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Lil Tjay

Global Pop News 23.06.2022

Rapper Lil Tjay angeschossen

Stand: 23.06.2022, 13:10 Uhr

Rapper Lil Tjay vor Restaurant in New Jersey mehrfach angeschossen | Musikproduzent Patrick Adams gestorben | Guardian-Doku über Mashrou Leila | Residente gewinnt "Grand Prix in Cannes" | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Lukasz Tomaszewski

Rapper Lil Tjay angeschossen

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Der Rapper aus New York wurde in der Nacht von Dienstag (21.06.22) auf Mittwoch lokaler Zeit vor einem Restaurant in New Jersey mehrfach angeschossen und hatte anschließend eine Notfall-OP. Es ist noch nicht genau bekannt, wie weitreichend die Verletzungen des 21-Jährigen sind. Mittlerweile meldete die lokale Polizei aber über Twitter, dass er außer Lebensgefahr sei. Es gab bei der Schießerei noch ein zweites Opfer. Der mutmaßliche Täter hat noch auf einen 22-Jährigen an einer Tankstelle in der Nähe geschossen - dessen Identität ist unbekannt. Er erlitt nach Polizeiangaben nur leichte Verletzungen, wurde aber auch ins Krankenhaus gefahren und behandelt.

Mutmaßlicher Täter gefasst

Das Pitchfork Magazin vermeldete, dass ein 27-jähriger Mohammed K. als Tatverdächtiger festgenommen wurde. Das Motiv ist aber unbekannt. Die Rap Welt macht sich Sorgen um Lil TJay. Viele Fans teilen ihr Mitgefühl und hoffen, dass der Rapper wieder auf die Beine kommt.

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Lil TJay ist als Sohn einer alleinerziehenden Mutter aus Ghana in New York geboren und wurde über selbst hochgeladene Songs auf Youtube schnell zu einem Star. Seine letzten Videos haben über 200 Millionen Views.

Musikproduzent Patrick Adams gestorben

Der 72-Jährige steckt hinter vielen Disco-Klassikern, wie zum Beispiel "I’m caught up" von Inner Life aus dem Jahr 1979. Patrick Adams hat die Global Pop Welt mehrere Jahrzehnte lang beeinflusst. Mit Anfang 20 hat man ihn schon den "Prince of R'n'B" genannt, als er beim New Yorker Label Perception Records als Producer und Vizepräsident gearbeitet hat. Zur Discowelle in den 1970er Jahren ist Adams dann als außergewöhnlicher Toningenieur aufgeblüht, Synthesizer-Virtuose und große Inspiration für viele Bands - wie etwa Chic. Deren Frontmann Nile Rodgers schreibt auf Twitter: "Die Musikwelt schuldet dir viel."

Patrick Adams hat aber nicht nur den Disco-Sound der 70er geprägt, sondern in den 80ern auch die Anfänge des HipHop. Im legendären Power Play Studio in Queens hat er zum Beispiel die ersten drei Alben von Eric B. & Rakim aufgenommen. MTV hat deren Album "Paid in full" als bestes HipHop-Album aller Zeiten ausgezeichnet. Außerdem hat er auch die all female Rapgruppe Salt-N-Pepa produziert. Die Songs aus der Karriere von Patrick Adams werden bis heute von HipHop-Stars wie Kanye West, J Dilla, Nas oder dem Wu-Tang Clan gesamplet.

Patrick Adams hat sich im Gegensatz zu anderen Produzenten nicht in Form von Producer Tags oder anderen Merkmalen zur Wiedererkennung in Songs eingebracht, sondern eher im Hintergrund gehalten. Erst 2017 ist er wieder öffentlich aufgetreten, als die Red Bull Music Academy in New York eine Feier für sein Lebenswerk veranstaltet hat. Als man ihn auf mangelnde Anerkennung angesprochen hat, war seine Antwort ganz pragmatisch: Er hat gezielt vermieden, dass man raushört, welche Platten von ihm produziert sind. Er wollte nämlich nicht, dass alle gleich klingen. Auf Social Media zollen ihm jetzt wichtige Produzent*innen Tribut, zum Beispiel Produzentin und DJ The Blessed Madonna: Sie twittert "Patrick Adams forever". Funk-Musiker Dam-Funk schreibt: "Vielen Dank für all die tolle Musik der letzten Jahrzehnte – was für ein Katalog!"

