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Stromae

Global Pop News 10.01.2022

Stromae präsentiert neue Single in Abendnachrichten

Stand: 10.01.2022, 10:15 Uhr

"L’enfer" heißt die Single | Irlands Artists bekommen Corona-Grundeinkommen | James Mtume verstorben | Bollywood Track sorgt für Ärger | Neue Single von Kae Tempest | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Von Lukasz Tomaszewski & Joyce Lok Teng Lee

Stromae präsentiert neue Single in Abendnachrichten

Der belgische Global Pop-Star Stromae hat gestern in den französischen Abendnachrichten gesungen. "L’enfer2 heißt die zweite Vorab-Single vom kommenden Album nach sieben Jahren Pause. News auf TF1 am Sonntagabend - also das französische Pendant zur Tagesschau. Interviewt wird nicht etwa ein Regierungsmitglied- sondern Stromae. Es geht um sein kommendes Album „Multitude“, das Anfang März kommt. Zuerst erzählt der belgische Chansonnier vom Musikmix: das neue Album habe seine Mutter sehr beeinflusst. Sie hat ihn den Rucksacktourismus beigebracht, war mit ihm in Mali oder Mexiko. Und darum ist "Multitude2 vollgepackt mit unterschiedlichsten Stilen und Instrumenten aus fünf Kontinenten. "Ich liebe es verschiedene Grooves zu entdecken-sagt er- Ich benutze eine chinesische Kniegeige, ein Cembalo, mixe das mit brasilianischem Baile Funk".

Interview wird sehr persönlich

Die frankophone Welt verehrt Stromae nicht nur wegen der Musik, sondern eben auch wegen der klugen Texte. Die Moderatorin fragt ob er selbst auch eine multiple Person sei, wegen dem Albumtitel "Multitude". Und Stromae antwortet: "Wir sind alle voller unterschiedlicher Charaktere". "Die Leute bezeichnen meine Songs als glücklich, mit dunklen und traurigen Motiven. Genau so sehe ich das Leben. Es ist weder komplett weiß noch schwarz, es gibt schwierige und schöne Momente. Es gibt keine Höhen ohne Tiefen und andersrum. So ist das Leben". Nach dieser Antwort stimmt Stromae völlig unerwartet seinen neuen Song an: "L’enfer". Ein Gänsehaut-Moment. Im Text geht es um Einsamkeit und die Depressionen der letzten sieben Jahre.

Irlands Artists bekommen Corona-Grundeinkommen

 In Irland sind seit genau einem Monat die Clubs dicht. Jetzt will die Regierung den Betroffenen aus der Musikbranche unter die Arme greifen: Mit einem Grundeinkommen.
Ein Grundeinkommen für 2000 Betroffene aus Musik, Kunst, Schauspiel und Unterhaltung. Und das für die nächsten drei Jahre. Dieses Angebot macht Catherine Martin - die irische Kultur-Ministerin. Sie hatte mit einer Task Force nach Lösungen gesucht für die von Konzertausfällen und Club-Schließungen betroffen Branche. So entstand das Projekt "Basic Income for the Arts“. Kulturministerin Martin spricht von einer "einmaligen politischen Intervention". Nach Berichten der BBC handelt es sich um einen Grundlohn von 10,50 Euro die Stunde. Das wären bei einer 40 Stunden Woche überschlagen 1700€ brutto im Monat. Den Antrag können Artists aus der Elektronischen Musik genauso wie aus der Klassik stellen. Aber auch Visual-Artists oder Slam-Poets.

Statt Rettung ein Zukunftsprojekt

Ziel der Task Force sei es Ideen zu entwickeln, wie sich die Szene von den Schäden der Pandemie erholen kann und langfristig auch anders aufstellen. In einem Interview erklärt die Kulturministerin sie wolle das Nachtleben zu einem neuen Wirtschaftszweig ausbauen. Sie spricht von  gestaffelte Schließzeiten der Clubs, einem besseren Nachtverkehr, und Beratern für das Nachtleben im ganzen Land. So sollen bestehende Arbeitsplätze gesichert und aufstrebende Talente gefördert werden.

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Legendärer Perkussionist James Mtume verstorben

Der Song von "Juicy Fruit" 1983 wurde von unzähligen Rappern wie Notorious BIG oder Snoop Dogg gecovert. James Mtume war eine Ikone des Jazz, R&B, Funk und Hiphop. Er hat im Ensemble von Miles Davis gespielt und als Percussionist sogar einen Grammy gewonnen. Jetzt ist er mit 76 Jahren verstorben. James Mtume bekam Jazz in die Wiege gelegt: Sein Vater war der weltbekannte Jazz-Saxophonist James Health. Zuhause am Essenstisch saßen regelmäßig Dizzy Gillespie, John Coltrane oder Thelonious Monk. Diese Gespräche über Musik prägten ihn.

Politische Musik

James Mtume war dafür bekannt Kultur mit politischen Themen zu verbinden. Er war er stark von der Bürgerrechtsbewegung inspiriert, trat dem Black Power Movement bei und bekam auch hier seinen Künstlernamen James Mtume. Der heißt auf Suaheli: Botschafter, oder Prophet. Gleichzeitig haben ihn R&B, James Brown und Motown kulturell geprägt. Er spielte als junger Musiker in den Clubs von Greenwich Village in New York, wo er von Miles Davis entdeckt wurde. Davis habe ihm beigebracht neue musikalische Maßstäbe zu setzen, erzählte er in einem Interview. In den 80er Jahren zählte James Mtume zu den ersten, die mit Drum Computern arbeiteten und damit den Funk revolutionierten.

Indische Landärzte regen sich über Bollywood Track auf

In einer Zeile von "Saana Kastam" singt die Schauspielerin Regina Cassandra: "Jugendliche Jungs erlernen den Job von Landärzten. Einfach nur, um die Chance zu bekommen, mich mal anzufassen." In einem Statement von einer indischen Landärztenvereinigung heißt es: "Das Lied beleidigt unseren Beruf, indem es sagt, dass junge Männer unbedingt Landärzte werden wollen, damit sie die schöne Schauspielerin berühren können." Die Tageszeitung Times of India berichtet, dass die Landärztevereinigung deswegen vor Gericht gegangen ist. Sie forderten eine Entschuldigung und dass die Polizei Maßnahmen gegen den Komponisten und Filmdirektor ergreifen. Von der Produktionsfirma des Films, zu dem der Song gehört, gibt es noch kein offizielles Statement. "Saana Kastam" ist ein Track zu einem Bollywood Film namens "Arachya". Der Song bekommt also viel Aufmerksamkeit und ist mit einer sehr großen Reichweite sowie großem Budget verbunden.

Neu:e Single "More Pressure" von Kae Tempest

"More Pressure" ist ein Track mit schnelleren Beats und Snythklängen über Persönlichkeitsentwicklung und Zukunftsdenken. In einem Statement von Rapper:in und Lyriker:in aus Großbritannien Kae Tempest heißt es: "Wir sind Belastungen ausgesetzt. Die können wir als Möglichkeiten für neues Wachstum, Widerstandsfähigkeit und Akzeptanz sehen. Ein neues Maß an Energie kann aus großem Druck entstehen.2 Es ist der erste eigene Track von Kae Tempest seit 2019 und der Motto-Song  des kommenden Albums „The Line is a Curve“. Denn alle anderen Songs des Albums laufen auf 2More Pressure", dem vorletzten Track des Albums, zu. "The Line is a Curve" wird am 8. April veröffentlicht.