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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

JPEGMAFIA - Free The Frail

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

JPEGMAFIA channelt seinen Freigeist, Angèle steigt ins Werbebiz ein und FKJ bringt Musik mit aus dem Dschungel – das sind unsere fünf Songs der Woche.

JPEGMAFIA feat. Helena Deland – Free The Frail

In der HipHop-Welt ist Peggy, wie sich Barrington Hendricks aka JPEGMAFIA selbst nennt, gerade so etwas wie der Hype-Boy unter den Avantgardisten. Das beweist auch das aktuelle Video des Rappers aus Baltimore, Maryland: Auf "Free The Frail" folgt auf Tänze in buntem Rauch, ein Pferderitt mit Kids und ein exzentrischer Minipogo, der seinen Superstar schließlich wie eine kleine Gottheit auf Händen wegträgt. Zusammenhänge sind nur schwer zu erkennen – dafür wird aber umso deutlicher, dass wir es bei JPEGMAFIA mit einem echten Freigeist in puncto Bild und Ton zu tun haben. Zu hören ist der Track auf seinem aktuellen Album "All My Heroes Are Cornballs", das im September erschienen ist. Eigentlich sollte "Free The Frail" nicht drauf sein, jetzt ist JPEGMAFIA aber froh, dass er den Track doch gepickt hat. Happy End für alle!

Angèle – Oui Ou Non

Nein, das ist keine Dauerwerbesendung, das ist das neue Video von Angèle. Die Sängerin aus Brüssel hüpft in "Oui Ou Non" vom Versicherungsabschluss mit dem Liebsten, zum KFZ-Mechaniker mit Schnurrbart und Model in einer Parfumwerbung. Doch irgendwann bröckelt die Fassade: Angèle nimmt das Versicherungsbüro auseinander, zertrümmert Autoscheiben und baut am Ende einen tragischen Unfall. Mit ihren Parodien beweist sie in "Oui ou Non" zwar Humor, kritisiert aber auch den Perfektionsdrang und trügerischen Schein der Werbeindustrie. Entstanden ist das Video im Zuge der Neuauflage ihres ersten Albums: "Brol La Suite" kam schon letztes Jahr raus, bekommt aber jetzt mit sieben neuen Tracks noch mal ein Update.    

FKJ – Ylang Ylang

FKJ aka French Kiwi Juice ist absoluter Multiinstrumentalist und lässt uns mit seiner neuen EP "Ylang Ylang" erneut am Zauber seiner vertrackten Klangwelt teilhaben. Saxophon, Gitarre und Piano? Alles kein Problem. FKJ verschmelzt alles mit soften Electronica-Synths. Dementsprechend traumhaft klingt auch der Titeltrack der EP. Auf "Ylang Ylang" liegt der Fokus auf dem Piano und Streichern. Mit zartem Summgesang erinnert er an ein schönes Gedicht, eine Liebesgeschichte im Film oder einen besonderen Ort. Tatsächlich ist die EP an einem solchen auch entstanden: FKJ hat sich nämlich monatelang im südostasiatischen Dschungel verkrochen – ohne Elektrizität, ohne Menschen. Das einzige, was ihn umgab, waren Berge, Wälder und Strände. Das klingt ein bisschen corny, tatsächlich hat das den Sound von FKJs neuem Projekt aber sehr geerdet.     

Teni - Billionaire

Wer auf dem Forbes-Cover ist, hat es – zumindest finanziell – geschafft. Davon träumt auch Teni aus Nigeria. Auch wenn die Sängerin schon im letzten Jahr ihren großen Durchbruch in der Musikszene Naijas feierte, ist sie gerade noch ein gutes Stückchen von der Milliarden entfernt. Auf leichten und gutgelaunten Afrobeats-Tunes nimmt sie in "Billionaire" ihr Schicksal deshalb selbst in die Hand: Mit der Teilnahme bei der nigerianischen Version von "Wer wird Millionär". Allerdings geht es hier nicht nur um eine Million, sondern eine Milliarde. Temi paukt hart, kommt mit einer Frage aber doch an ihre Grenzen und sucht Hilfe bei ihrem durchgeknallten Schulfreund und Telefonjoker. Ob sie am Ende mit der großen Kohle nach Hause geht? Große Unterhaltung mit gewohnt typischem Humor von Teni ist jedenfalls garantiert.             

Fióti feat. Rael & Marissol Mwaba - Quero te ver bem amanhã

Laidback-Hymnen, feurige Sounds aus Brasilien oder dreckige E-Gitarren - Fióti hat musikalisch schon so einiges ausprobiert. Jetzt taucht der brasilianische Sänger und Bruder von Rapper Emicida in die Welt der treibenden Afrobeats ein. Trotz klarem westafrikanischem Einschlag kommt aber auch die Música Popular Brasileira nicht zu kurz: "Quero te ver bem amanhã" ist ein Song und Video voller Lebensfreude. Dem Ganzen liegt aber auch eine ernste Message zugrunde: Fióti möchte mit der Single für bewussten Umgang mit Alkohol werben, schafft das aber ohne Fingerzeig, auf humorvolle Weise und mit Tanzansteckungsgefahr. "Ich möchte dich morgen gut sehen" heißt der Titel übersetzt. Unterstützung holt Fióti sich dabei von der brasilianischen Rapkoryphäe Rael, sowie der Sängerin und Multiinstrumentalistin Marissol Mwaba. Bei den Tunes sparen wir uns den Kater gerne!

Stand: 15.11.2019, 18:00