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Guardian-Doku über Mashrou Leila

Die Band aus dem Libanon sind die bekannteste queere Indie-Band des Nahen Ostens. Jetzt hat der britische Guardian eine Doku über die Band veröffentlicht. "The queer Revolution in the Middle East". Die 30-minütige Doku handelt vom Erfolg der Band, aber auch vom Kampf der queeren Szene in der Region. Mashrou Leila´s Sänger Hamed Sinno ist der bekannteste schwule Rockstar in der arabischen Welt. Ein Konzert in Kairo Vor 35.000 Fans im Jahr 2017 hat aber alles verändert: Dort schwenkte ein ägyptischer Fan eine Regenbogenfahne. Die Band schenkt ihm Anerkennung. Das brachte den Fan und die Band in eine gefährliche Situation.

Juristische Konsequenzen

Denn zwei Jahre später wurde die Band in Beirut deshalb angeklagt. Und zwar wegen Beleidigung der Religion und wegen "Verbreitung und Förderung von Homosexualität", was nach dem Strafgesetzbuch illegal ist. Der Film zeichnet den Kampf von queeren Aktivisten wie Tarek Zeidan aus dem Umfeld der Band, die sich in Beirut für die Rechte der queeren Community im Nahen Osten einsetzen: "Wir können es uns nicht leisten Beirut aufzugeben. Ich sage das nicht, weil ich Libanese bin, sondern weil in meiner Organisation jede Woche fünf bis zehn Anfragen aus dem Jemen, Ägypten, dem Irak, der ganzen Golfregion kommen. Alle fragen: Wie kann ich in den Libanon kommen."

Noch gilt Beirut im Nahen Osten als liberale Insel. Homosexuelle Beziehungen sind zwar offiziell verboten: Anklage vor Gericht wurden aber in vergangenen Jahren immer wieder abgewiesen. Aber auch in Beirut nehmen die Repressionen immer mehr zu. Wie der Fall von Mashrou Leila ausgeht, zeigt die Doku "The queer Revolution in the Middle East".

Residente gewinnt "Grand Prix in Cannes"

Gerade findet das Cannes Lions International Festival statt. Einer der Gewinner ist Rapper Residente aus Puerto Rico. Ausgezeichnet wurde er für ein sehr politisches Video zum Song: "This is not America" feat. Ibeyi.

Das 'Cannes Lions International Festival of Creativity' ist heute die weltweit bekannteste Veranstaltung der Werbebranche. Sie wurde, inspiriert vom großen Bruder - den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Und sie hat sich auf die Fahnen geschrieben "kreative Exzellenz" auszuzeichnen. Ex-Calle-13 Sänger Residente ist für seine aufwendigen Videos bekannt. "This is not America" ist im März rausgekommen und gewann jetzt den "Grand Prix for Entertainment".

Gewalt und Widerstand

Das Video ist gezeichnet von Gewalt und Widerstand. Gezeigt werden die extrem Armen und die extrem Reichen. Und vermittelt wird, dass die letzteren so reich sind, weil die ersten unterdrückt und ausgebeutet werden. Residente singt über Guerillas und Paramilitärs, Drogengangs aus Mittelamerika. Die Schauspieler und Statisten sind sehr authentisch. Zum Beispiel Geflüchtete oder  Gangmitglieder, die Teils Invaliden sind. Es werden aber auch wirklich sehr martialische Bilder gezeigt mit Bezug zu historischen Ereignissen. Zum Beispiel Polizeigewalt bei den Studentenprotesten in Kolumbien 2019. Oder auch die Hinrichtung eines Intellektuellen durch die Militärjunta in Argentinien.

Residente reagiert auf Twitter

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Kurz und knapp auf Twitter mit einem Foto der Trophäe und dem Statement: "Wir haben den Grand Prix in Cannes mit unserem Song gewonne: Die Message ist angekommen".