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Kraftclub bei einem Geheimkonzert auf der Reeperbahn im Rahmen des Reeperbahn Festivals 2022

Global Pop News 26.09.2022

Erwartungen ans Reeperbahnfestival übertroffen

Stand: 26.09.2022, 11:07 Uhr

Europas größtes Club-Festival zog Musik-Fans und Musik-Business zu Hamburgs Partymeile | Rihanna wird Super Bowl Halftime Show spielen | Rest in Peace Pharoah Sanders | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Marc Mühlenbrock

Erwartungen ans Reeperbahnfestival übertroffen

Am Wochenende ist die ganze Musikwelt für das Reeperbahnfestival nach Hamburg gewandert. Europas größtes Club-Festival zog Musik-Fans und Musik-Business zu Hamburgs Partymeile für Konferenzen, Workshops und natürlich die rund 500 Shows mit vorrangig interessanten Newcomern und etablierten Artists wie der ukrainischen Rapperin Alyona Alyona, dem britischen Dance-Duo Jungle oder Landsmann Loyle Carner.

Ein Highlight stellen jedes Jahr die Anchor Awards dar, der Musikpreis des Festivals. Die gingen dieses Jahr unter anderem an das britische Indie-Trio Cassia und an COSMO! Der Music Journalism Award ging an COSMO- und Funk-Autorin Azadê Peşmen für ihren Podcast "Deso - Der Rapper der zum IS ging".

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Insgesamt waren 41.000 Besucher an vier Tagen vor Ort - das hat die Erwartungen von Festivalmacher Detlef Schwarte übertroffen - auch wenn noch nicht alles so wie vor Corona ist. Er sagte uns: "Wir sind noch nicht da, wo wir 2019 waren. Das ist aber nichts Besonderes. Da ist die Branche insgesamt noch nicht. Wir wissen, dass überall 20, 30, vielleicht auch mal ein paar mehr Prozent fehlen."

Schwarte und sein Team setzen dabei auf zwei wichtige Aspekte: Zum einen die  Nachhaltigkeit, man ist sich bewusst, was für eine Umwelt-Belastung ein Festival ist und hat sich zu einer umweltschonenden Umsetzung verpflichtet. Und Geschlechtergerechtigkeit, das Projekt "Keychange" kam ursprünglich vom Reeperbahnfestival, dort wird drauf geachtet, dass gleich viele männliche wie weibliche Acts spielen und auch nicht-binäre Acts fördert.

Rihanna wird Super Bowl Halftime Show spielen

Das wurde jetzt bekannt gegeben. Am 12. Februar wird Rihanna bei der Halftime Show des 57. Super Bowls in Glendale im US Bundesstaat Arizona auftreten.

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Der Superbowl ist selbst für einen Superstar wie Rihanna big. Jeder dritte Amerikaner schaltet ein, die Show wird übertragen in 130 Länder zu insgesamt einer halben Milliarde Zuschauer. Rihanna reiht sich damit in eine lange Liste von Megastars ein, die dort aufgetreten sind: Michael Jackson, U2 oder die Rolling Stones.

Andersherum ist Rihanna einer der größten Stars des Planeten, die sich noch dazu in den letzten Jahren rar gemacht hat. Sie hat gute Chancen, den All-Time-TV-Zuschauerrekord von Katy Perry aus dem Jahr 2015 zu brechen. In den letzten Jahren sind da Maroon 5, The Weeknd oder Dr Dre auch nicht ansatzweise drangekommen.

Rihanna bei der Halftime-Show – damit war nicht unbedingt zu rechnen. Zumal galt vorher noch Taylor Swift als Favoritin. Dann ist Rihanna seit Jahren von der musikalischen Bühne verschwunden, hat 2016 zuletzt ein Album veröffentlicht und sich danach mehr ihren Kosmetik- und Modemarken gewidmet - und ihrem privaten Familienglück, sie bekam im Mai ihr erstes Kind mit A$AP Rocky. 2019 hatte die Musikerin aus Barbados schon mal abgelehnt, beim Superbowl aufzutreten – aus Solidarität zu Quarterback Colin Kaepernick, der bei der Hymne vor Football-Spielen auf die Knie gegangen ist und dann vom Football-Verband NFL und US-Präsident Donald Trump diskreditiert wurde.

