Verbrannte Kopftücher und abgeschnittene Haare - Blutige Proteste im Iran nach dem Tod von Mahsa Amini

Global Pop News 04.10.2022

#IranRevolution - Solidarität mit Protestierenden

Stand: 04.10.2022, 10:58 Uhr

Global Pop Artists solidarisieren sich mit den Protesten junger Studierender, Schüler und Schülerinnen im Iran | Russischer Rapper wählt Freitod über Einzug in die russische Armee | Kanye West provoziert mit "White Lives Matter"-Shirts | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Anne Lorenz

Im Iran reißen die Proteste junger Studierender, Schüler und Schülerinnen gegen das Regime nicht ab. Und auch immer mehr Artists aus dem Global Pop reagieren. Zum Beispiel die iranische Bluesrock-Band Kiosk. Die Bandmitglieder sind mittlerweile in Kanada und den USA verstreut. Sänger und Gitarrist Arash Sobhani lebt in Kalifornien in der Bay Area und macht von dort aus auf die Proteste im Iran aufmerksam.

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Über seine Socialmedia-Kanäle teilt er Artikel und wichtige Informationen. Er war selbst am Samstag im Silicon Valley auf einer Demo, davon gibt es auf seiner Insta-Seite Fotos und Videos. Vor ein paar Stunden hat er auf Twitter noch eines der Videos gerepostet, die am Wochenende wieder durchs Netz gegangen sind. Junge Iranerinnen die in ihrer Schule ihr Kopftuch abnehmen und "Tod dem Diktator" rufen. Dazu schreibt Arash Sobhani: "Diese mutigen, widerständigen Schülerinnen sind die Zukunft Irans. Sei ihre Stimme, lass sie nicht im Stich!"

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Von diesen Videos gab es am Wochenende einige, viele davon auf unscharf gestellt, damit man die Gesichter der Protestierenden nicht erkennt. In einem Video stehen die Schülerinnen mit dem Rücken zur Kamera. Mit offenem Haar sprechen sie den Songtext von Shervin Hajipour mit. Für diesen Song wurde der Sänger festgenommen, weil er darin über die Sehnsucht nach Freiheit vom islamischen Regime singt.

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Auch die iranisch-aserbaidschanische Sängerin Googoosh hat sich am Wochenende Solidaritäts-Protesten angeschlossen. Sie ist auf einer Demo in Los Angeles mitgelaufen – hat bei der Kundgebung danach sogar eine Rede gehalten. Auch sie fordert die Welt auf nicht weg zu schauen.

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Bundesaußenministerin Baerbock zollt den Studierenden im Iran in einem Tweet Respekt, sie sagt: "Der Mut der Iraner*innen ist unglaublich. Und die rohe Gewalt des Regimes Ausdruck der puren Angst vor der Kraft von Bildung und Freiheit."

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Suizid, um Krieg zu entgehen

In Russland hat ein junger Rapper offenbar gerade Selbstmord begangen, um nicht gegen die Ukraine in den Krieg ziehen zu müssen. Ivan Petunin - oder auch Walkie wie er sich als Rapper nennt - war gerade mal 27 Jahre alt. Über Telegram hat er zuvor noch ein Abschiedsvideo an seine Fans geteilt, das wurde mittlerweile auch auf Youtube hochgeladen. Im zweiminütigen Clip erklärt Walkie seine Entscheidung zum Freitod als "letzten Protest gegen den Kreml-Führer". Walkie sagt: "Ich kann die Sünde zu morden nicht auf mich nehmen, und ich will es auch nicht. Ich bin nicht darauf vorbereitet für die Ideale von irgendwem zu töten. Ich kann niemandem umbringen – ob im Krieg oder sonstwo."

Er nennt Putin einen "Wahnsinnigen", der jungen Russen nur die Wahl zwischen Gefängnis oder der Armee lassen würde – oder eben der Entscheidung, die Walkie für sich getroffen habe. Er entschuldigt sich auch noch bei seiner Familie und seinen Freunden, doch manchmal müsse man für seine Überzeugungen sterben.

Die Polizei in Krasnodar hat den Tod von Ivan Petunin laut Bericht bestätigt. Allerdings ohne Einzelheiten bekannt zu geben. Rapper Walkie ist nicht der einzige Russe, der sich der Einberufung in die russische Armee und dem Krieg in der Ukraine entziehen wollte. Seit Putin die angekündigt hat, strömen vor allem junge Russen zu Tausenden über die Grenzen in die Nachbarländer.

Kanye zeigt Nähe zur Rechtskonservativen

In Paris hat Kanye West gerade seine neue Kollektion vorgestellt. Bei seiner Modenschau hat der Rapper, Produzent, Designer und Unternehmer gestern mal wieder mit fragwürdigen Aktionen provoziert. Während der Präsentation seiner neuen YZY Season 9 Kollektion bei der Givenchy Frühling-Sommer Fashion Show in Paris trug er ein Longsleeve mit der Aufschrift "White Lives Matter". Könnte man als Satiere lesen, allerdings war das nicht seine einzige Aktion gestern Abend.

Kanye West hatte sich auch noch händchenhaltend mit Candace Owens gezeigt, eine afroamerikanische rechtskonservative Aktivistin, Polit-Kommentatorin und eine der bekanntesten Kritikerinnen der "Black Lives Matter" Bewegung. Schon 2018 hat Kanye in einem Tweet verkündet, er würde die Ansichten von Candace Owens teilen. Bei ihrem gemeinsamen Auftritt trugen beide das besagte "White Lives Matter" Shirt.

Das erinnert ein bisschen an die Zeit, in der Kanye sich als Trump-Supporter geoutet hat und immer wieder auch gerne seine berühmt berüchtigte rote "Make America Great Again"-Kappe getragen hat. Bisher gibt es von Kanye kein öffentiches Statement zu seiner Aktion. Auf der Vorderseite der Longsleeves, die auch einige Models auf dem Laufsteg getragen haben, ist übrigens der polnische  Papst Johannes Paul II gedruckt mit dem lateinischen Slogan "Wir werden Deinem Beispiel folgen".