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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Arlo Parks – Eugene

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Bei COSMO steht die ganze Woche im Zeichen der Frau – dementsprechend sind auch unsere fünf Songs der Woche von ausschließlich starken, weiblichen Künstlerinnen. Mit dabei sind Arlo Parks, Christine & The Queens und Ayasel Slay.

Arlo Parks – Eugene

Man hat einen besten Freund oder eine beste Freundin, mit dem/der man seine komplette Zeit verbringt. Schaut Filme, lungert rum und lacht. Die sehr enge Freundschaft geht so lange gut, bis irgendwann jemand anderes dazu kommt. Im Falle von Arlo Parks ist das "Eugene", der neue Freund ihrer besten Freundin, den sie alles andere als gut leiden kann. Arlo wird eifersüchtig und die Freundschaft droht zu zerbrechen. Auf sanftem Soul-Tunes lässt die Londoner Sängerin uns währenddessen an ihrer Gefühlswelt teilhaben, was reichlich Identifikationspotenzial liefert. Das Video wurde vom britischen Rapper Loyle Carner und seinem Bruder Ryan gedreht. Das gleichbleibende Setting im Bett unterstreicht die enge und emotionale Verbindung der Protagonisten.

#unhatewomen

In einer Woche, in der wir bei COSMO musikalisch wie thematisch auf Frauen schauen, möchten wir auch ein trauriges, aber dennoch sehr wichtiges Thema einbringen. Nämlich die Tatsache, dass Frauen in Musiktexten misshandelt, beschimpft oder sogar vergewaltigt werden. Mit #unhatewomen schwirrt derzeit ein Video auf Youtube, das diese Absurdität hervorheben will: "Alle hören Gewalt gegen Frauen. Es ist Zeit, das zu ändern", lautet die Message hinter dem Clip. Unterschiedliche Frauen lesen darin die Texte von gefeierten, deutschen Künstlern wir GZUZ, Kollegah oder Schwesta Ewa, die sich weit unter der Grenze des guten Geschmacks bewegen – auch, wenn es für viele als Ironie verstanden wird. Sicherlich nicht nur ein Deutschrap-Phänomen, aber dennoch ein guter Weckruf!

Christine & The Queens – La vita nuova

Warum ein Video rausbringen, wenn man gleich die ganze EP bebildern kann? Das hat sich Christine & The Queens für ihr neues Projekt gedacht. "La vita nuova" ist eine ganze Erzählung von Selbstzweifeln, Depression, aber auch Hoffnung geworden. Mal tanzt Chris über den Dächern von Paris, mal tanzt sie energischen Jazz mit einer ausgelassenen Tanzgruppe oder rast im weißen Kleid durchs majestätische Opernhaus. Ihr stetiger Begleiter ist allerdings der Teufel, ein böser Dämon, der Chris immer wieder einholt und sich wie ein Schatten auf ihre Lebensfreude legt. Ein "Fiebertraum" nennt die französische Sängerin es selbst. Künstlerisch sehr stark aufgearbeitet, zwischen Melancholie und Disko-Stimmung.

Ayasel Slay – Mekka Girl

Eine Liebeserklärung an die eigene Stadt – im Rap alles andere als ungewöhnlich. Auch Rapperin Ayasel Slay zollt ihrer Heimat Respekt – allerdings kommt das nicht bei jedem gut an. Ayasel kommt nämlich aus Mekka, der heiligen Stadt des Islam. Unabhängig davon, dass sie es als rappende Frau in Saudi-Arabien eh schon besonders schwer hat, will der Gouverneur von Mekka sie dafür jetzt ins Gefängnis bringen – und das, obwohl lediglich in einem Café gefilmt wird. Vielleicht stößt dem Patriarchat aber auch eher die Tatsache auf, dass Ayasel sich in ihrer Musik mit Themen wie Rassismus und Selbstbestimmung beschäftigt und dazu auch noch Women of Colour ist, mit Wurzeln in Eritrea. Für so viel Mut und Engagement hätte Ayasel wohl eher einen Orden verdient!  

Victoria Kimani – Sexy

Lange galt Victoria Kimani als echter Geheimtipp der Afrobeats-Szene. Mittlerweile ist die Kenianerin aber aus den Featurecredits der ganz Großen wie Sarkodie nicht mehr wegzudenken und geht auch selbst erfolgreich ihren ganz eigenen Weg. Geboren ist sie in Los Angeles. Als Kind von Priestern ist sie allerdings viel um die Welt gereist – hat in Nigeria und schließlich in Kenia gelebt und auf ihren Stopps alles aufgesaugt, was die Musik der unterschiedlichen Länder zu bieten hatte. Von Gospel über Jazz über Highlife und Afrobeat ist alles dabei. Mit ihrer neuen Single gibt Victoria uns dieser Tage die Hitze, die wir dringend benötigen: "Sexy" ist eine ansteckende Afrobeats-Nummer, die wie gemacht ist, für den Dancefloor und uns in kalten Tagen schon mal in Richtung Sommer denken lässt.  

Stand: 28.02.2020, 16:00