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 Frauen, die für das Recht auf Abtreibung demonstrieren, halten Plakate während einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude von Columbia County

Global Pop News 27.06.2022

Global Popstars reagieren auf Abtreibungsverbot

Stand: 27.06.2022, 13:00 Uhr

Global Popstars reagieren auf Abtreibungsverbot | Glastonbury-Festival feiert Comeback| UK-Drill als Beweismittel | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Bamdad Esmaili

Global Popstars reagieren auf Abtreibungsverbot

Das oberste US-Gericht hat das Abtreibungsrecht gekippt und darauf gab es heftigen Kritik, darunter von viele Global Popstars. Um einige Namen zu nennen: Zara Larsson, Mariah Carey, Taylor Swift oder Halsey. Es gibt Aufrufe zu Geldspenden, zum Beispiel von RnB-Sängerin und Rapperin Lizzo aus Ditroit. Sie hat auf ihrer Instagramseite geschrieben, dass sie zusammen mit der Organisation Live Nation eine Millionen Dollar von den Einnahmen ihrer kommenden Tour an die Organisation Planned Parenthood und für Abtreibungsrechte spendet.

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Auch die kalifornische Rockband Rage Against the Machine hat umgerechnet etwa 450.000 Euro an Organisationen für reproduktive Rechte gespendet. Sie schreiben: "Wir sind angewidert von der Aufhebung des Abtreibungsrechts und den verheerenden Auswirkungen, die es auf zig Millionen Menschen haben wird". Von US-Sängerin Olivia Rodrigo gab es eine eindeutige Message auf dem Glastonbury Festival in England: Olivia Rodrigo hat den Song "Fuck You" zusammen mit Lily Allen für die Richter gesungen, die gegen das Abtreibungsrecht gestimmt haben: "Ich bin entsetzt. So viele Frauen und so viele Mädchen werden wegen dieser Entscheidung sterben. Ich möchte den nächsten Song den fünf Mitgliedern des Obersten Gerichtshofs widmen, die uns gezeigt haben, dass ihnen die Freiheit am Ende des Tages wirklich scheiß egal ist". Am Ende hat die 19jährige Sängerin die Namen der Richter vorgelesen und gesagt: "Wir hassen euch. Und dann gab es den Song "Fuck you" auf die Ohren.

Das Glastonbury-Festival feiert Comeback.

Nach zwei Jahren Pause gab es am Wochenende endlich wieder das Glastonbury-Festival in England, eines der größten Festivals weltweit mit über 100 Acts. Das Mega-Finale gab es von Rap-Superstar Kendrick Lamar, mit einer silbernen Dornenkrone auf dem Kopf. Der kalifornische Rapper hat auch das Konzert auf der Hauptbühne mit einem kraftvollen Protest gegen die Abschaffung der Abtreibungsrechte in den USA beendet. Mit Blut, das von seiner Dornenkrone über sein Gesicht strömte, hat der Star verkündet: "Lebe wohl Frauenrechte. Sie richten euch, sie richten Christus".  

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Diesen Satz hat er am Ende immer wieder mit zunehmender Intensität wiederholt. Dann brach der Rapper mitten im Satz ab und warf sein Mikrofon auf den Boden und ging von der Bühne. Das war das erste Mal, dass Kendrick Lamar seine neue Show präsentiert hat. Damit geht er auch auf Welttournee mit 20 Tänzerinnen und Tänzern.

Abeer auch andere Highlights gab es jede Menge auf dem Glastonbury. Vor dem Auftritt von Paul McCartney gab es eine Überraschung: Klimaaktivistin Greta Thunberg kam auf die Bühne. Sie hat etwa zehn Minuten über verschiedene Nachhaltigkeitsthemen gesprochen. Eröffnet wurde das Festival vom ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einer Videobotschaft: "Glastonbury ist die größte Konzentration von Freiheit in diesen Tagen. Und ich bitte sie, dieses Gefühl mit allen, deren Freiheit angegriffen wird, zu teilen. Verbreiten sie die Wahrheit über Russlands Angriffs-Krieg. Helfen Sie Ukrainern, die dazu gezwungen sind, wegen des Krieges aus ihrer Heimat zu fliehen".

Ein weiteres Highlight war der Auftritt von Popstar Billie Eilish. Sie war die jüngste Solo-Headlinerin aller Zeiten. Rund 100.000 Menschen haben das Glastonbury besucht und waren begeistert.

UK-Drill als Beweismittel

Musik als Beweismittel für kriminelle Handlungen - das klingt absurd, aber in Großbritannien ist das jetzt möglich, zumindest bei Musivideos von Drill-Artists. Drill-Musik ist ein Rap-Subgenre und steht besonders im Verruf, kriminelle Handlungen in Texten zu thematisieren oder sogar anzukündigen.

Einer der bekanntesten Drill-Künstler in UK ist Headie One. Er war früher Straßengang Mitglied und ist heute ein erfolgreicher Musiker. Jetzt hat CPS, die englische Strafverfolgungsbehörde, bekannt gegeben, dass britische Drill-Musikvideos als "zulässiger Beweis für eine Jury" eingereicht werden können", wenn sie Verdächtige mit Bandenzugehörigkeit mit Verbrechen in Verbindung bringen können. Und das war wohl bisher auch schon fünf Mal der Fall.

Vor einigen Jahren gab es eine Untersuchungen der Denkfabrik Policy Exchange. Da kam heraus, dass bei mindestens einem Drittel der 41 Morde in Großbritannien im Jahr 2018, die im Zusammenhang mit Banden zustande kamen, Drillmusik eine Rolle gespielt hat. In den USA ist man da zum Teil anders unterwegs. Im Bundesstaat New York geht man den entgegengesetzten Weg. Ein Gesetz verbietet in Zukunft Raptexte als Beweismittel zu verwenden. Es besagt: Rap-Texte sind Form freien kreativen Ausdrucks und müssen deswegen nicht der Wahrheit entsprechen.