Yetundey mit neuer Single "Sag mir nicht"

Yetundey: "Sag mir nicht"

Global Pop News 25.11.2021

Yetundey mit neuer Single "Sag mir nicht"

Von Kai Brands

Yetundey schlägt neue Töne an | "London’s Burning": Poppy Ajudhas politische UK-Kritik | China geht gegen Unterhaltungsbranche vor | Neue Doku über belgischen Popstar Angèle | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Yetundey mit neuer Single "Sag mir nicht"

Rapperin und Sängerin Yetundey ist für humorvolle und ironische Texte bekannt. In ihrer poppigen neuen Elektro-Rap-Single "Sag mir nicht" lässt sie eine eher andere Seite durchblicken. Es geht um bedrückende Gefühle, Sorgen und Grübeleien, die etwa trotz eigentlich glücklicher Momente immer wieder zurückkommen. "Ich hatte Sessions und an dem ersten Tag habe ich um jeden Preis versucht, mich in eine Kiste reinzuzwängen, in die ich nicht passe und gehöre, weil alle möglichen Stimmen mir gesagt haben, wie ich zu klingen habe oder etwas bestimmtes darstellen soll. Am nächsten Tag ging es mir einfach so schrecklich", sagt Yetundey darüber, wie es zum Song kam. Mit diesen Ängsten und Zweifeln daran, nicht zu wissen, wie sie sich denn präsentieren soll, ist sie wieder an den Song gegangen. Das Gefühl, sich auf einen bestimmten Sound zum Beispiel festlegen zu müssen, und wie sehr ihr das zu schaffen gemacht hat, hat letztendlich dafür gesorgt, dass es in "Sag mir nicht" im Vergleich zu beispielsweise ihrer letzten EP "Black Friday" etwas anders zugeht.

"London’s Burning": Poppy Ajudhas politische UK-Kritik

Jazz- und Soul-Sängerin Poppy Ajudha ist seit Jahren Teil der jungen talentierten Musikszene Londons. Der Titel ihrer neuen Single "London’s Burning2 klingt dramatisch. Nicht ganz so dramatisch, aber auch nicht allzu aufhellend ist die Musik, die dahintersteckt. Ein dumpfes Piano und etwas schrille Synthesizer- und Geigen-Sounds und ein Groove in Broken-Beat-Manier bilden das instrumentale Bett, in das Poppajudha die Wut der jungen Generation legt. Im neuen Song kritisiert sie die britische Geschichte und eine Politik der Abschottung. Sie singt: "Die Kleine Insel, die denkt sie sei eine ganze Welt, schließt ihre Türen und implodiert."
Ihr geht es um ein Vereinigtes Königreich, in dem "wir, obwohl wir dem größten Teil der Welt fast alles genommen haben, immer noch dabei sind, unsere Türen für diejenigen zu schließen, die in Not sind. Selbst wenn wir es sind, die die größte Rolle bei der Destabilisierung der Länder gespielt haben, aus denen sie kommen", sagt sie über das Motiv diesen Song zu schreiben. Außerdem will sie mit dem Song die Jugendbewegungen loben, "die energisch versuchen, Stereotypen zu überwinden gerechtere und mitfühlendere Welt zu schaffen", sagt sie. Poppy Ajudha spürt also Wut - vor allem in der jungen Generation in ihrer Heimatstadt London -, und beschreibt sie musikalisch. Für Songs mit Tiefe ist Poppy Adjudha bekannt. Bisher hat sie einzelne Songs rausgebracht, in denen es etwa um Female Empowerment geht. Mit "London’s Burning2 kündigt sie ihr Debüt-Album "The Power In Us" an, das am 11. März erscheinen soll.

Kris Wu

China mit nächstem Schritt gegen Unterhaltungsbranche

Die regierungsnahe China Association of Performing Arts (CAPA) hat in dieser Woche eine Liste mit 88 Menschen aus der Entertainment-Branche veröffentlicht, die mit "illegalem und unethischem Verhalten" aufgefallen sind. Auf dieser Liste taucht verschiedenen Medienberichten nach auch der Name des chinesisch-kanadischen Ex-K-Pop-Stars Kris Wu auf, dem Vergewaltigung vorgeworfen wurde. Im Sommer ist er verhaftet worden. Auch die chinesische Schauspielerin Zheng Shuang ist auf dieser Liste. Um sie gab es Anfang des Jahres eine öffentliche Kontroverse. Ihr wird vorgeworfen mit ihrem Ehemann zwei Leihmütter in den USA engagiert zu haben. Als sich das Paar dann getrennt hat, soll sie die Kinder ihm überlassen und sie vernachlässigt haben. Außerdem ist sie wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden.

Wer auf dieser Liste steht - es soll Medienberichten zufolge die 9. Liste dieser Art sein -, soll weder eigene Livestream-Plattformen benutzen noch darauf auftauchen dürfen. Vor allem für Streamer:innen, Influencer:innen und Artists, die darüber in China viele Menschen erreichen, gilt das als ein harter Schlag. China geht grundsätzlich viel gegen die Unterhaltungsbranche vor. In diesem Jahr wurde unter anderem angekündigt, dass bestimmte Songs zum Karaoke-Singen verboten werden. Außerdem ging es auch darum, dass im Fernsehen keine Männer gezeigt werden sollen, die nach Ansicht der staatlichen Fernseh- und Radioverwaltung "weiblich" wirken oder eine "andere abnormale Ästhetik" zeigen. Im März hat die CAPA noch einen Regel-Katalog für Artists eingeführt, an den sie sich halten sollten. Mit der neuen Liste gehe es der Behörde offiziell darum, die "Selbstdisziplin der Branche zu stärken."

Neue Doku über belgischen Popstar Angèle

Pop-Sängerin Angèle aus Belgien ist mittlerweile ein richtiger Star. Und wie es sich für Popstars gehört, wird der Weg zum großen Ruhm auch filmisch in Szene gesetzt. Heute ist entsprechend die neue Netflix-Dokumentation "Angèle" erschienen. In knapp anderthalb Stunden soll es darin um die Highlights und Tiefpunkte ihrer bisherigen Karriere gehen, die 2017 so richtig losging, als sie ihre erste Single "La loi de Murphy" veröffentlicht hat. Auch über Youtube und Instagram wird sie schnell zum gefeierten Star in Belgien. Über den schnellen Aufstieg sagt sie im Trailer zur Doku: "Es ist so schnell passiert. Ich dachte, was mache ich hier? Warum ich?" Also hätte sie dieses Mädchen kreiert – eine verbesserte Version von ihr und eine Kombination von ihren Fantasien. In der Doku geht sie zum Beispiel ihre Notizbücher durch und liest daraus vor: "Jetzt ist Erfolg mein einziges Verlangen. Davor war ich frei!"

In der Doku geht es auch zurück in ihre Kindheit. Angèle wächst in dem Brüsseler Vorort Linkebeek auf. Ihr Vater war Sänger und ihre Mutter Schauspielerin. Sie sagt, dass sie entsprechend auch schon als Kind zeigen, was sie draufhat. Ein weiterer Kernpunkt ihrer Karriere, um den es in der Doku geht, ist ein Playboy-Artikel, der für Aufsehen gesorgt hat. Das Magazin hätte ein freizügiges Foto benutzt, das sie eigentlich verboten hatte zu verwenden, sagt sie. Auch ihr Auftritt als Support-Act vom belgischen Rapper Damso, bei dem sie ausgebuht wird, thematisiert die Doku. Mittlerweile ist Angèle ein großer Popstar, vor allem in Belgien und Frankreich, mit Millionen Fans.

Stand: 26.11.2021, 10:59