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Megan Thee Stallion

Global Pop News 12.08.2022

"Traumazine" - Megan Thee Stallion mit neuem Album

Stand: 12.08.2022, 13:00 Uhr

Das Album zur Traumabewältigung | Kafvka singen über "Das Ende der Welt" | Frei.Wild bei einer Bejarano-Lesung? | JStar Remix von Fanfare Ciocărlia | Four Tet mit "Mango Feedback" | Newcomerin Malva feiert ihr Debüt | Conny mit neuem Song über mentale Gesundheit | Elektropop-Duo Sylvan Esso mit neuem Album "No Rules Sandy" | Prince Kaybee und Simi Liadi mit neuem Song "Seasons" | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Bamdad Esmaili & Anna Kravcikova

"Traumazine" - Neues Album von Megan Thee Stallion

Megan Thee Stallion-Fans bekommen heute eine legale Dosis "Traumazine" - so heißt das neue Album der US-Rapperin. Auf ihrer zweiten nach dem Debüt vor zwei Jahren hat sie achtzehn Tracks mit vielen Gästen. Mit dabei sind etwa Popstar Dua Lipa, Key Glock, Rapperin Rico Nasty. Sie schreibt auf Instagram:  "Ich bin so glücklich über das Album. Es ist für die heißen Feger.Es ist ehrlich, das bin ich, es ist real."
Die Rapperin und dreifache Grammy-Gewinnerin aus Houston, Texas ist aktuell auf den größten europäischen Festivals unterwegs, und hat parallel aus dem Album schon drei Songs rausgehauen. Jetzt freuen wir uns auf das ganze Werk. Dem Rolling Stone Magazin hat sie über das Album gesagt: "Am Anfang warst du beim twerken, jetzt weinst du vielleicht". Ein schwarz-weiß-Foto auf dem ihr Gesicht dreimal zu sehen ist: schreiend, neutral und nachdenklich. Unter den Albumtitel „Traumazine“ versteht Megan Thee Stallion nach eigenen Angaben "die Chemikalie, die im Gehirn freigesetzt wird, wenn es gezwungen ist, mit schmerzhaften Emotionen umzugehen, die durch traumatische Ereignisse und Erfahrungen verursacht werden".

Kafvka singen über "Das Ende der Welt"

Die Berliner Band Kafvka hat eine neue Single rausgebracht. In "Das Ende der Welt" bleiben sie ihrem Sound und ihrer Botschaft treu. Kafvka sind vier Musiker aus Berlin. Die haben sich vor neun Jahren zufällig in einem Startup Unternehmen kennengelernt. Ihre Musik ist ein Crossover zwischen Punk und Rap. Der Song "Das Ende der Welt" ist gesellschafts- und systemkritikisch. Es geht um die BILD Zeitung, Superreiche und den Klimawandel, es geht aber auch darum wie sich Menschen mit Konsum, Hedonismus, Selfcare, Yoga und digitalen Medien bei Laune halten. Quasi Weltuntergangsstimmung verpackt in einen Popsong. Am Sonntag kommen Kafvka nach Köln und spielen im Gebäude 9. Das ist ihre erste Clubshow seit der Coronapandemie.

Frontmann Jonas veriet, dass sich alle Bandmitglieder auf den Auftritt freuen; ihre Message sei klar: "Wir versuchen immer mit allen benachteiligten Menschen zu sein gegen alle unterdrückenden Menschen, gegen rechts natürlich. Wir versuchen, dass unsre Konzerte so Safe es geht ein Space für alle sind, die Lust haben miteinander zu feiern, ihren Schmerz weg zu tanzen. Über das ganze System, über die ganzen Probleme, mit denen wir alle unseren Alltag, unseren Umgang finden müssen". Kafvka haben sich diese Woche auch bei Instagram gegen sexuelle Gewalt insbesondere in der deutschen Hip Hop Szene eingesetzt und sie solidarisieren sich mit allen Betroffenen und den Bewegungen @deutschrapmetoo und @keinermusstaetersein

Frei.Wild bei einer Bejarano-Lesung?

