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Dua Lipa

Global Pop News 08.08.2022

Dua Lipa zur Ehrenbotschafterin gekürt

Stand: 08.08.2022, 12:40 Uhr

Dua Lipa wird Ehrenbotschafterin des Kosovo | Afghanische Casting-Show in Berlin gestartet | Beyoncé und Madonna ehren schwarze Sängerinnen | Millionen-Defizit beim Fusion Festival | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Bamdad Esmaili und Anna Kravcikova

Dua Lipa wird Ehrenbotschafterin des Kosovo

Am Wochenende wurde die Pop Sängerin Dua Lipa zur Ehrenbotschafterin des Kosovo ernannt. Geboren wurde Dua Lipa in London, wohin ihre Eltern -  der Vater ist Kosovo-Albaner, ihre Mutter Bosnierin - vor dem Krieg in Jugoslawien geflohen waren. Die Zeremonie zur Ernennung als Ehrenbotschafterin fand in der Hauptstadt Pristina statt. Auf ihrem Instagram-Account mit über 85 Millionen Fowollwern hat die 26jährige Sängerin eine Fotogalerie geteilt mit der Urkunde und Auszeichnung und mit einem Medaillon der kosovarischen Präsidentin Vjosa Osmani, die auf ihrem Account schreibt: "Dua Lipa ist zu einer Inspiration und einem Vorbild für Mädchen auf der ganzen Welt geworden. Sie nutzt ihre unglaubliche Stimme und ihr Talent, um der Welt nicht nur Songs zu bieten, die Spuren hinterlassen, sondern auch, um überall auf der Welt das beste Image des Kosovo zu präsentieren". Dua Lipa schreibt: "Es ist eine Ehre und ein Privileg, mein Land auf der ganzen Welt vertreten zu können und meine Arbeit und Bemühungen weltweit fortzusetzen, um zu sehen, dass wir unsere Spuren hinterlassen und etwas bewegen". Dabei wird sie ganz konkret: "Die Jugend des Kosovo verdient das Recht auf Visa-Liberalisierung, Reisefreiheit und große Träume“. Die Menschen aus dem Kosovo brauchen nämlich ein Visum, wenn sie in den Schengen-Raum einreisen wollen. Am Wochenende war Dua Lipa in ihrer Heimatstadt Prishtina, weil sie dort mit ihrem Vater das "Sunny Hill Festival" veranstaltet hat, das größte Festival im Kosovo.

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Afghanische Casting-Show aus Berlin

Seit der Machtübernahme der Taliban vor einem Jahr ist Musik in Afghanistan so gut wie verboten. Um die afghanische Musik am Leben zu halten, haben sich in Berlin einige afghanische Artists zusammengetan und eine Talentshow gestartet. "New Voice" oder auf Persisch "Sedaye No" heißt die Castingshow. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aus unterschiedlichen Ländern haben sich beworben; die meisten sind nach Berlin gekommen, es gab aber auch Online-Castings. 100 Teilnehmende kamen in die nähere Auswahl. Heute wählt eine Jury daraus die besten 28 und in einem weiteren Schritt, gemeinsam mit der Hilfe von bekannten afghanischen Artists, wird deren Zahl auf vierzehn reduziert. Diese Vierzehn starten dann zu einer Live-Tour auf der eine Gewinnerin, ein Gewinner rmittelt wird. Der Preis: eine Album-Aufnahme im Wert von 15.000 Euro.

Unterstützt wird die Casting-Show u.a. vom Kulturhaus Afghanistan in Berlin und verschiedenen, afghanischen Künstler wie Shekib Mosadeq. Mosadeq lebt in Hamburg. Er flüchtete vor zwölf Jahren nach Deutschland, wo er sich als Aktivist und Musiker für die Rechte von Geflüchteten einsetzt. Bevor er floh, lebte er überwiegend in Kabul und war dort Jury-Mitglied bei der Castingshow "Afghan-Star".  Auch bei der neuen Castingshow sitzt Shekib Mosadegh in der Jury: "Die Botschaft der Sendung ist klar: Die Kunst gibt es seit Jahren und Jahrhunderten. Die Kunst gab es immer. Eine Gesellschaft ohne Kunst und Kultur kann niemals gesund sein. Weder die Taliban noch eine Ideologie oder Religion können die Kunst stoppen".  Die Show haben die Macher erstmal selber finanziert und sind jetzt in Verhandlung mit verschiedenen afghanischen Sendern, damit die Show dort ausgestrahlt werden kann. Geplanter Sendestart: Herbst 2022.

