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Sofia Kourtesis: "Estación Esperanza"

Global Pop News 19.01.2022

Sofia Kourtesis: Neue Single mit Manu Chao

Stand: 19.01.2022, 13:49 Uhr

Newcomerin Sofia Kourtesis featured auf neuer Single "Estación Esperanza" Manu Chao | HipHop-Serie Queens mit Eve und Brandy startet in Deutschland | Urteil aufgehoben: Spanischem Rapper Valtónyc droht doch noch Auslieferung | Belarus: Punk-Sänger Igor Bancer aus Haft entlassen | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Maike de Buhr

Newcomerin Sofia Kourtesis featured auf neuer Single Estación Esperanza Manu Chao

Sofia Kourtesis ist eine der spannendsten Newcomerinnen 2022. Die peruanische Elektro-Produzentin aus Berlin hat mit "Estación Esperanza" eine Single über Hoffnung veröffentlicht. "Ich bin voller Hoffnung, dass meine Mutter wieder gesund wird, ich bin voller Hoffnung, dass die Welt zu heilen beginnt, ich bin voller Hoffnung, dass dieser Song dir an dunklen Tagen Licht bringen wird", sagt sie zum Vibe des Songs.

In ihrer Musik verbindet Sofia Kourtesis House mit Percussions, die an ihre peruanische Heimat erinnern und Samples, mit denen sie den Dancetracks Bedeutung gibt. Am Anfang von Estación Esperanza sind Aufnahmen von einem Protest in Peru gegen Homophobie zu hören. Außerdem singt Manu Chau mit. Der spanisch-französische Global Pop Star hat Sofia Kourtesis inspiriert: "Ich habe diesen Song zum ersten Mal geschrieben, nachdem ich Manu Chao gehört hatte. Für mich hat Manu Chao immer für Hoffnung gestanden, seine Texte waren wie eine Bibel für mich, als ich aufwuchs. Dieser Song ist für ihn, meine Mutter und all die Aktivisten, die hart daran arbeiten, diese Welt besser zu machen... verliere niemals die Hoffnung!"

HipHop-Serie Queens mit Eve und Brandy startet in Deutschland

Die HipHop-Serie "Queens" startet heute beim Streaminganbieter Disney+. Es geht darin um die Girlgroup Nasty Girls, die ihr großes Comeback versucht. Hauptdarstellerinnen sind Eve, Brandy, Naturi Naughton und Nadine Velazquez. Sie spielen die Nasty Girls, die in den Neunzigern Legendenstatus erreicht haben.

Als Professor Sex, Butter Pecan, Jill Da Thrill, and Xplicit Lyrics standen sie auf der Bühne. Aber dann ging alles nieder, endete im Streit und das Starleben war für die Gruppe vorbei. Nun haben die vier Frauen - eine Mutter, eine Kirchgängerin, eine in Ungnade gefallene Fernsehmoderatorin und eine gescheiterte Musikerin – die Chance bei einer großen Awardshow ihr Comeback zu geben. Damit das nicht im Desaster endet, wollen sie in ihrem neuen Anlauf mehr Wert auf ihre Freundschaft legen und unter ihren eigenen Bedingungen Musik machen. Der Soundtrack der Serie besteht aus großen Teilen aus Original Songs. Musikproduzent der Serie ist Swizz Beatz.

Urteil aufgehoben: Spanischem Rapper Valtónyc droht doch noch Auslieferung

Rückschlag für den spanischen Rapper Valtònyc. In seiner Heimat muss er wegen seiner Texte ins Gefängnis, deshalb hat er sich nach Belgien abgesetzt. Nun droht ihm doch noch die Auslieferung. Die spanische Justiz wirft ihm Verherrlichung von  Terrorismus, Bedrohung von Politikern und Beleidigung der Krone vor. Und vor drei Wochen sah es auch noch gut aus für Valtònyc. Da hatte ein Gericht in Gent entschieden, dass er in Belgien bleiben darf. Jetzt hat der belgische Kassationshof das Urteil teilweise aufgehoben.

Über den Punkt, dass Valtonyc das spanische Königshaus beleidigt haben soll, muss jetzt neu entschieden werden. Die spanische Justiz geht schon länger gegen Valtònyc vor. Seit 2018 wird er mit einem europäischen Haftbefehl gesucht, in seiner Heimat wurde er wegen seiner Songtexte zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Valtònyc kommt aus Mallorca. In seinen Songs rappt er pro Katalonien, gegen das Spanische Königshaus und die Polizei - und das zum Teil mit drastischen Sprachbildern. Mit dem Fall hatte sich zwischenzeitlich auch schon der Europäische Gerichtshof befasst.

Belarus: Punk-Sänger Igor Bancer aus Haft entlassen

In Belarus wurde Punk-Sänger Igor Bancer gerade überraschend aus seiner Haft entlassen. Der belarussische Musiker mit polnischen Roots ist Frontmann der mehrsprachigen Streetpunkband Mister X und engagierter linker Aktivist. Im März letztes Jahr wurde Bancer zu anderthalb Jahren Strafarbeit verurteilt. Er ist aktiver Teil der Protestbewegung, die sich im August 2020 formiert hat nach dem offensichtlich manipulierten Wahlsieg von Langzeit-Präsident Lukaschenko.

Bei einer Demo hat Bancer eine politische Tanzperformance aufgeführt – nackt vor einem Polizeiauto, dabei hat man ihn festgenommen. Er ist dann gleich am ersten Prozesstag im März letztes Jahr in den trockenen Hungerstreik getreten, musste zwischendurch ins Krankenhaus. Während seiner Zeit im Gefängnis hat er von Folter berichtet. Jetzt wurde er nach mehreren Wochen Einzelhaft ganz überraschend und ohne Ankündigung entlassen.

Er hat dann gleich der deutschen Tageszeitung TAZ ein Interview gegeben. Man merkt wie desillusioniert Igor Bancer nach seiner Haft ist. Außerdem erzählt er, wie sehr seine Familie darunter leidet, dass er aufgrund seiner politischen Haltung als Krimineller verfolgt wird. Natürlich wird er sich auch weiterhin den Mund nicht verbieten lassen. Doch das ist in Belarus hochgefährlich, das weiß keiner besser als Bancer selbst.

Im Interview spricht er außerdem auch noch über Nachrichtenblockaden, die schlimme Lage der Flüchtlinge an der belarussisch-polnischen Grenze und die gewaltsamen Proteste in Kasachstan. Igor Bancer sagt: In der ehemaligen Sowietunion kann man gar keine unpolitische Musik machen. Als Beispiel nennt er den russischen Rap-Superstar Morgenshtern, der immer gesagt hat: Politik interessiert mich nicht. Und trotzdem wurde er von den russischen Behörden angegangen und musste letzten Endes das Land verlassen. Das kommt für Igor Bancer nicht in Frage – absolut bewundernswert. Auch, dass bei ihm trotzdem immer wieder sein sarkastische Humor durchblitzt, nach allem was er mitgemacht hat.