Juju

Global Pop News 23.09.2022

Juju ist sauer über Ghostwriting-Vorwürfe

Stand: 23.09.2022, 12:36 Uhr

Toto La Momposina verabschiedet sich von der Bühne | Stormzy kommt zurück mit Elf-Minuten-Video | Unsere News aus der Welt des Global Pop

Von Bamdad Esmaili

Juju ist sauer über Ghostwriting-Vorwürfe

Juju, die ehemalige SXTN Rapperin, ist wegen einer Ghostwriting-Debatte sauer. Juju hat sich mit einem wütendem Insta-Live gegen sexistische Kommentare gemeldet. Es geht um die Frage, die sich viele Musikerinnen immer wieder stellen lassen müssen: "Schreibst du deine Texte selbst?" Genau die stellte Rapperkollege Animus in einer Story. Juju hat dazu Stellung bezogen, ihr wurde aber nicht geglaubt und sie wurde für ihr Statement sogar angefeindet. Jetzt ist ihr der Kragen geplatzt.

Juju sagt: "Einen Mann würdet ihr sowas nie fragen! Ihr würdet niemals einen Gzuz fragen: Schreibst du deine Texte eigentlich selber, wer schreibt eigentlich deine Texte? Und ihr würdet auch niemals unter den Kommentaren darüber diskutieren. Ich sage, ich mache es und die Leute sagen trotzdem nein, sie macht es nicht. Man soll einer Frau einfach glauben, wenn sie es sagt. Und natürlich bin ich stolz darauf und ich habe ein Recht darauf stolz zu sein, weil das ist einfach das, womit ich mich hochgearbeitet habe. Mir ist es wichtig, dass die Leute mit mir fühlen und mir zuhören. Weil das hatte ich früher nicht. Das hat niemanden interessiert, vor allem Männer. Deswegen mache ich Musik und schreibe Texte. Ob ihr die gut findet oder nicht, ist mir scheiß egal, aber ich bin trotzdem stolz."

Für ihren Post bekommt sie Zuspruch von vielen Musiker:innen. Auch Rapper Animus, der diese Debatte entfacht hatte, hat sich in zwei Insta-Stories hinter Juju gestellt. Die Story ist mittlerweile abgelaufen. Er hat ihr Probs gegeben für jede einzelne Zeile, die sie je gerappt und geschrieben hat und sagt: "In was für einer Zeit leben wir eigentlich, dass eine Frau darauf nicht stolz sein kann?!"

Toto La Momposina verabschiedet sich von der Bühne

Es ist Zeit, Abschied zu nehmen von einer großen Global-Pop-Künstlerin: Toto La Momposina, die kolumbianische Musiklegende, verabschiedet sich mit 82 Jahren von der Bühne. Toto La Momposina wird als afrokolumbianische Königin des Bullerengue bezeichnet, einem karibischen Rhythmus geprägt von Call-and-Response-Gesängen. Sie ist dreifache Latin Grammy Gewinnerin. Ihr Song "La Curura" wurde zum Beispiel von US-Megaproduzent Timbaland für den weltweiten Hit "Indian Flute" gesampled. Während der Pandemie hatte sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, weil sie mit ihren weltweiten Touren quasi ihr ganzes Dorf, ihre ganze Community in Kolumbien unterstützt hat – was dann plötzlich wegfiel.

Toto La Momposina hinterlässt ein großes Erbe in der traditionellen, kolumbianischen Musik. Seit ihrer Kindheit ist sie in die Welt der Maracas, Trommeln, Flöten und anderen Instrumenten eingetaucht. Mehr als sechs Jahrzehnte lang stand sie auf der Bühne und gab Konzerte. Auch bei uns war sie auf der Summerstage zu Gast. Ihr Rücktritt ist krankheitsbedingt. Die Familie der Kultsängerin hat in einer offiziellen Erklärung gesagt: "Toto weist seit einiger Zeit neurokognitive Schwierigkeiten auf, die sie daran hindern, weiterhin auf der Bühne aufzutreten. Zu diesem Zeitpunkt stellen wir sicher, dass sie die Pflege erhält, die sie benötigt, und eine Lebensqualität genießen kann, die ihre Freude und Verbindung zu Musik und Tanz aufrechterhält."

Stormzy kommt zurück mit Elf-Minuten-Video

Nach einer langen Pause ist der britische Grime-Star Stormzy zurück, mit diesem Song: "Mel Made Me Do It". Das Video dazu ist fast elf Minuten lang. Mal rappt Stormzy im Kinosaal, mal vor einem Luxusauto oder mal in einer Talkshow. Damit beendet er seine dreijährige Release-Pause. Stormzy war der erste Schwarze Musiker, der als Headliner auf dem legendären Glastunbury-Festival gespielt hat. Er hat Stipendien für Schwarze Studierende an der Uni Cambridge gestiftet und bereits mehrere Brit- und MOBO-Awards gewonnen.

Im Video zu diesem Song hat viele Überraschungsgäste: Fußballtrainer Jose Mourinho ist ein Highlight in diesem Clip. Der 59-Jährige Trainer von AS Rom hat sich aber trotz seines vollen Terminkalenders die Zeit genommen, in dem Video mitzuspielen. Mourinho steht mit Stormzy und seinen Freunden in einem Herrenhaus. Die Kamera zoomt auf die Gruppe, während der Text weitergeht: "Ihr liebt es, über die alten Tage zu reden. Ich ziehe es vor, nicht zu sprechen, als wäre ich Jose." Mourinho legt dann seinen Finger an seine Lippen wie sein legendäres  Interview, in dem er sagte: "Ich ziehe es vor, nicht zu sprechen. Wenn ich spreche, werde ich in große Schwierigkeiten geraten." Sprint-Legende Usian Bolt und die Rapper-Kollegen Dave und Little Simz sind ebenfalls in dem verrückten Video zu sehen.