Rest in Peace Pharoah Sanders

Traurige Nachricht für alle Jazz-Fans, Pharoah Sanders verstarb am Samstag (24.09.22) im Kreise seiner Liebsten in L.A., er wurde 81 Jahre alt. Der Creator hatte einen Masterplan für ihn, wie daraufhin viele Fans auf den Plattformen posteten, in Anlehnung an Pharoah Sanders bekanntesten Song "The Creator Has a Masterplan" aus dem Jahr 1969. Darunter waren: Alte Weggefährten wie das Sun Ra Arkestra, Musikexperte Gilles Peterson oder junge Nachfahren seiner Musik, wie badbadnotgood oder der Elektronik-Produzent Floating Points. Mit ihm hatte Sanders erst vergangenes Jahr noch sein letztes von über 30 Alben herausgebracht, das erste unter seinem Namen nach 20 Jahren Pause.

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Pharoah Sanders war bis ins hohe Alter noch aktiv – und er hat schon früh den Jazz geprägt. Als Weggefährte erst von Sun Ra, der ihn mit Anfang 20 völlig mittellos auf den Straßen von New York aufgelesen hat und unter seine Fittiche nahm und dann von John Coltrane, Mitte der 60er Jahre spielten beide Tenorsaxophon in Coltranes Band und erfanden einen revolutionären neuen Ansatz, der als Grundlage für das gilt, was dann Free Jazz wurde. Nach dem frühen Tod von Coltrane hat Sanders mit dessen Witwe Alice weitergearbeitet, bezog Einflüsse aus dem Islam und traditioneller Musik Afrikas mit ein und wurde so Wegbereiter des spirituellen Ethno Jazz. In Pharoah Sanders Musik ging es oft um Hoffnung und Erlösung, auch in schwierigen Zeiten, während der Bürgerrechtsbewegung der 60er bis zur Black Lives Matter Bewegung.

Mehr als 2 Milliarden Euro Hilfsgelder bei Global Citizen Festival angekündigt

Im Rahmen des Global Citizen Festivals sind viele Global Pop Stars für den guten Zweck aufgetreten. Die Organisation möchte mit dem jährlich stattfindenden Event auf weltweite Probleme aufmerksam machen. Auf den beiden Bühnen in New York City in den USA und in Accra in Ghana standen unter anderem Artists wie Stonebwoy, Stormzy oder Rosalia. Mehrere zehntausend Besucher:innen waren laut Medienberichten insgesamt vor Ort.

Staaten und Unternehmen sollen bei dem Event zum Handeln und Spenden aufgerufen werden. Dabei ging es in diesem Jahr vor allem um die Bekämpfung von extremer Armut. Mehr als 830 Millionen Euro sollen für diesen Zweck zusammengekommen sein, schreibt die Organisation nach dem Event. Mehr als die Hälfte davon soll demnach an Initiativen auf dem afrikanischen Kontinent gehen, heißt es. Insgesamt ist von mehr als 2,4 Milliarden Euro Hilfsgeldern die Rede. Politikerinnen und Politiker, Stiftungen und Unternehmen haben die Spendengelder angekündigt.

Zusätzlich ging es um Hilfsgelder zum Bekämpfen von Krankheiten, den Klimawandel und Geschlechtergerechtigkeit. Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war ebenso Thema wie die aktuelle Lage im Iran nach dem Tod von Mahsa Amini. Darauf hat bei dem Event die im Iran geborene Anuscheh Amir-Khalili aus Deutschland aufmerksam gemacht, die sich für geflüchtete Frauen einsetzt und vor einigen Monaten von Global Citizen für ihr Engagement ausgezeichnet worden ist. Sie sagte auf der Bühne: "Sie ist letzte Woche nach der Verhaftung durch die Sittenpolizei gestorben, die den iranischen Staat repräsentiert. Wir müssen laut sein für unterdrückte Frauen. Ich stehe für sie hier." Auch Staatschefs wie US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron oder Minister:innen wie zum Beispiel Svenja Schulze meldeten sich zu Wort.