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Phil Anselmo, Sänger der Band Pantera

Global Pop News 24.01.2023

Rock am Ring: Pantera fliegt aus dem Programm

Stand: 24.01.2023, 10:06 Uhr

Pantera fliegt aus Line-Up bei Rock am Ring und Rock im Park | Spotify kündigt Entlassungen an | Ärger um Polizei-Video nach Drake-Konzert in New York | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Kai Brands

Pantera fliegt aus Line-Up bei Rock am Ring und Rock im Park

Die Verantwortlichen der großen Musikfestivals Rock am Ring und Rock im Park haben nach großer Kritik die Auftritte der umstrittenen Metal-Band Pantera abgesagt. Auf den offiziellen Social Media-Kanälen heißt es unter anderem: "In den letzten Wochen haben wir viele intensive Gespräche mit Künstler*innen, unseren Partner*innen und euch, den Festivalfans, geführt, uns mit der Kritik weiter gemeinsam auseinandergesetzt und uns dazu entschlossen, die Band aus dem Programm zu nehmen."

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Hintergrund ist, dass der Sänger der Band Phil Anselmo in der Vergangenheit mit rechtsradikalem Verhalten aufgefallen war. Bei einem Konzert 2016 hatte er auf der Bühne den Hitlergruß gezeigt und eine rassistische Parole ins Publikum gebrüllt. Dafür war er heftig kritisiert worden und hatte kurz darauf per Video um Entschuldigung gebeten.

In einem Statement der Rock am Ring-Verantwortlichen vor zwei Wochen hieß es unter anderem, dass ihnen mehrfach glaubwürdig versichert worden sei, dass er sein Verhalten aufrichtig und tief bereue. Die Kritik an den geplanten Auftritten der Band war jedenfalls groß.

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Autorin und Aktivistin Jasmina Kuhnke und Rapper Chefkat zum Beispiel hatten den geplanten Auftritt kritisiert und die Diskussion darüber mit ins Rollen gebracht. Kuhnke schreibt bei Twitter: "Respekt an Rock am Ring für diese Entscheidung!" Chefket schreibt bei Instagram unter anderem: "Respekt an alle die laut gewesen und in Diskussionen getreten sind sowie klar Stellung bezogen haben. Hier ist der Beweis, was das bewirken kann."

Spotify kündigt Entlassungen an

Der Musik-Streaming-Markftührer Spotify aus Schweden hat angekündigt, Angestellte zu entlassen. Spotify-Chef Daniel Ek hat die Stellen-Kürzungen in einer Nachricht an die Angestellten mitgeteilt. Sechs Prozent der Angestellten sollen demnach entlassen werden. Das sind laut Medienberichten rund 600 Menschen.

Die Betriebskosten sollen laut der Mitteilung im letzten Jahr doppelt so hoch gewesen sein wie das Umsatzwachstum. Weiter heißt es, dass das auf Dauer nicht zu stemmen sei, selbst nicht in einem normalen Wirtschaftsumfeld und umso weniger in der aktuellen Wirtschaftslage. Auch andere Tech-Unternehmenwie Meta oder Microsoft haben in letzter Zeit Kündigungen bekanntgegeben t.

Nun passiert das auch bei Spotify. Dabei sollen gerade in den letzten Pandemie-Jahren die Abo-Zahlen weiter gestiegen sein - Abos und Werbung sind die Haupteinnahmequellen von Spotify. Das Unternehmen hat daraufhin mehr Leute eingestellt.

"Rückblickend war ich zu ambitioniert bei Investitionen, die unser Umsatzwachstum überholten", schreibt Ek. Spotify steckt große Summen in den Ausbau des Podcast-Geschäfts. Im Frühjahr letztes Jahr ist auch die Werbepartnerschaft mit dem großen Fußballclub FC Barcelona bekanntgegeben worden. Kostenpunkt für Spotify laut Medienberichten: rund 65 Millionen Euro pro Jahr.

Ek schreibt, er nehme die Verantwortung für die Schritte, die sie hierher gebracht haben, also auch für die Entlassungen. Was die aktuelle Entwicklung für Nutzer*innen bedeutet, bleibt abzuwarten. Noch ist der Abo-Preis gleich. Aber auch die Konkurrenz um Apple und zuletzt auch Amazon haben die Preise erhöht. Es wird erwartet, dass das auch bei Spotify demnächst er Fall sein wird.

Ärger um Polizei-Video nach Drake-Konzert in New York

In den USA hat ein Video im Rahmen eines Konzert des kanadischen Sängers und Rappers Drake für Diskussion gesorgt. Dabei geht es aber nicht Video vom Auftritt selbst, sondern um ein Video der Polizei. Ein Polizeibeamter hatte Menschen gefilmt, die nach der Show am Wochenende das Apollo Theater im New Yorker Stadtteil Harlem verlassen, in dem Drake aufgetreten ist. Der New York Times-Musikjournalist Jon Caramanica war beim Konzert und hatte wiederum den Polizisten beim Filmen aufgenommen. Das entsprechende Video hatte er bei Twitter hochgeladen und dazu geschrieben, dass die New Yorker Polizei jede Person nach der Drake-Show filmen würde. Der Hintergrund war unklar und im Netz gab es viel Aufregung wegen des Vorgehens.

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Die Polizei hat das mittlerweile versucht aufzuklären. In einem Statement des NYPD heißt es, dass der Beamte, der in dem Video zu sehen sei, fürs Social Media-Team der Polizeiwache vor Ort im Stadtteil Harlem im Einsatz gewesen sein soll. Das Video, das er gedreht hätte, sei demnach für nichts anderes vorgesehen als einen Clip für Twitter. Darin sollen lokale Events im Stadtteil hervorgehoben werden. New Yorks Bürgermeister hat die Aktion verteidigt und beschreibt es als eine kreative Art, mit der Bürger*innenschaft zu interagieren, schreibt das US-Magazin Rolling Stone.

Dennoch gibt es weiterhin Kritik. Die Datenschutz-Organisation Surveillance Technology Oversight Project aus New York fordert die Polizei auf, das Video zu löschen. Laut ihr sei das Verhalten sogar ein Beispiel für einen rassistischem Gebrauch von Überwachungstechnologie. Die Polizei in New York habe gerade Rap-Konzerte schon lange im Visier. Und hier könnte Gesichtserkennung angewandt worden sein. Das ist gerade in New York ein großes Thema. Denn die Besitzerfirma von unter anderem den zwei New Yorker Event-Hallen Radio City Music Hall Madison Square Garden in der Kritik. Mit einer Software sollen unerwünschte Besuchende erkannt und ihnen der Eintritt verwehrt werden. Gerade unliebsamen Anwälten soll das passiert worden sein.