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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Lido Pimienta – Eso Que Tu Haces

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Lido Pimienta feiert ihre afrokolumbianischen Roots, Sudan Archives trifft auf ihre zwei Persönlichkeiten und Sevdaliza reist in ihre Kindheit – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Lido Pimienta – Eso Que Tu Haces

"Miss Colombia" – das wird der Titel von Lido Pimientas neuem Album sein. Die Sängerin ist dafür bekannt ihre Heimat Kolumbien zu feiern, aber vor allem ihre afrokolumbianischen und Wayuu-Roots hervorzuheben – und das auf bunte und fröhliche Art und Weise. Dementsprechend ist auch "Eso Que Tu Haces" ein riesiges Fest geworden. Lido tanzt mit Blumen im Haar, auf verstaubten Straßen und zwischen traditionell kolumbianischen Gewändern. Gedreht wurde in San Basilio de Palenque, der ersten Stadt während der Kolonialzeit in Lateinamerika, die von der Sklaverei befreit wurde und sinnbildlich als Refugium gilt. Unterstützung bei den traditionellen Tanzeinlagen gibt's von der kolumbianischen Tanzcombo Kumbe.

Sudan Archives – Limitless

Mit "Athena" hat Sudan Archives aus Los Angeles vor wenigen Monaten ihr Debütalbum abgeliefert und damit auch einen Soundtrack zur Selbstermächtigung der Schwarzen Frau. Geige trifft Afrofuturismus trifft Pop. Und das verträgt sich außerordentlich gut, wie auch "Limitless" zeigt – aktueller Dauerbrenner in der COSMO-Playlist, der jetzt auch mit einem fancy Video ausgestattet wurde. Im dunklen Setting tanzt Sudan Archives mal in Neonklamotten, mal als Vampirlady wie Aaliyah im Film "Königin der Verdammten". Neben ihr: Zwei Frauen, die für die Dualität in ihr stehen. Die menschlichen Gegensätze und Gefühle, die in jedem von uns stecken und auch unsere Beziehungen und Freundschaften prägen.

Sevdaliza – Oh My God

Mit Sevdaliza in ganz persönlichen Kindheitserinnerungen schwelgen: "Oh My God" heißt die neue Single der Sängerin aus Rotterdam. Und im dazugehörigen Video können wir ganz klar erkennen, wo die außergewöhnlichen Entertainer-Fähigkeiten der gebürtigen Iranerin herkommen. Alles fing an mit einem Keyboard, das ihr die Eltern schenkten, dann kam das Tanzen hinzu. Und der Rest? Ist Geschichte. "Oh My God" ist aber vor allem auch ein politisches Statement: Der Track spielt auf den aktuellen Konflikt zwischen den USA und dem Iran an. Sevdaliza selbst ist mit ihren Eltern als Kind aus Teheran nach Rotterdam geflohen, wo sie letztlich zu dem wurde, was sie heute ist.

Sébastien Teller – A Ballet

Sébastien Tellier geht in seinem neuen Video komplett im Haushalt auf – oder wohl doch eher unter? Der Sänger aus Paris ist nämlich geschrumpft und flieht so auf surreale Weise aus dem Alltagstrott, badet in Milch und Cereals oder tanzt mit Spülhandschuhen. Oder er steckt mit dem Gesicht in einem Berg aus Mehl und muss vorm Staubsauger wegrennen. Eben auch ganz schön anstrengend so ein Leben als Miniaturfigur. Während er sich also mit Pastellfilter zwischen Zahnbürste im Bad und Spielsachen im Kinderzimmer versteckt, singt er "A Ballet", eine verträumte Elektropop-Nummer aus Autotune und Drill-Sounds. So ist die langweilige Alltagsroutine ganz schnell vergessen!

Murda feat. Zeynep Bastık & Idaly – Güneș

Murda schwebt gerade nicht nur auf Wolke 7, weil er sein neues Album "Doğa" veröffentlicht hat, sondern auch in seinem neuen Video zu "Güneș". Darin hat er ein Auge auf die türkische Popsängerin Zeynep Bastık geworfen, die gleichzeitig auch als Feature am Start ist. Es wird romantisch auf dem Land geflirtet und Hand in Hand durchs Städtchen geschlendert. Dementsprechend ist der Ton, den der niederländische Rapper mit Wurzeln in der Türkei auf der neuen Single anschlägt, auch sehr soft und poppig. Sonst ist Murda, der vornehmlich auf Türkisch rappt, vor allem für seine sozialpolitischen Lyrics bekannt. Mit zusätzlicher Unterstützung von Idaly aus Amsterdam ist die musikalische Liebesgeschichte dann perfekt.

Stand: 14.02.2020, 16:00