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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Bukahara - Happy

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Bukahara machen uns "Happy" mit ihrem neuen Video, Emicida liefert einen lateinamerikanischen Remix-Sommerhit mit Sozialkritik und Moral Distraída und Kehlani bleibt zuhause und wird in Zeiten von Corona erfinderisch – das sind unsere fünf Songs der Woche!

Bukahara – Happy

Das Einzige, was uns in Zeiten der Quarantäne sicher bleibt, ist zu tanzen! Das wissen auch Bukhara und haben deshalb mit "Happy" einen Song rausgebracht, der unsere Körper automatisch in Schwingung versetzt. Tanzen – das war auch die Idee hinter dem dazugehörigen Video. Zu sehen sind ältere Menschen, aber auch solche, mit einer nicht so "geradlinigen" Geschichte – wie zum Beispiel Wohnungslose. Leute, die sonst keine Bühne geboten bekommen und so nun die Möglichkeit haben, ihre eigene Story zu erzählen. "Unsere Gesellschaft muss checken, dass jeder Mensch eine Geschichte hat. Und, dass man Leuten die Aufmerksamkeit und den Raum geben muss, diese Geschichte zu erzählen", sagt Sänger Soufian. Zu hören ist der Track auf Bukaharas neuem Album "Canaries In A Coal Mine".

Emicida & Moral Distraída – Passarinhos (Remix)

Es ist mittlerweile fünf Jahre her, dass Emicida die brasilianische Carioca Vanessa de Mata auf ein Feature zu "Passarinhos" eingeladen hat. Übrigens mit über 50 Millionen Klicks auf Youtube, einer der absoluten Hits des Rappers aus São Paulo. Heute, im Jahr 2020, lässt er die entspannten Vibes mit viel Sozialkritik deshalb wieder aufleben. Diesmal verbrüdert er sich allerdings mit Moral Distraída aus Chile. Die Combo versetzt den Remix zu "Passarinhos" mit außerordentlichen Cumbia- und Tropical-Rhythmen. Aus der Laidback-Version der Música Popular Brasileira ist jetzt ein Sommerhit mit Systemkritik geworden, der die Brücke quer durch Lateinamerika schlägt. Es geht um Freiheit, aber auch Ungerechtigkeit in einer Welt, die aktuell zu kollabieren droht. Dass die Combo gut funktionieren würde, war aber schon abzusehen: Emicida hat schon 2018 auf "Canción Bonita" mit der zehnköpfigen Truppe Moral Distraída zusammengearbeitet.

Kehlani – Toxic (Quarantine Style)

Eins muss man dem Drama um Kehlanis Liebesleben lassen: Es bringt ständig gute Tracks hervor. Zuletzt zum Beispiel "Toxic", mit dem sie zum erneuten Schlag in Richtung Ex-Freund und Rapper YG ausholt und die gescheiterte Beziehung zu verarbeiten versucht. Liebeskummer ist aber vor allem in Quarantäne-Zeiten nicht einfach – und ein dazugehöriges Video zum Track zu drehen, um die Promophase fürs anstehende Album voranzubringen, erst recht nicht. Also wird improvisiert mit der Webcam. Das wirkt schon fast ein bisschen mysteriös. Corona lässt so manchen Künstler*In in diesen Tag eben auch kreativ werden. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass der weltweite Spuk bald vorbei ist und dann endlich das zweite Album von Kehlani erscheinen kann.

Ana Tijoux – Antifa Dance

Man könnte sagen, dass Ana Tijoux zu den musikalischen Fackelträgerinnen der Demonstrationen in Chile geworden ist. Mit "#CACEROLAZO" forderte sie die Menschen auf, durchzuhalten und trotz Gewalt, weiter für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen. Daran knüpft auch ihr neues Video "Antifa Dance" an, mit dem sie das System kritisiert. Als Anführerin des Disco-Rebellen-Untergrundes gibt sich die Rapperin auf Baile-Funk-Rhythmen laut und selbstbewusst, weiß ihre Kritik gekonnt zu formulieren, ohne allerdings dabei an Tanz- und Clubtauglichkeit einzubüßen. Spätestens wenn Ana zum goldenen Megafon greift, ist kein Politiker*In mehr sicher. Es wird gestürzt und rebelliert – allerdings auf künstlerische Art. Genau das, will sie mit dem kommenden Album "Antifa Dance" auch erreichen.

Tom Misch & Yussef Dayes feat. Rocco Paladino - Kyiv

In Zeiten von Corona sind Konzerte tabu – alles abgesagt. Und trotzdem sorgen Künstler*Innen auch jetzt dafür, dass wir ein Live-Erlebnis von unserem Sofa erleben können. Tom Misch und Yussef Dayes gehören auch dazu. Bevor der Producer und der Percussionist aus UK nämlich ihr gemeinsames Album "What Kinda Music" im April veröffentlichen, hören wir eine Live-Version des darauf enthaltenen Song "Kyiv". Unterstützung kommt dabei vom walisischen Bassisten Rocco Paladino, der mit seinem Schaffen in die Fußstapfen seines Vaters Pino tritt - selbst legendärer Bassist. Wie zu erwarten, ist die Jamsession der drei also ein außerordentliches Klangspektakel aus Progressive Jazz, Funk und Electronica geworden, das auf das kommende Album von Misch und Dayes ordentlich Lust macht.

Stand: 27.03.2020, 16:00