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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Emicida - "AmarElo"

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Emicida, Pabllo Vittar und Majur machen Mut, Jamila Woods bringt uns nach Black Hogwarts und Bantou Mentale thematisieren die Flüchtlingskrise - das sind unsere fünf Songs der Woche.

Emicida feat. Pabllo Vittar & Majur - AmarElo

Jeder hat im Leben sein Päckchen zu tragen - auch Emicida und Pabllo Vittar aus Brasilien. Der eine ist zwischen Waffen, Drogen und Gewalt aufgewachsen, der andere wurde und wird aufgrund seiner Sexualität diskriminiert. All das hindert das brasilianische Gespann aber nicht daran, morgens aufzustehen und die Welt mit ihrer Musik zu einem besseren Ort zu machen. Mit "AmarElo" liefern sie eine empowernde und packende Hymne zugleich. "Ano passado eu morri mas esse ano eu não morro" lautet das Mantra, was so viel bedeutet wie: "Letztes Jahr bin ich gestorben, aber dieses Jahr sterbe ich nicht". Das haben sie übrigens von MPB-Sänger Belchior adaptiert, der mit "Sujeito de Sorte" schon in den Siebzigern Erfolge feierte.

Jamila Woods - Baldwin

Eine verlassene Schule an der South Side von Chicago - das ist der Schauplatz des neuen Videos zu "Baldwin" von Jamila Woods. Das Besondere: Erreichen kann man sie nur durch eine Zauberwand - so wie in Harry Potter. Die Traumschule ist eine Oase, wo die Kids des Problemviertels lernen, tanzen und Spaß haben können. "Like Hogwarts but black", sagt Jamila, die selbst aus Chicago stammt. Zum Video inspiriert hat sie "A Letter To My Nephew" von US-Schriftsteller James Baldwin, daher auch der Name des Tracks. Damit schafft sie es auf zauberhafte Weise ein sehr ernstes Thema anzusprechen: Aktuelle und zeitgemäße Bildung ist in einem Stadtteil wie der South Side nämlich nicht immer selbstverständlich.

Bantou Mentale - No Romance

Bantu Mentale sind die Aushängeschilder der französisch-kongolesischen Musikszene. Anfang Juni hat die Pariser Combo ihre EP "No Romance" veröffentlicht, deren Titeltrack jetzt auch ein Video verpasst bekommen hat. Musik und Video sind in ein gewohnt psychedelisches Setting getaucht: verspielt, mystisch, aber auch düster. Trommeln und Percussions treffen auf dumpfe Elektro-Bässe des Pariser Untergrunds und futuristische Sounds aus Kinshasa. Visuell greifen sie mit dem Video die Flüchtlingsthematik auf: Im Mittelmeer sind alleine im letzten Jahr fast 43 Tausend Menschen gestorben - eine gewaltige, humanitäre Krise, die auch in Clubkreisen Gehör finden sollte.      

EsRAP - Tschuschistan

Die Geschwister Esra und Enes Özmen kommen aus Österreich, ihre Wurzeln liegen in der Türkei. Als Kinder der dritten Generation sehen sie sich in einer Art Identitätskrise: Zu türkisch für Österreich - vor allem seitdem der Rechtsruck auch dort immer stärker aufkeimt. Und zu deutsch für die Türkei. Die Lösung? "Tschuschistan", ein Land voller Lebensfreude, in dem jeder sein kann wer er will und eine Heimat findet. Dahin geht die Reise auch im aktuellen Video im Style von Raumschiff Enterprise. Mit "Tschuschistan" ist nach mehreren Mixtapes übrigens nun auch das Debütalbum der Wiener Combo erschienen.  

Cali P x Teka - Congo Natty

Am ersten Juli-Wochenende steht alles im Zeichen des Summerjams und Cali P und Teka liefern schon mal Output für die Festival-Playlist. "Congo Natty" ist eine Hommage an den britischen Jungle-Pionier Congo Natty aka Rebel MC, aber vor allem eine Hymne der guten Laune. Die Message: Wenn's im Leben mal nicht ganz so rund läuft, einfach tief durchatmen und immer gut zu sich selbst sein. Dazu gibt’s einen gewohnt smoothen Riddim von Rootdown-Produzent Teka, der alle Sorgen wie von selbst wegbläst und Super8-Vintage-Vibes im Video. Die Gute-Laune-Hymne wird übrigens auf der zweiten EP des Schweiz-Berliner-Duos sein, mit der sie an ihre erst Anfang des Jahres erschienene "Vizion I" EP anknüpfen.

Stand: 28.06.2019, 14:25