Ist es eine absurde Idee, bei einer Lesung über die  jüdische Musikerin Esther Bejarano einen umstrittenen Musiker aus der rechten Ecke einzuladen?  Das ist der Plan für eine Lesung in der jüdischen Gemeinde, die am 22. September in Gelsenkirchen stattfinden soll. Es geht um das Buch "Nie schweigen" und das Vermächtnis von Esther Bejarano. Sie war eine deutsche jüdische Überlebende des Konzentrationslagers in Auschwitz. Sie hat dort im Mädchenorchster gesielt. In den letzten Jahren war sie oft mit der Kölner HipHop Band Microphone Mafia unterwegs. Bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr hat sie sich immer auf der Bühne gegen rechts eingesetzt und meinte, das darf nie wieder vorkommen.
Viele sind wütend, dass ausgerechnet Phillip Burger, Frontmann der Band Frei.Wild bei der Podiumsdiskussion dabei sein soll. Frei.Wild, eine Band aus Südtirol sind sehr umstritten, ihre nationalistischen Texte sprechen Rechtspopulisten, Neo-Nazis und Wähler der rechten Partien wie AfD oder FPÖ an. Die Netzgemeinde kocht deshalb vor Wut. Kutlu Yurtseven von Microphone Mafia schreibt bei Facebook: "Eine Lesung zu Ehren Esthers in allen Ehren, aber nicht mit diesem 'Line Up' und ohne den Anstand Esthers Familie zu fragen oder zu informieren! Unglaublich und unerträglich". Auch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-BdA hat ein Statement veröffentlich. Darin heißt es: "Es ist n Dreistigkeit kaum zu übertrumpfen. Wir fordern die Veranstalter auf, Philipp Burger schnellstens wieder auszuladen". Wir von Cosmo übrigens auch! Die Veranstalter haben sich dazu noch nicht geäußert.

JStar remixt “Escape from Baltimore” von Fanfare Ciocărlia

Fanfare Ciocarlia gelten als erfolgreichstes Roma-Ensemble aus Europa. Die legendäre Blaskapelle aus Rumänien macht dynamische Musik, die an traditionelle rumänische Folklore angelehnt ist. Alle der zwölf Mitglieder sind Roma und haben bis in die 90er Jahre nur auf Hochzeiten gespielt. Sie sind Pioniere des Balkan Brass und sie spielen Blasinstrumente, da wegen der Feldarbeit ihre Hände so beansprucht waren, dass Saiteninstrumente nicht infrage kamen.

1997 kam dann der große Durchbruch durch mehrere Festivalauftritte – unter anderem auf dem WDR Weltmusik Festival in Köln und dem Womex Festival in Marseille. Seitdem sind sie quasi nonstop auf der ganzen Welt unterwegs. Ihren Song "Escape from Baltimore" hat jetzt DJ und Produzent JStar aus London geremixt. Er ist bekannt für seine Reggae- und Hip Hop Remixe. Star-DJ Diplo zählt zu seinen Fans und nennt ihn als Inspiration für seine Arbeit bei Major Lazer. Über den Song sagt er uns: "What I thought I would do is 'Escape from Baltimore' in a bit more of a relaxed fashion. Sein Remix geht in Richtung Reggae und Dub.

Four Tet mit neuem Song "Mango Feedback"

Der britische Produzent veröffentlicht mit "Mango Feedback" einen elektronischen Track mit treibendem Beat, der ziemlich nach vorne geht – perfekt für den Dancefloor! Sehr dominant im Song ist der Loop eines gezupften Saiteninstruments. Der Beat wird im Laufe des Tracks auch mal leiser, mit sphärischen Sounds, leisen Sirenen und klingelton-artigen Geräuschen im Hintergrund. Dann setzt immer wieder das Saiteninstrument und der treibende Beat ein."Mango Feedback" ist einer von vielen Songs, die Four Tet bei Instagram vor ein paar Wochen als "Unreleased bangers" angekündigt hat.

