Live hören
Jetzt läuft: Deep end von Benji Flow

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Elida  Almeida feat. Roberta Campos – Ta due

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Elida Almeida und Roberta Campos zelebrieren das Drama, Lexie Liu schreibt Beziehungsbanger auf Englisch und Mandarin und Wizkid ruft zur #JoroChallenge auf – das sind unsere fünf Songs der Woche.

Elida  Almeida feat. Roberta Campos – Ta due

Elida Almeida, die neue Perle des kapverdischen Musikbiz, und Roberta Campos formieren sich dieser Tage zum absoluten Softness-Duo: Die Kapverden treffen auf Brasilien, die Morna auf die Música Popular Brasileira. Das Bindeglied zwischen den beiden ist die Sprache – und natürlich das Gefühl, mit dem beide ihre Musik versehen. "Ta due" handelt von der Liebe, beziehungsweise davon, sie nicht frei ausleben zu können und das Leid, das damit einhergeht. Dazu gibt’s sanfte Gitarren- und Streicherklänge, das türkisblaue Meer und ein dramatisch tanzendes Paar, das dem Song bei all dem Wehmut und Drama auch etwas Hoffnungsvolles verleiht.

Lexie Liu – Ok Ok Ok

Lixie Liu ist die Stimme des jungen Chinas – die Sängerin aus Changsha, jetzt wohnhaft in Peking, orientiert sich mit ihrer Musik stark am Westen. Ihr Sound ist ein Mix aus Pop, Trap und R'n'B mit Lyrics auf Englisch und Mandarin. Der Einfluss kommt daher, weil sie in den USA aufs College gegangen ist. Kaum zu glauben, dass Lexie gerade mal 20 Jahre alt ist. Immerhin hat sie schon eine Karriere als K-Pop-Superstar abgelehnt und in der chinesischen Casting-Show "The Rap of China" letztes Jahr als einzige Frau teilgenommen. Mit der neuen Single "Ok Ok Ok" verarbeitet sie eine gescheiterte Beziehung. Der Titel spielt mit der Tonalität der Sprache: Das erste "Ok" ist eine Frage, das zweite ein genervter Ausruf und beim dritten hat sie sich mit dem Ende der Beziehung abgefunden. Im dazugehörigen Video bewegt Lexie sich in einer surrealen Welt zwischen Pastell- und Cyberpunk-Ästhetik. Kein Wunder, sie ist nämlich riesiger Science-Fiction-Fan.

 Wizkid - Joro

Wer dieser Tage einen richtig guten Afrobeats-Track rausbringen will, der muss auch eine Challenge in petto haben, die das Netz zum Ausrasten bringt. Der Vorteil dabei ist nicht nur eine gute Promo, sondern auch, dass jeder auf dem Dancefloor weiß, was zu tun ist, wenn der Beat ertönt. Nach der #DrogbaChallenge soll jetzt die #JoroChallenge das nächste große Ding werden – zumindest wenn es nach dem nigerianischen Starboy Wizkid geht. Natürlich wird bei der #JoroChallenge getanzt – und zwar so, dass sich die Hüften staccatoähnlich zum Beat bewegen. "Joro" hat nach Eigenaussage von Wizkid zwar keine bestimmte Bedeutung, dafür gibt es aber den gewohnte Signature-Sound und -Vocals. Und jeder, der Wizkid kennt, weiß, dass still stehen bleiben in dem Fall ohnehin nicht mehr möglich ist.

Tittsworth & Dave Nada feat. MULA – Tu Encontré

Vor etwa zehn Jahren hat Dave Nada den Moombahton erfunden. Seitdem hat sich der Mix aus House und Reggaeton über den Globus wie ein Lauffeuer verbreitet und ist noch heute ein gern gesehener Gast auf den weltweiten Dancefloors. Pünktlich zum Jubiläum des Genres hat Nada, zusammen mit DJ und Producer Jesse Tittsworth, das Label Hermanito gegründet, auf dem auch der Jubiläums-Sampler "Moombahton 10 Year Anniversary" erscheint. Auch darauf enthalten ist der Track "Tu Encontré", für den sich die Veteranen die Unterstützung von MULA gesichert haben - ein queeres Trio, bestehend aus Anabel Acevedo, Cristabel Acevedo und Rachel Rojas. In ihrer Heimat Puerto Rico machen sie mit ihrem New-Wave-Latin-Sound aus Merengue, Bachata, Reggaeton und Elektro schon seit geraumer Zeit den Untergrund unsicher. Die Zusammenkunft mit den Kings of Moombahton lässt "Tu Encontré" zum absoluten Elektro-Latin-Banger werden.

Slow J feat. Sara Tavares – Também Sonhar

Slow J jagt in seinem neuen Video zu “Também Sonhar“ seine Träume und stellt dabei fest, dass das nicht unbedingt immer einfach ist. Manchmal muss man eben auch einen Schritt zurückgehen, um dann wieder voll durchzustarten. Es sind sehr nachdenkliche Zeilen, die der portugiesische Rapper hier auf Sounds zwischen Electronica und Pop verpackt hat. Dabei wird er gesanglich von der portugiesischen Sängerin Sara Tavares unterstützt, die zu den Gallionsfiguren der Musikszene in Lisboas zählt. "You Are Forgiven" ist Slow Js mittlerweile zweites Album und eine Erzählung in mehreren Akten - "Também Sonhar" ist der erste davon. Eine echte Believer-Hymne, bei der die angolanisch-portugiesischen Einflüsse von Slow J mit den kapverdischen Wurzeln von Sara verschmelzen. 

Stand: 04.10.2019, 18:00