Cover: "Renaissance" von Beyoncé

Beyoncé und Madonna ehren Sängerinnen

Das neue Album von Beyoncé "Renaissance“ ist vor einer Woche gedropped. Den Song "Break my Soul" gibt’s sogar in  vielen unterschiedlichen Fassungen. Zum Beispiel  in "The Queens Remix". Darin singt Beyoncé mit einer weiteren Queen of Pop, Madonna. Beide ehren ehren darin, all die Schwarzen Musikerinnen, die sie inspiriert haben, u.a. Santigold, Lizzo, Nina Simone, Aretha Franklin.
Das freut die Geehrten. Santigold schreibt zum Beispiel bei Twitter: "Danke Beyoncé Queen Bey, dass du mich zwischen dieser Größen genannt hast". Sie schreibt weiter: "Die Menschen über all diese schwarzen Frauen wissen zu lassen, mächtige Spirits, also mächtige  Seelen, von denen viele nie die Anerkennung erhalten haben, die sie verdient haben!"
Die Rapperin und Sängerin Lizzo textet begeistert bei Twitter "Bitch Beyoncé hat meinen Namen gerufen!". "Ich habe immer an mich geglaubt, jetzt tut das auch Beyoncé". Dazu erzählt sie eine kleine Anekdote von früher: "Ich erinnere mich, als ich der Mutter meiner Freundin erzählte, was mein Hauptfach am College sein würde, und ich sagte ihr, dass ich Musik als Hauptfach studieren würde, und sie lachte mir ins Gesicht", erinnerte sich Lizzo. "Sie sagte: ‚Musikaufführung? Wie Beyoncé?’ und lachte mir ins Gesicht. Ich habe nur eins zu sagen: BYE."

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Millionen-Defizit beim Fusion Festival

Das Fusion Festival  in Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den bekanntesten Festivals in Deutschland. 75.000 Fans waren Anfang Juli dort, um nach der Corona-Pause zusammen zu feiern. Jetzt meldet sich die Fusion zurück, aber nicht mit einem Aftermovie, wie man es erwarten würde, sondern mit einem Hilferuf. Denn die Fusion braucht Geld, und zwar ganz schön viel: 1,5 bis 2 Millionen Euro. So tief ist nämlich das Defizit nach diesem Jahr.

Die Fusion kämpft jetzt ums Überleben und das Defizit von mehreren Millionen soll jetzt mit Hilfe der Community wieder ausgeglichen werden. In ihrem Newsletter wenden sich die Veranstalter an alle Besucherinnen und Besucher und bieten konkrete Wege an, um zu helfen.  Sie suchen nach Spenden und privaten Geldgebern für Darlehen ab 100.000 Euro. Außerdem verkaufen sie Wohnungen und Grundstücke in der Nähe vom Festivalgelände. Die hatte das Fusion-Team vor sieben Jahren gekauft und saniert, um Wohnraum für Geflüchtete, eine Kita und eine Jugendfarm zu bauen. In den nächsten Wochen startet auch ein Onlineshop mit Soli-Artikeln.

Die Fusion hat eigentlich keine Probleme beim Ticketverkauf. Das Festival ist jedes Jahr ausverkauft und der Andrang ist so stark, dass die Käuferinnen und Käufer ausgelost werden. Trotzdem ist das Festival sehr stark im Minus. Denn leider hat das Fusion-Team  bei der Festivalplanung nicht die enormen Preissteigerungen der letzten Monate einkalkuliert. Die gibt es beim Personal und fast allen Materialien, Technik, und Dienstleistungen. Dazu kommt eine neue Bühne, die dieses Jahr gebaut wurde, und die letzten beiden Corona-Jahre, in denen die Fördergelder von Bund und Ländern leider bei weitem nicht die Ausgaben gedeckt haben.

Ein Ticket hat dieses Jahr 220 Euro gekostet und eine Erhöhung wollen sie ihren Gästen nicht zumuten, da viele Gäste nicht die finanziellen Mittel haben und eh mit den steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben. Erst Ende 2020 wurden die Ticketpreise um ganze 70€ erhöht. Das Kontingent soll ebenfalls nicht erweitert werden, weil sich dann weitere Probleme mit der Location aufmachen würden. Und auch wenn sie es wollten, können sie es nicht:  Seit einem Streit mit der Polizei im Jahr 2019 wurde im Genehmigungsverfahren die Gesamtzahl der Personen auf dem Gelände auf 80.000 Menschen festgesetzt. Unabhängig davon, ob es sich um Crew oder Gäste handelt. Es gibt aber rund 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Fusion, weshalb in diesem Jahr nur 64.000 Tickets verkauft werden konnten.