Newcomerin Malva feiert ihr Debüt mit "Second Floor"

Heute frisch rausgekommen: Der Song "Second Floor", eine Mischung aus Singer-Songwriter, Chanson und Indie-Pop. Die 20-Jährige Musikerin hat den Song sogar schon mit fünfzehn Jahren geschrieben, als sie im Treppenhaus auf eine Freundin gewartet hat. Sie erzählt uns, worum es in dem Song geht: "Der Song handelt von dem Gefühl, sich nicht ganz zugehörig zu fühlen. Fast, als wäre man transparent in dem eigenen Ich oder als würde man wie durch Glas auf sich selbst schauen." Diesen dissoziativen Zustand habe Malva selbst erlebt – als Jugendliche, aber auch heute noch. Doch sie freut sich jetzt umso mehr, dass sie es geschafft hat, das Ganze in ein Lied zu verpacken. Malva hat den Song zusammen mit dem Multiinstrumentalisten und Produzenten Quirin Ebnet aufgenommen. Mit ihm hat sie auch in der Coronazeit ihr Debütalbum aufgenommen, welches im November rauskommt.

Conny mit neuem Song über mentale Gesundheit

„Kannst du woanders traurig sein?“ heißt der Song, in welchem Rapper Conny die Reaktion unserer Gesellschaft auf Menschen, die mit mentalen Problemen zu kämpfen haben, kritisiert. Das Verständnis für eine Depression gehe oft nur so weit, bis sich Leute genervt fühlen oder man in unserer Leistungsgesellschaft nicht mehr mithalten könne. Das Musikvideo ist in Videospiel-Ästhetik. Der Rapper aus Düsseldorf ist bekannt für seine gesellschaftskritischen Texte und besonders mentale Gesundheit ist ein großes Thema in seiner Musik, aber auch Feminismus und neue Formen der Männlichkeit. Anfang September erscheint auch sein zweites Album, "Manic Pixie Dream Boy, Vol. 2".

Elektropop-Duo Sylvan Esso mit neuem Album "No Rules Sandy"

Das neue Album "No Rules Sandy" von Sylvan Esso ist heute erschienen und so ehrlich wie nie zuvor. Das US-amerikanische Duo besteht aus Sängerin Amelia Meath und Nick Sanborn, auch bekannt unter seinem Producer-Alias "Made of Oak". Ähnlich wie der Name des Musikers Nick Sanborn klingt auch der Track "Sunburn". Er handelt davon, dass man sich manchmal selbst zerstört, indem man Dinge tut, die schön sind, aber trotzdem schaden: Süßigkeiten zum Beispiel, oder Sonnenbrand. Die Haut schwillt an und pellt sich, aber das Sonnen hat sich so gut angefühlt, und deshalb tut man es immer wieder und lernt nicht aus seinen Fehlern. Also immer schön eincremen!

Prince Kaybee und Simi Liadi mit neuem Song "Seasons"

Prince Kaybee aus Südafrika ist Star-Produzent und DJ, mit 1,6 Millionen Instagram-Followern. Mit dabei auf seinem neuen Song "Seasons" ist die Sängerin Simi Liadi aus Nigeria. Thematisch geht es um eine Beziehung, die man verpfuscht hat und retten möchte, zum Beispiel mit Aussagen wie "Ich hab mich geändert" oder "Ich will dich nicht verlieren!". Eine Metaebene gibt es in den Lyrics nicht, doch dafür ist der Track musikalisch ziemlich vielseitig. Der House-Track hat viel Power, ist aber gleichzeitig auch sehr soulig und emotional, perfekt für einen Tag an der Strandbar.