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Marina Satti: "Yenna"

Global Pop News 25.05.2022

Debütalbum von Marina Satti: "Yenna"

Stand: 27.05.2022, 12:03 Uhr

Marina Satti debütiert nach sechs Jahren | Maga Bo mit neuem Album | M.I.A. und Kali Uchis mit neuen Songs | Neue Songs von Lass, Ko Shin Moon und Calypso Rose | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Bamdad Esmaili und Joyce Lok Teng Lee

Marina Satti debütiert nach sechs Jahren

Die griechische Sängerin Marina Satti hat sich sechs Jahre Zeit gelassen mit ihrem Debütalbum "Yenna". Die Sängerin, Songwriterin, Produzentin aus Kreta wurde in Athen geboren und hat einen sudanesischen Vater. Sie mixt traditionelle griechische Sounds mit moderner Pop Musik. Sie hat einen Background im Jazz, kennt sich mit mehrstimmigen griechischen Gesangstraditionen, Elektro-Pop aus und Vibes aus dem Nahen Osten aus.
Das Album "Yenna" ist meisterhaft balanciert zwischen innovativen und traditionellen Elementen. Sie selber sagt, das ist ein Fluch auf Schmerz und Liebe sei. "Yenna" bedeutet im Griechischen eigentlich Geburt. Die Platte so zu nennen ist in einem Gespräch mit ihrem Mentor und Gesangslehrer entstanden: "Er sagte mir, dass jedes Mal, wenn ich in einem kreativen Prozess für etwas Neues war, es Höhen und Tiefen gibt. Und es gibt einen Schmerz bei Kreationen. Er stellte diese Metapher auf, dass der kreative Prozess wie eine Geburt ist, und jede Geburt beinhaltet Schmerz. Diese Metapher hat mich wirklich beeindruckt. Und ich dachte: Das ist der Titel: Yenna“. Außerdem sagt Marina Satti, dass sie die ganzen Emotionen, wie bei einer Geburt durchgemacht hat: "Aufregung, Freude, Unsicherheit und Angst". Sie nennt ihr Debütalbum ihr erstes Baby. Für das Album ist sie viel durch Griechenland gereist, um die verschiedenen Musikrichtungen besser zu verstehen und zu studieren.

Maga Bo mit neuem Album

Maga Bo

Das neue Album von Maga Bo ist erschienen. Maga Bo ist ein amerikanisch-brasilianischer DJ, Produzent, und Ethnomusikologe. Er reist ständig um die Welt, um lokale Rhythmen zu erforschen. Zu diesem Zweck war er bereits in über 40 Ländern. Sein neues Album ist nach 10 Jahren erschienen und heißt wie ein Song von ihm: "Amor (É Revolução)": "Das bedeutet, dass Liebe Revolution ist. Hier geht es darum, wie sehr Liebe jemanden verändern kann. Im revolutionären Teil geht es um die persönliche Revolution: Dass die Veränderungen, die wir in der Welt sehen wollen, erst aus unserem Innern kommen muss".

Maga Bo erzählt zudem, dass er sich auf afro-brasilianischen Rhythmen, insbesondere aus dem Nordosten, aus Bahia und einiges aus dem Südosten fokussiert. "Die größte Herausforderung, traditionelle akustische Musik mit elektronischer Musik zu vereinen, ist, dass die eine entspannt, imperfekt, die andere hart und kühl ist. Es geht darum, die Elektronik etwas aufzuweichen und die Menschlichkeit und den Swing der authentischen mit dem elektronischen aufrechtzuerhalten. Wie eine Symbiose". Auf dem Album hat Maga Bo mit vielen brasilianischen Artists gearbeitet. Das hat ihn Jahre gekostet, mit mehreren Besuchen in Studios, Wohnungen und Tempeln in ganz Brasilien, immer mit seinem digitalen Rucksack, einem bescheidenen Aufnahme-Setup. Neben der Albumproduktion tourte Maga Bo in den letzten Jahren als DJ durch die Welt, remixte Künstler wie Mulatu Astatke oder Bomba Stereo.

M.I.A. und Kali Uchis mit neuen Songs

Zwei neue Musikempfehlungen für euch: Die britische Global Bass Queen M.I.A hat einen neuen Song veröffentlicht. Mit "The One" kündigt M.I.A ihr neues Album an. Die Londoner Musikerin mit wurzeln in Sri Lanka ist einer der angesagtesten Global Bass Stars. Im Interview mit Apple Music hat sie auch den Titel ihres nächsten Albums "MATA". Das Release-Datum steht noch nicht fest, aber inhaltlich hat M.I.A folgendes verraten: "Es gibt einen kleinen Kampf auf der Platte, einen kleinen Konflikt, aber der Konflikt ist so etwas wie dein Ego und deine Spiritualität. Das sind die Clashes, weil man als Musiker etwas Ego braucht, sonst geht das nicht".

Der neue Song von Kali Uchis "Desafinado" klingt ganz anders als M.I.A. und geht in Richtung Bossa Nova. Kali Uchis ist eine amerikanische Soul und Indie-Pop Sängerin mit kolumbianischen Wurzeln. Die Single gehört zum Soundtrack des Films "Minions: The Rise of Gru", das am 1. Juli. Erscheint, genau wie der Film kommt. Neben Kali Uchis sind auch Artists wie Thundercat, RZA oder Diana Ross auf dem Soundtrack. Sie covern Klassiker der 70er. 

Neue Songs von Lass, Ko Shin Moon und Calypso Rose

Lass vereint das Erbe der großen afrikanischen Musiker*innen mit aktuellem Afropop. Er bewegt sich zwischen senegalesischer Musik, afro-kubanischen Rhythmen und Elektronik. Auf seinem neuen Song „Bumayé“ singt er auf der senegalesischen Sprache Wolof gegen die Ausbeutung Afrikas: "Der Kampf hat begonnen, keiner soll zurückgelassen werden." Ein Slogan, den Menschen in Zaire, dem heutigen Kongo, bei einem historischen Boxkampf zwischen dem "Afrikaner" Muhamed Ali und dem "US-Amerikaner" George Foreman in der Hauptstadt Kinshasa 1974 riefen. Ernste Message auf locker poppigen Sounds sind typisch für Lass. Sein gleichnamiges Album "Bumayé" wird am 17. Juni veröffentlicht.

Bei Ko Shin Moon treffen Psychedelik Space Disco mit Klängen aus verschiedenen Kulturen aufeinander - So auch auf dem neuen Track "Konyali" - eine Disko-Folk-Reinterpretation von einem Song aus der Türkei und Griechenland. Ko Shin Moon gehören zu der jungen Generation elektronischer Musiker aus Frankreich, die für die Musik viel reist, Feldaufnahmen macht und musikalische Kulturen elegant verschmelzen lässt.

Auch die Queen des Calypso, Calypso Rose, reinterpretiert einen Song: "Watina" von The Garifuna Collective aus 2007. Der Song ist eine Hommage an die Garifuna, eine karibische Kultur mit afrikanisch-indigenen Wurzeln, die von der Sklaverei gezeichnet ist. Für diesen Song holte sie sich Support von dem ikonischen Latin-Gitarristen Carlos Santana und The Garifuna Collective. Calypso ist ein Genre von westafrikanischen Sklav*innen, die in die Karibik gebracht wurden. Die Lieder klingen sorglos und unbeschwert, sind aber oft sehr politisch.