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US songwriters and producers Eddie Holland, Lamont Dozier and Brian Holland are honored with a star on the Hollywood Walk of Fame in Hollywood,

Global Pop News 10.08.2022

Motown-Songwriter Lamont Dozier gestorben

Stand: 10.08.2022, 10:00 Uhr

Er starb im Alter von 81 Jahren | Details zum neuen JID Album | Skepta äußert sich zu seiner Krankheit | Talib Kweli verklagt feministisches Magazin "Jezebel" | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Bamdad Esmaili & Anna Kravcikova

Lamont Dozier gestorben

Der legendäre Motown-Songwriter Lamont Dozier ist im Alter von 81 Jahren gestorben. "Going Back to my Roots" war einer seiner größten Hits, den er auch selber gesungen hat; meist jedoch hat er für andere Musiker Songs geschrieben. Lamont Dozier war eine Hit-Maschine. Zusammen mit den Holland-Brüdern war er Anfang der 60er zuständig für viele Erfolge des legendären Motown-Labels. Das Trio war für zwölf Nummer-Eins-Hits der US Billbordcharts verantwortlich. Lamont Dozier schrieb z.B. Songs für die Girl-Group Supremes, "Stop! In the Name of Love" oder "You Cant Hurry Love" sind zwei große Erfolge geworden. Auch Songs der Four Tops, Marvin Gaye oder den Isley Brothers stammen aus seiner Feder.

1968 verließ er das Erfolgs-Trio Holland-Dozier-Holland, Grund war ein Streit mit dem Motown Label Chef für bessere Bezahlung. Lamont Dozier gründete sein eigenes Label und startete 1973 seine Solo-Karriere als Sänger. An frühere Erfolge konnte er jedoch nicht anknüpfen. In den Achtzigern hat er u.a. mit Phil Colins zusammengearbeitet. Mit dem Song "Two Hearts" gewann er noch einen Golden Globe und einen Grammy. Gemeinsam mit den Holland-Brüdern teilt er sich einen Stern auf dem legendären Hollywood Walk of Fame. Bemerkenswert an Dozier Karriere ist, dass er nie gelernt hat Noten zu lesen. In einem Interview erzählte er: "Ich habe alles nach Gehör und Gefühl gemacht, als ich mich ans Klavier gesetzt habe. Glauben Sie mir, es war eine Menge harter Arbeit, auf dieses Klavier zu hämmern, um einen Song zu schreiben und ihn obendrein zu einem Hit zu machen."

Details zum neuen JID Album "The Forever Story"

Nach vier Jahren ist JID wieder da. Der Rapper aus Atlanta stellt die zweite Single "Dance Now" aus seinem kommenden Album vor. Zusammen mit dem Atlanta-Rapper Kenny Mason & R&B Sängerin Foushée.  Fetter Beat und eine eingängige Melodie, die gelooped wird treffen auf einem kreativen Flow der drei Artists. Dazu gibt es den passenden Videoclip, der in einer runtergekommenen  Vorstadtlandschaft in Atlanta spielt. Darin sieht man, dass Gewalt hinter jeder Ecke lauert – mit Waffengewalt, Bandenkrieg und am Ende werden sie von der Polizei verhaftet. JID hat auch mehr zu seinem kommenden Album "The Forever Story" bekanntgegeben. Das Album erscheint am 26. August. Auf dem Albumcover fängt er die unterschiedlichen Realitäten ein, mit denen Schwarze in den USA konfrontiert sind. Einige auf dem Cover tragen Gefängnisoveralls, andere starren mit erhobenen Händen in den Lauf der Waffe eines Polizeibeamten, während einige Glückliche durch Sport von der Straße entkommen sind.

