Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Suboi - Bet On Me

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Suboi nimmt sich eine Auszeit vom Großstadtdschungel, Stormzy feiert sich selbst und ASA erzählt vom dramatischen Ende einer Beziehung – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Suboi – Bet On Me

Einfach mal raus – hat sich auch Rapperin Suboi gedacht und verlässt in "Bet On Me" ihre geliebte Heimat Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt). Los geht die Reise auf einem Roller: Suboi durchkreuzt tropische Wälder und streift das Meer, bevor sie ihren ganz persönlichen Ort der Stille erreicht. Dort lässt es sich die schwangere Rapperin sichtlich gut gehen, vergisst aber auch nicht, zu flexen. Als Queen des vietnamesischen Rap hat sie eben auch einen Ruf zu verlieren. Denn sie war die erste Frau, die dort schon vor zehn Jahren mit HipHop Erfolg hatte und damit zur Stimme der Generation Twenty-Something wurde. Musikalisch macht sich Suboi auf leichten 808s und Electronica-Beats breit. Dazu gibt's authentische Bilder vom vietnamesischen Landleben und seiner faszinierenden Natur – als Kontrast zum aufregenden Alltag in der geliebten Mega-Metropole.

Stormzy – Audacity

Seit Stormzy vor zwei Jahren sein Debütalbum "Gang Signs & Prayer" veröffentlicht hat, ging es für den Rapper von den Londoner Endz steil bergauf. Nicht nur, dass das Debüt selbst wie ein Meteorit einschlug: Es regnete MOBO und Brit Awards und im Juni spielte er als erster Schwarzer Künstler als Headliner auf dem Glastonbury Festival. Man könnte sagen, das seien genug Kronenzacken fürs Erste, doch belohnt uns der Brite kurz vor Dekadenende noch mit einem neuen Album: Auf "Heavy Is The Head" lässt Stormzy nicht nur gewohnt politisch, sondern auch persönlich tief blicken. Da nimmt man ihm es auch nicht übel, wenn er sich auf dem düsteren "Audacity" einfach mal selbst für seine Errungenschaften feiert: "Oh what a catastrophe, I changed the game drastically". True!

Asa – Murder In The USA

Mit ihrem neuen Album "Lucid" setzt die französisch-nigerianische Sängerin Asa dieser Tage komplett auf Neuanfang. Aber es ist auch ein Abschiedsbrief an eine gescheiterte Liebe. Ihr Track "Murder In The USA", der jetzt mit einem Video ausgestattet wurde, handelt auch davon. Die Beziehung, von der sie darin spricht, fängt vielversprechend an, nimmt aber ein tragisches Ende. Zwei Menschen lernen sich auf den Straßen New Yorks kennen und verlieben sich. Alles scheint harmonisch, bis der Mann gegenüber der Frau handgreiflich wird und diese damit einen schwerwiegenden Entschluss fasst. Untermalt wird die dramatische Geschichte von melancholischen Gitarren und der zarten Stimme von Asa. Ein wichtiges Zeichen in Zeiten, in denen Femicide und Gewalt gegen Frauen leider immer noch keine Ausnahme sind. 

Kalash feat. alyona alyona – Гори

Rap kann auch Natur und Panflöte – vor allem wenn er aus der Ukraine kommt. Deren Landschaft ist so schön, dass sich das ukrainische Raptrio Kalash und Senkrechtstarterin alyona alyona für eine Ode an die Schönheit ihrer Heimat zusammengetan haben. "Гори" heißt übersetzt "Berge", und um diese bestmöglich in Szene zu setzen, ist die Combo in die Karpaten gereist. Die Landschaft ist aber nicht nur atemberaubend schön, sondern war für alyona alyona eine echte Herausforderung: Sie selbst leidet nämlich unter Höhenangst, was sich beim holprigen Dreh als nicht immer einfach herausstellte. Umso besser, dass sich letztlich doch alle irgendwie überwinden konnten und ein Video entstanden ist, das mit geballter Natur und Nostalgie, direkt Lust auf eine Reise in die Ukraine macht. 

Urban Village – Sakhisizwe

In Südafrika gibt es elf offizielle Sprachen – eine große Herausforderung, die das Land eher auseinander als zusammenbringt. Keine gemeinsame Sprache, kein gemeinsames Land. Um dieses Problem zu umgehen, haben die vier Musiker von Urban Village aus der Nähe von Johannesburg, die Musik zum gemeinsamen Verständigungstool erkoren und erzählen damit auf ihre Weise, die Geschichte des Landes. Auf "Sakhisizwe" kommen gleich mehrere Sprachen zum Einsatz – darunter Englisch, aber auch Zulu, Xhosa und Sesotho. Die dazugehörigen Tunes zwischen Mbaqanga, Maskandi und Isicathamiya-Gospel klingen treibend und fröhlich. Doch steckt hinter "Sakhisizwe" eine ernste Message: Die Zahl der fremdenfeindlichen Angriffe ist in Südafrika erschreckend hoch. Urban Village wollen dagegen ein Zeichen setzen.

Stand: 13.12.2019, 18:00