Live hören
Jetzt läuft: Double Vue von Moussa

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Screenshot: Koffee - W (Official Video) ft. Gunna

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Koffee lässt Geld regnen, Onipa liefern ein afrofuturistisches Feuerwerk und M.anifest und Burna Boy leben den Moment – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Koffee feat. Gunna - W

An der 19-jährigen Jamaikanerin Koffee ist spätestens seit "Rapture" kein Vorbeikommen mehr. Mit ihren Vibes aus Reggae, HipHop und Electronica hat sie es jetzt sogar unter die Grammy-Nominierten fürs beste Reggae-Album geschafft. An Vorschusslorbeeren ist aber nicht zu denken, deshalb liefert Koffee schon den nächsten Kandidaten hinterher: Für "W" hat sie sich den nicht minder gehypten US-Rapper Gunna zur Seite geholt, der schon nebst Future, Travis Scott und Young Thug performt hat. Gleich wie bei den Vorgängern, nimmt uns Koffee dabei visuell wie musikalisch mit in ihre Heimat. Allerdings ziehen im Paradies diesmal dunkle Wolken auf, die am Ende aber doch unerwarteten Segen bringen. "W" ist nämlich eine Aufforderung, sich nicht immer nur auf die Verluste, sondern vor allem auf die Bereicherung im Leben zu fokussieren.

Onipa – Makoma

In London brutzelt die ghanaische Musik-Diaspora förmlich vor sich hin. Zur musikalischen Verständigung zwischen UK und Ghana trägt auch das Schaffen von Onipa bei – bestehend aus KOG von Kweku of Ghana und The Zongo Brigade und dem Gitarristen Tom Excell der UK-Band Nubian Twist. Die Namen sprechen bereits Bände: Onipa knallen uns Soukous-Rhythmen, kongolesische Gitarren und Coupé-Décalé-Drums vor den Latz, mit denen sie westafrikanische Achtzigerjahre-Vibes aufleben lassen. "Makoma" ist ein Stück voller Lebensfreude – ein buntes, afrofuturistisches Feuerwerk, dessen Percussions uns förmlich durch die Venen jagen und Geist und Körper auch im Winterschlafmodus auf Tanz umpolen. Lust auf das Debütalbum im Frühling ist definitiv da!

M.anifest feat. Burny Boy – Tomorrow

Mit einem Feature von Burna Boy auf der Habenseite hat M.anifest dieser Tage alles richtig gemacht. Tatsächlich ist es aber nicht das erste Mal für den Rapper aus Ghana und den Grammy-nominierten Burna Boy aus Naija. Nach "Another Story" folgt jetzt das lebensbejahende "Tomorrow", das in kalten Tagen eindeutige Afrobeats-Vibes sendet. Es geht darum, dass morgen nicht selbstverständlich ist und dass man das Leben in vollen Zügen genießen soll. M.anifest lebt im Moment und tanzt im sonnenscheinverwöhnten Video mit seiner Angebeteten. Zu hören ist der Track auf seinem gerade erschienenen Projekt "The Gamblet" – eine Reflektion der Liebe, des Lebens und der Chancen, die sich uns bieten, wie er selbst sagt.

Awa Ly – Close Your Eyes

"Five And A Feather" war 2016 Awa Lys erstes englischsprachiges Album, mit dem sich die in Paris geborene Sängerin mit senegalesischen Wurzeln dem Mystischen verschrieben hatte. Und es scheint, als würde sie die Faszination für Magie auch beim Nachfolger aufrechterhalten. "Close Your Eyes", die erste Single aus dem im März erscheinenden Album, vereint deftige Folk- und Jazz-Elemente wie Tuba, Claps und Gitarren. Die Message dahinter: Schließe die Augen und beobachte dich selbst. Mach das Smartphone aus, lass all die gesellschaftlichen Erwartungen und dein Image hinter dir und fokussiere dich. Fürs dazugehörige Video ist Awa Ly in die Heimat ihrer Eltern gereist, den Senegal. Dort spricht sie wie eine Priesterin von einem Taxi zu der Masse, während ihr weißes Kleid im Wind flattert. Fast schon ein bisschen pathetisch, aber auch magisch und empowernd.

Mal Élevés - Planet

Seit mit der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg im letzten Jahr Friday's For Future seinen Anfang nahm, hat sich die Bewegung weltweit wie ein Lauffeuer verbreitet. Auch durch prominente Unterstützung: Mal Élevé, ehemaliger Frontsänger von Irie Révoltés, ist einer der Künstler, die nicht nur applaudieren, sondern handeln. Sein neuer Song "Planet" ist eine Protesthymne. Ein Aufruf mit unserer Welt sorgfältiger umzugehen, der mit malerischen Landschaften aber auch deren Schönheit zelebriert. Damit setzt der Heidelberger den Kurs, den seine Kult-Protest-Band in den letzten 20 Jahren gefahren ist, fort. Nur, dass er jetzt alleine die Fäuste für mehr Gerechtigkeit ballt. Passenderweise wird das Solodebüt auch "Résistance mondial" heißen - in Gänze zu hören im Frühjahr 2020.

Stand: 29.11.2019, 18:00