Skepta äußert sich zu seiner Krankheit

Fans von Skepta, einer der besten britischen Grime-Rapper und Mercury Prize Gewinner, machen sich Sorgen um seine Gesundheit. Letzten Monat wurde der 39-jährige Musiker wegen einer mysteriösen Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert und bat die Fans um ihre Gebete, nachdem er ein Foto von seinem Bett geteilt hatte. Nun hat Skepta sich zu Wort gemeldet und bei Instagram eine Story gepostet: "Durch Songtexte oder Mundpropaganda wissen einige von euch, dass ich seit meinen frühen Zwanzigern an IBS/Magengeschwüren leide". Er schreibt weiter: "Abgesehen davon, dass ich nicht in der Lage bin, ein konstantes Gewicht zu halten, Depressionen habe, den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses habe, kontrolliert es auch meine Stimmungen, was letztendlich mein Leben gelenkt hat". Bisher scheinen
Therapien erfolglos gewesen zu sein. Skepta erklärt, dass bei einer Endoskopie "nichts gefunden wurde". Als nächstes will sich der Rapper für einen MRT-Scan anmelden. Zudem tröstet er alle, die mit Magenproblemen zu kämpfen haben: "innere Kämpfe, Stimmungsschwankungen, Verlust von Dingen usw. sind normale Symptome, aber lasst euch davon nicht euer Leben ruinieren. Bitte holt euch Hilfe".

Talib Kweli verklagt feministisches Magazin "Jezebel"

Durch das Magazin habe er unter "emotionalem Stress" gelitten, so der Rapper. Er fordert jetzt 300.000 Dollar Schadensersatz von der Autorin Ashley Reese. Sie hatte im Jahr 2020 einen Artikel über ihn verfasst mit dem Titel: „Die Belästigungskampagne von Talib Kweli zeigt, wie ungeschützt schwarze Frauen sind - online und offline“. Im Artikel ging es um seinen Cyber-Mobbing-Angriff auf die Aktivistin Maya Moody. Die 24-jährige hatte im Jahr 2020 auf den Post eines anderen Users reagiert. Er hatte eine Liste von Rappern gepostet, die mit Schwarzen Frauen verheiratet sind. Sie hat daraufhin angemerkt, dass fast alle diese Frauen helleren Hauttyps sind und eine Diskussion über Colourism angestoßen - also die unterschiedlichen Benachteiligung basierend auf dem Hautton.

Talib Kwelis Name war auch auf der Liste und er fühlte sich daraufhin persönlich angegriffen. Er warf ihr vor, dass sie Lightskin Frauen absprechen würde, Schwarz zu sein, und dass die Rapper ihre Frauen nur aufgrund ihrer Hautfarbe heiraten würden. Sie bbestritt diese Vorwürfe. Doch dabei ist es nicht geblieben. Er hetzte zwei Wochen lang gegen die Aktivistin, bis zu 12 Stunden an einem Tag. Dabei soll er sie ununterbrochen angeschrieben und beleidigt haben. Er soll auch Fotos und Kontaktdaten ihrer Eltern veröffentlicht haben und Moody erhielt Vergewaltigungs – und Morddrohungen von einigen Talib Kweli Fans. Er selbst nannte die Anschuldigungen "Nichts als Lügen".

Verschiedene Schwarze Frauen hatten daraufhin dazu aufgerufen, seinen Account wegen Belästigung zu melden. Die Attacken von Talib Kweli auf die 24jährige waren wochenlang auf Twitter zu sehen – und keiner seiner Rap-Kollegen hat sich dazu geäußert. Nur die Rapperin Noname hat in einem Tweet geschrieben: "Das Schweigen männlicher Rapper, während Talib Kweli wochenlang schwarze Frauen belästigt, ist ekelhaft." Nach zwei Wochen hatte Twitter seinen Account schließlich gesperrt, da er gegen die Richtlinien verstoßen hatte. Maya Moody hat Talib Kweli daraufhin wegen Belästigung verklagt, doch das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten Kweli.

Der Artikel im Magazin Jezebel, gegen den Kweli jetzt geklagt hat, war jedoch nicht einseitig: Die Autorin Ashley Reese stand auch im Austausch mit Talib Kweli und führte seine Sichtweise auf, denn auch er würde Morddrohungen erhalten. Umso erstaunlicher ist es, dass sie jetzt die Anzeige von ihm erhält. Ihr ging es in dem Artikel darum, das Machtgefälle in dem Fall anzusprechen: Denn Kweli hat 1 Millionen Follower und hetzt wochenlang gegen eine 24-jährige.