Coolio, der Sänger von "Gangsta's Paradis", verstorben

Global Pop News 29.09.2022

Coolio ist verstorben

Stand: 29.09.2022, 12:08 Uhr

Der Rapper starb mit 59 Jahren | China will Livestreams verzögern | Neuer Track und Albumankündigung von Acid Arab | Stormzy wünscht sich mehr gelebte Vielfalt in der Musikindustrie | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Marc Mühlenbrock & Kai Brands

Coolio ist verstorben

Heute Morgen kam die traurige News: US-Rap-Star Coolio ist verstorben. Sein langjähriger Manager und Freund Jarez Posey teilte mit, dass der Rapper gestern zusammengebrochen sei im Hause eines Freundes in seiner Heimatstadt L.A.. und dann nicht mehr aufgewacht sei. Angaben zur Todesursache wurden nicht gemacht. Coolio – mit echtem Namen Artis Leon Ivey jr. – wurde 59 Jahre alt. Im Netz gibt es schon die ersten Beileidsbekundungen. Rap-Kollege Ice Cube schreibt, wie traurig ihn das macht. The Roots Drummer Questlove wünscht Coolio eine friedliche Reise. Und auch Schauspielerin Michelle Pfeiffer hat sich in einem längeren, sehr ergreifenden Post gemeldet. Sie hat in dem Film mitgespielt, zu dem Coolios großer Hit "Gangsta’s Paradise" der Soundtrack war. Sie schreibt, ihr Herz sei gebrochen, sie habe Coolio als nichts als warmherzigen Menschen kennengelernt. Und "Gangsta’s Paradise" gebe ihr auch heute noch Gänsehaut.

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Der Song basiert auf dem Stevie Wonder Hit "Pasttime Paradise" aus dem Jahr 1976 und wurde in Coolios Version zur erfolgreichsten Single des Jahres 1995 weltweit. Ein Jahr später gab es den Grammy und im Juli dieses Jahres hat er die 1 Milliarde Klick-Marke bei Spotify geknackt. Coolio hatte sich damals in einem emotionalen Post bei seinen Fans bedankt und geschrieben: "Ich hoffe, er hat Euch in guten Zeiten begleitet und durch schlechte gebracht."

Zum Hip Hop kam Coolio eher auf Umwegen. 1963 in der Nähe von Pittsburgh geboren, zog er später nach Compton in Kalifornien – Problemviertel und Hip-Hop-Hochburg zugleich. Coolio hat dort zunächst als freiwilliger Feuerwehrmann und Flughafensicherheitskraft gearbeitet. Ende der 80er hat er sich dem Rappen verschrieben, sein erstes Album kam dann wiederum erst 1994, mit dem Hit "Fantastic Voyage", ein perfektes Beispiel für G-Funk, ein Genre, das Rap vermischt mit alten Funk Samples. In den letzten Jahren war Coolio als Reality TV Star unterwegs und hatte seine eigene Online-Kochshow.

China will Livestreams verzögern

Livestreams von Konzerten sollen in China bald komplett auf allen Plattformen verzögert ausgestrahlt werden. Aus einem Livestream würde so ein Pre-Recording, die Abspielung einer Aufnahme. Dabei handelt es sich aller Voraussicht nach nur um einer Verzögerung von wenigen Sekunden. Die gibt allerdings chinesischen Behörden die Möglichkeit, „problematischen Inhalt“ zu löschen oder auszublenden. Livestreams von Konzerten wie den Backstreet Boys oder Andy Lau, Pop-Star aus Hongkong, sind mega-erfolgreich in China, bis zu einer halben Milliarden Menschen schalten sich ein.

