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Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

TSHEGUE - M'Benga Bila

Fünf Songs, die die Welt jetzt braucht

Mit TSHEGUE durchs diverse Paris, slowthai und Skepta sind "Inglorious Basterds" und GoldLink setzt auf Afrobeats - das und mehr können unsere fünf Songs der Woche.

TSHEGUE - M'Benga Bila

Global, urban, divers - dafür steht das französische Duo TSHEGUE bestehend aus dem französisch-kubanischen Produzenten Nicolas "Dakou" Dacunha und der gebürtigen Kongolesin Faty Sy Savanet. Spätestens seit letztem Jahr zählen sie als das nächste, große Ding in Afropunk-Kreisen und representen mit Lyrics auf Lingala und Sounds zwischen Garage und Dancefloor die afrikanische Diaspora in Frankreich. Der Titel der neuen Single "M'Benga Bila" bedeutet so viel wie: "Ich rufe die Polizei", und beschreibt quasi den Höhepunkt einer zwischenmenschlichen Auseinandersetzung. Im Video dazu nimmt Faty uns mit ins Arbeiter- und Einwanderungsviertel Goutte d'Or und zeigt uns, wie divers und bunt der Pariser Norden ist.

slowthai feat. Skepta - Inglorious

slowthai hat "Nothing Good About Britain" zu berichten - Brexit, Korruption, dazu kommen mit Drogen wie Xanax die üblichen Probleme der Generation Soundcloud und neben dem UK geht auch der Rest der Welt vor die Hunde. Alles in allem also eher düstere Aussichten, die slowthai auf seinem langersehnten Album abhandelt. Dementsprechend siedelt sich auch der gemeinsame Track mit Grime-Koryphäe Skepta irgendwo zwischen eigenem Genie und politischer Kritik an. "Inglorious" ist dabei eine Referenz an Tarantinos Nazi-Movie "Inglorious Basterds" - nur dass in diesem Fall nicht Brad Pitt und Co. die Nazis zur Rechenschaft ziehen, sondern slowthai und Skepta die britische Regierung.

GoldLink feat. Bibi Bourelly & Maleek Berry - Zulu Screams

Nach seiner Grammy-Nominierung für "Crew" erstrahlt GoldLink in seinem neuesten Video als Hologramm und feiert mit der Entourage eine wilde Warehouse-Party. Dabei wagt er sich auch soundmäßig in andere Sphären: "Zulu Screams" ist eine Hommage an Afrika - mit Highlife-Gitarre, Drums und heftigen Afrobeats-Vibes. "Four To The Floor" mit Rapparts gewohnt on point und einer catchy Hook vom britisch-nigerianischen Sänger Maleek Berry und der deutsch-amerikanischen Sängerin Bibi Bourelly, die schon mit und für Rihanna und Kanye West gearbeitet hat. Damit ist dann nicht nur der nächste Sommerhit, sondern vielleicht auch die nächste Grammy-Nominierung gesichert.

A-WA - Hana Mash Hu Al Yaman

Mit "Habib Galbi" haben A-WA schon vor drei Jahren weltweit mehrere Millionen Klicks eingefahren. Zwischen HipHop-Beats, Elektro-Pop und jemenitischen Melodien, bunten, schrillen Looks und traditionellen Gewändern erschaffen die drei Schwestern den Sound des modernen Jemen. Sie selbst leben in Israel, wo ihre Urgroßeltern als jemenitische Juden angesiedelt wurden, besinnen sich in ihrer Musik auf ihre Wurzeln zurück. Mit "Hana Mash Hu Al Yaman" haben Tair, Liron und Tagel jetzt einen Track rausgebracht, der sich auch dem Thema Heimat widmet: "Wir sind hier nicht im Jemen", wie der Song übersetzt heißt, handelt vom Alltag als jemenitische Minderheit in Israel und wurde aus der Sicht der Generation der Urgroßmütter geschrieben.

Dellafuente feat. C. Tangana & Alizzz - París

Beim derzeitgen Hype um Reggaeton will auch Dellafuente mitmischen - seines Zeichens aufstrebender Star im spanischsprachigen Musikbiz. Allerdings klingt das bei dem Sänger aus Granada ein bisschen softer, wenn auch nicht minder tanzbar von Alizzz aus Barcelona produziert: "Romantiqueo" oder auch romantischer Reggaeton, der im Falle von "París" so manches romantisches Klischee aufarbeitet. Dellafuente und sein Rap-Buddy C. Tangana verbringen ein Wochenende mit den Liebsten in der Stadt der Liebe - Frühstück im Bett und Sektchen am Pool inklusive - und das alles unterlegt mit einem kräftigen Rosa-Rote-Brille-Schleier. Ein bisschen trashig, aber auch sympathisch selbstironisch.

Stand: 25.05.2019, 19:00