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Screenshot aus dem Video "that's what I want" - Lil Nas X als verletzter Football-Player auf der Bank

Global Pop News 03.06.2022

Lila Nas X reagiert auf Nichtnominierung bei den BET Awards

Stand: 03.06.2022, 10:03 Uhr

Lila Nas X mit Statement zu seiner Nichtnominierung bei den BET Awards I WHO weist darauf hin, dass sich die Verbreitung von Affenpocken im Festival-Sommer verstärken können I Neue Songs von Symba, Ki! und Niniola Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Anne Lorenz

Lila Nas X zu seiner Nichtnominierung bei den BET Awards

Die Nominierungen für die BET Awards sind raus und einer ist nicht mit in der Liste: Lil Nas X. Für sein Debütalbum "Montero" wurde der queere US-Rapper weltweit gefeiert und war für fünf Grammys nominiert. Da wundert man sich schon, warum Lil Nas X bei den BET Awards überhaupt nicht vorkommt - und das schon zum zweiten Mal in Folge: 2021 war Lil Nas X auch in keiner Kategorie nominiert. 2020 ist er als "Bester neuer Künstler" aufgetaucht, hat aber verloren.

Gestern hat sich der Old-Town-Road-Sänger dazu gemeldet, in einem Tweet sprach er die Macher der Black Entertainment Television Awards direkt an. Lil Nas X sagte: "Wieder eine herausragende Null-Nominierung – Black Excellence". Und das haben natürlich nicht nur die Vergeber der jährlichen Auszeichnung gelesen, sondern auch die 7,7 Millionen Twitter-Follower von Lil Nas X. Unter seinem Tweet gab es für ihn dafür ganz viel Zustimmung.

Lil Nas X legte dann nochmal nach und sprach über die allgemeine Anerkennung von LGBTQ+-Musikern in der Branche. Er erklärte seinen Followern, dass "schwarze homosexuelle Menschen immer darum kämpfen müssen, in dieser Welt gesehen zu werden". Die BET Awards haben sich bisher noch nicht dazu gemeldet. Und Lil Nas X hat seine Tweets seither gelöscht. In die Nominierungsliste geschafft haben es ganz viele Künstler aus der COSMO Playlist: Doja Cat zum Beispiel – in satten sechs Kategorien, oder auch Lil Simz und Drake.

WHO Hinweis zu Affenpocken

Die Festivalsaison ist offiziell gestartet. Dazu meldet sich die Weltgesundheitsorganisation WHO mit einem Hinweis: Die Verbreitung von Affenpocken könnte sich in diesem Sommer bei Groß-Events verstärken. Logisch: An Orten mit vielen Menschen kann man sich alles Mögliche einfangen: Grippe, Husten, Schnupfen etc. Die WHO stuft die Ausbreitung von Affenpocken bei Festivals deswegen hoch ein, weil dort oft viele internationale Besucher und Besucherinnen aufeinandertreffen.

Insbesondere jungen und sexuell aktiven Menschen rät die WHO deshalb zu Vorsicht, da die Ansteckungsgefahr im Rahmen sexueller Kontakte besonders hoch sei. Für die Übertragung des Erregers muss es nach derzeitiger Kenntnis zu engem Körperkontakt kommen. Deswegen sind bei den Affenpocken auch keine umfassenden Maßnahmen wie bei Corona nötig. Der WHO-Regionaldirektor für Europa sagt aber auch, dass die Aufhebung der Corona-Maßnahmen natürlich eine schnellere Übertragung begünstigen.

Hans Henri Kluge sieht Festivals aber auch als Chance zur Aufklärung, als Anlass das Bewusstsein für die Krankheit zu steigern. Am Anfang gab es in der Berichterstattung ja ein paar Missverständnisse. Die Affenpocken sind keinesfalls eine "Schwulenkrankheit", es gibt keine speziellen Risikogruppen, sondern nur Risikoverhalten. Die ersten Affenpocken-Fälle in Deutschland gab es schon im Mai, aktuell gibt es laut RKI 57 Fälle. Das Festivals oder Clubnächste deswegen abgesagt werden, ist unwahrscheinlich.

Kompilation "Cock am Ring"

Am Wochenende startet das Rock am Ring Festival. Im Line-Up stehen mal wieder kaum Frauen, geschweige denn andere FLINTA-Artists. Deswegen kommt heute eine Charity-Kompilation raus. Davon gehen alle Einnahmen an die Festivalmacher, damit die sich nächstes Jahr vielleicht ein paar mehr nichtmännliche Acts leisten können. Die Kompilation trägt den genialen Namen "Cock am Ring".

