zum Track tanzt er mal als Frau mit schwarzem Kurzhaarschnitt und rotem Lackdress, twerkt im Sommerkleidchen oder posiert einfach nur als Bad Bunny himself in einem Meer aus rosaroten Blumen. Was lustig aussieht hat allerdings eine ernste Message: Bad Bunny spricht sich nämlich dafür aus, dass Frauen auf der Tanzfläche einen Safespace geboten bekommen: "Wenn sich nicht mit dir tanzen will, respektiere es. Sie tanzt alleine."

Yaeji – What We Drew

In Zeiten von Corona sind viele Leute von ihren Familien und Freunden getrennt. Da ist das neue Video von Yaeji fast schon Balsam für die Seele: In "What We Drew" geht es nämlich um die Familie und die Liebe zu ihrer Heimat Korea. Yaeji, die mittlerweile in Brooklyn, New York lebt, trifft darin auf ihren Großvater, serviert ihren Freunden standesgemäß koreanisches Food und himmelt eine riesige, magische Zwiebel an, die sie immer wieder in neue Welten eintauchen lässt. "What We Drew" ist übrigens auch der Titel von Yaejis neuem Mixtape, ihrem Debüt, bei der britischen Independent-Labelinstanz XL Recordings. Ihr Klang-Spektrum hat sie darauf nach ihrem 2017er-Release "EP2" erweitert: Neben minimalistischem HipHop und Deep-House, gibt es Bässe, New-Age-Sounds und Industrial Techno.

Jumping Back Slash & Morena Leraba - A Song About Birds

Ein Song über Vögel? Warum eigentlich nicht? Dafür hat sich Jumping Back Slash, UK-Produzent, der mittlerweile in Südafrika lebt, den Support von Morena Leraba geholt. Eine besondere Featurewahl, bedenkt man, dass der Musiker aus Maseru, der Hauptstadt des kleinen Königreichs Lesotho, eigentlich Schäfer ist. Was sich wie eine märchenhafte Story liest, klingt in der Tat auch sehr magisch und mystisch. Das liegt zum einen an dem psychedelischen Gesang von Morena Leraba, aber auch an den elektronischen Klangarrangements von Jumping Back Slash: Verträumte Synth-Keys, Claps und – na klar – Vogelzwitschern ertönen, während im dazugehörigen Video abstrakte Vogelgestalten in einer Art Urwald tanzen. Gqom Romance - so nennt Jumping Back Slash zumindest einen Teil seiner Arbeit, in die man jetzt auf seiner EP "Animals" noch mal intensiv eintauchen kann.

Koki Nakano – Near-Perfect Synchronization

Koki Nakano spricht nicht nur durch seine Musik zu uns, sondern vor allem auch durch Tanz. Er selbst sagt, wenn er komponiert, habe er vor seinem inneren Auge immer die Bewegung des Körpers. Dementsprechend liefert das neue Video "Near-Perfect Synchronization" des japanischen Künstlers, nicht nur ein atemberaubendes Klangerlebnis, sondern auch eine emotionale Performance von Tänzer und Choreograph Amala Dianor, einem renommierten, französischen Contemporary-Dance-Artist. In einem ungewöhnlichen Setting, nämlich auf einer Art Baggerparkplatz, lässt der uns an seiner Performance teilhaben, während Koki Nakano seine virtuosen Klavierklänge mit Elementen der Elektroakustik verschmelzen lässt. Am 24. April wird das neue Album "Pre-Choreographed" von Koki Nakano erscheinen, mit dem er auch weiterhin die Brücke zwischen Komposition und Choreographie schlagen wird.

Kuoko – Hiding In The Dark

Kuoko aus Hamburg ist jahrelang die Frontfrau der Band Parasite Single gewesen, bis ihr der Gesang allein nicht mehr ausgereicht hat. Die Produktion von elektronischer Musik hat sie sich selbst beigebracht. Lange lebte sie in London in besetzten Häusern, mittlerweile ist sie zur Solokünstlerin avanciert, die alles im Alleingang unternimmt – von Produktion und Schreiben bis hin zu Design. "Hiding In The Dark" heißt die neue Single von Kuoko, in der es um Selbstisolation und -findung geht. Ein Ort, der sich sehr wohl anfühlt, in dem man sich aber auch verlieren kann. Letztlich ist "Hiding In The Dark" aber auch ein Aufruf aus seiner Blase herauszukommen und sich ins reale Leben zu stürzen. In Zeiten von Corona heißt das, zwar zuhause zu bleiben, aber trotzdem mit Leuten in Verbindung zu bleiben und Kontakte zu pflegen.

Stand: 03.04.2020, 16:00