Auch in anderen Ländern werden Pre-Recordings angewandt. Als Nachspiel auf das berühmte berüchtigte Nipplegate in der Superbowl Halftime Show 2004, als Justin Timberlake als Teil der Performance an Janet Jacksons Outfit zog und ihre Brustwarze entblößte, werden in den USA Sportveranstaltungen dieser Größenordnung mit fünf Sekunden Verzögerung ausgestrahlt. In China nimmt die staatliche Kontrolle allerdings ganz andere Dimensionen an. Die „Great Firewall“ blockt seit einigen Jahren Online Content von ausländischen Plattformen und sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder selbst Google ab. Mehr noch: Im Herkunftsland von TikTok ist der Social Media Dienst verboten. Zum 1.Januar 2022 wurde das Gesetz nochmal verstärkt, im Juni wurde eine Protokoll veröffentlicht, in dem 31 Fehlverhalten während live gestreamter Konzerte aufgelistet sind. Parallel wird seitdem ein Spezialisten-Team ausgebildet, das Livestreams überwachen soll. 

Neuer Track und Albumankündigung von Acid Arab, Elektroband aus Frankreich

Derbe Beats und schillernde Retro-Synthesizer – das ist der Sound von Acid Arab. Dazu haben sie sich auf "Halil Guelil", so heißt der neue Track, einen Gastsänger geholt. Cheb Halim kommt aus Algerien und ist dort für seine romantischen Liebeslieder bekannt. Sein gefühlvoller Gesang erzeugt gemischt mit dem spannungsgeladenen Instrumental einen interessanten Gegensatz.

Parallel haben Acid Arab noch gleich ein ganzes Album angekündigt. Das wird einfach nur "Thalátha", arabisch für "Drei" heißen und soll Anfang nächsten Jahres kommen. Nach dem eher Bandsound-orientierten zweiten Album soll dies nun wieder eines für die Clubs sein. Acid Arab haben sich dafür ganz viele Gastsänger in ihr Pariser Studio eingeladen, aus verschiedenen Regionen der arabischen Welt, um möglichst unterschiedliche arabische Dialekte auf dem Album zu haben. Mit dem neuen Song und dem Album machen Acid Arab sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk, sie haben vor zehn Jahren zunächst als Duo angefangen, heute sind sie ein Quintett.

AIM Awards in UK: Stormzy wünscht sich mehr gelebte Vielfalt in der Musikindustrie

UK-Rapper Stormzy, ist am Mittwochabend bei den AIM Awards (Association of Independent Music) als "Diversity Champion" ausgezeichnet worden. Im Rahmen des Events hatte er noch eine Botschaft an die Anwesenden. Per Video-Botschaft hat er zum Publikum gesprochen, in dem viele Menschen aus der Musikindustrie saßen. "Ich ermutige heute alle in dem Raum Vielfalt nicht nur als Schlagwort zu nutzen, sondern sie - egal in welcher Position oder  Rolle ihr seid – als vorantreibenden Faktor zu sehen und es nicht nur als eine Art Quote zu sehen oder nur ein Häkchen dran zu setzen, sondern wirklich den Wert darin zu erkennen divers zu sein", sagte Stormzy.

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Für sein gesellschaftliches Engagement ist der Rapper bekannt - mit seiner Stiftung unterstützt er mit mehreren Millionen Pfund Organisationen, die sich gegen Rassismus und für Black Empowerment einsetzen. Jedes Jahr vergibt er auch mehrere Stipendien an junge Schwarze Studierende im UK. Eine weitere Auszeichnung an dem Abend gab es auch für Grime-Kollegen und -Pionier Lethal Bizzle. Er ist für seinen besonderen Beitrag zur Musik („Outstanding Contribution to Music“) ausgezeichnet worden. Lethal Bizzle gilt ja seit den Nullerjahren als einer der Wegbereiter des energiegeladenen UK-HipHop-Stils Grime. Diese und weitere Auszeichnungen sind außerhalb der regulären Kategorien vergeben worden. In der Kategorie "Best [difficult] second Album" ist zum Beispiel die Indie-Musikerin Nilüfer Yanya für ihr Album "PAINLESS" ausgezeichnet worden. Das zweite Album gilt als schwierig, weil die Erwartungen nach einem gefeierten Debüt oft groß sind. In der Kategorie "One to watch" hat die Produzentin und Sängerin Nia Archives gewonnen. Der Preis für das "Best Independent Album" ging an Musikerin Cleo Sol, die im vergangenen Jahr ihr Album "Mother" veröffentlicht hat.