Wir haben ja schon ganz oft über das Ungleichgewicht im Rock am Ring-Line-Up berichtet. Das Musikerinnennetzwerk Music S Women* hat das im Durchschnitt aber nochmal nachgerechnet mit Blick auf die letzten zehn Jahre. Und dabei kommt heraus, dass gerade mal vier Prozent der Künstler beim Rock am Ring weiblich, queer, inter, nicht-binär, trans oder Agender sind.

Bisher haben die Festivalmacher in Reaktion auf die Kritik immer nur gesagt, dass man da leider nichts machen könne, und dass es nur Abbild der Realität sei, da es zu wenig FLINTA Artists gäbe, die fürs Line Up in Frage kämen. Wahrnehmungsprobleme? Oder Diskriminierung? Singer/Songwriterin Becky Sikasa hat uns exklusiv verraten, warum es für sie wichtig war, beim Sampler dabei zu sein: "Es fühlt sich einfach gut an, gemeinsam mit anderen FLINTAs in eine aktive Rolle zu gehen und etwas zu verändern. Außerdem finde ich es nice, dass wir nicht nur auf diesen Misstand aufmerksam machen, sondern auch noch coole Musik dabei raus kommt. Vor allem zeigt der Sampler, wie unsinnig das Argument ist, es gäbe nicht genug FLINTA Artists die man buchen könne!"

24 Songs – "Flintastische" Coverversionen männlicher Artists sind auf der Kompilation. Alle Erlöse aus dem Verkauf von Musik, Merch, Streaming usw. gehen als Spende an den Rock am Ring-Veranstalter DreamHaus. Damit sie sich für das Jahr 2023 endlich mal eine Band mit FLINTA leisten können. Sollten die Verantwortlichen diese nicht annehmen wollen, geht das eingenommene Geld in ein noch festzulegendes Förderprojekt zugunsten von FLINTA-Musikschaffenden. An Pfingstmontag veranstaltet Komikerin Carolin Kebekus übrigens auch eine Gegenveranstaltung zu Rock am Ring mit einem rein weiblichen Line-Up am Kölner Tanzbrunnen.

Neue Songs von Symba, Ki! und Niniola

Symba, der Berliner Rapper mit kamerunischen Wurzeln liefert uns seinen neuen Song "Tmm ich beschütz Dich".  Er beamt uns mit seinem neuen Song in die Hochhaus Romantik zu seinen Freunden, mit denen er chillt. Seine Referenzen aus den frühen 2000ern sind seine textlichen Merkmale: Klapphandys von Nokia und Nikes aus 2005. Diese Nostalgie schwingt auch im Beatbett mit, das von KevKoKo produziert wurde. "Tmm ich beschütz Dich" ist ein HipHop Track, das Fans von Lofi und Klavierballaden gerne hören.

"Nắng ấm" bedeutet grob übersetzt "Warme Sonne". Darum geht es in dem Track von Ki!, dem dänischen Gitarrenvirtuosen und Produzenten Christian Ki Dall. Eine warme Sonne heilt die Sorgen und Probleme. Zu den Inspirationen sagt Christian Ki Dall: "‘Nắng ấm‘ ist inspiriert von Vọng Cổ, einer vietnamnesischen Opern/Theatermusik. Die Gitarrenparts davon haben mich fasziniert und inspiriert, Nang am zu produzieren. Was mich mehr inspiriert, ist alte Soulmusik aus Motown und auch neuen Soulmusik." "Nắng ấm" hat etwas von J Dilla Vibes, dem HipHop Produzenten, der viel mit Motown-Soul samplete.

Mit "Want” von Niniola gibt es den perfekten Song fürs Wochenende. Auf dem Uptempo-Amapiano/Dance-Track singt Niniola über einen Mann, der sie zu einem Date oder einer Beziehung herausfordert. "Want" ist produziert von einem der besten Amapiano-Duos Nigerias, Smeez & D3an. Amapiano ist der gerade angesagteste Sound aus Südafrika. Die Mischung aus warmem und jazzigem House mit Wurzeln der südafrikanischen House Musik Kwaito ist aus den Clubs nicht wegzudenken.