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Kool Savas versteigert Original-Lyrics als NFT

Kool Savas

Global Pop News 25.10.2021

Kool Savas versteigert Original-Lyrics als NFT

Von Kai Brands

Kool Savas versteigert Original-Lyrics als NFT | Details um getöteten schwedischen Rapper Einár | Schwarze Global Pop Artists mit Förderung von YouTube | J Balvin reagiert auf Kritik an "Perra"-Musikvideo | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Kool Savas versteigert Original-Lyrics als NFT

Mit Pizza, Wein oder Eistee haben Deutsche Rap-Artists schon seit einer Weile andere Märkte für sich entdeckt. Nun hat mit Kool Savas der zweite prominente Name der Szene einen NFT versteigert. NFTs (Non-Fungible Token) sind vereinfacht digitale Einzelstücke. Das können zum Beispiel Songs oder Alben sein. Diese werden dann oft - ähnlich wie auf dem Kunstmarkt - versteigert. Kool Savas hat jetzt seinen ersten NFT versteigert: die Original-Lyrics zu seinem Song "King of Rap" aus dem Jahr 2000, die für insgesamt 30.000 Euro weggegangen sind. Bei instagram hat die Auktions-Plattform Niftee bekanntgegeben, dass sie kurz nach der Auktion bereits für 150.000 Euro weiterverkauft worden sind. Vorab hatte Kool Savas die Auktion mit einer besonderen Aktion angekündigt. Er hat in Anwesenheit einer Notarin die Original-Lyrics auf Papier verbrannt.

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Was Rap-Fans womöglich wehgetan haben könnte, macht aber noch einmal deutlich, welche die hinter NFTs steckt: Es soll nur ein Original geben, das es nun also nur noch in digitaler Form gibt. Die meistbietende Person bekam laut der Anzeige der Auktions-Plattform die Asche des verbrannten Papier-Originals dazu. Kool Savas, der schon seit den Nullerjahren den Deutschrap maßgeblich mitprägt, ist aber nicht der Erste in der deutschen Szene mit einem NFT. Auf derselben Plattform wie er hat sein Kollege Cro Mitte Oktober mehrere seiner Masken als NFT für mehrere tausend Euro versteigert. International haben schon einige Artists mit NFT herumexperimentiert - u.a. die Rockband Kings Of Leon, Elektronik-Musiker Aphex Twin oder auch Rapper Eminem.

Details um getöteten schwedischen Rapper Einár

Ende vergangener Woche hat die Nachricht schockiert, dass der 19-jährige schwedische Rapper Einár in Stockholm erschossen worden ist. Es wird ein Zusammenhang zur Bandenkriminalität vermutet. Laut Medienberichten soll sich Einar scheinbar im Streit mit mehreren Rappern befunden haben. Rapper Yasin soll versucht haben, ihn zu entführen und ist dafür zu einer Haftstrafe von acht Monaten verurteilt worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Einige Wochen später im letzten Jahr wurde Einár dann wirklich entführt, heißt es. Er soll geschlagen, erniedrigt und erpresst worden sein. Daran soll der Rapper Haval Khalil beteiligt gewesen sein. Gegen das Urteil gegen ihn zu zweieinhalb Jahren Haft wurde demnach Berufung eingelegt.

Einár gehörte mit seinem Gangster-Rap zu einem der erfolgreichsten Rapper im Land. Grundsätzlich wird der kleinen Gangster-Rap-Szene in Schweden nachgesagt, dass sie kriminellen Banden nahestehen sollen. Laut Medienberichten hätte Einár in dieser Woche selbst vor Gericht aussagen sollen. Laut der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" soll er zuletzt auch bedroht worden sein und stand angeblich unter Personenschutz. Einár selbst wurde Anfang des Monats festgenommen. Er wurde verdächtigt, an einer Messterstecherei in einem Stockholmer Restaurant beteiligt gewesen zu sein. Wer hinter dem Tod von Einár steckt, ist noch nicht klar. Die Polizei ermittelt wegen Mordverdachts.

Schwarze Global Pop Artists mit Förderung von YouTube

Schwarze Musiker:innen, Songwriter:innen und Musik-Produzent:innen fördern - das schreibt sich die Video-Plattform YouTube neuerdings auf die Fahne. Unter den für einen entsprechenden Fonds Ausgewählten sind einige Global Pop-Stars wie der kubanische Funk-Musiker Cimafunk, die brasilianische Soul-Sängerin Liniker und Afrobeats-Super-Newcomer, Sänger und Produzent Ckay aus Nigeria. Rund 50 internationale Schwarze Artists, Songwriter:innen und Produzent:innen wurden ausgewählt und sind jetzt Teil der "Black Voices Artist Class", einer Gruppe des entsprechenden Fonds der Plattform, für den man sich bewerben konnte.

Mit dem "Black Voices Fund" möchte YouTube nach eigener Aussage Schwarze Kreative ins Zentrum rücken, mit neuen Inhalten auf Rassismus aufmerksam machen und die Artists unterstützen. Sie sollen Support bei ihren eigenen YouTube-Kanälen bekommen. Außerdem soll es für sie Workshops und Trainings geben und sie sollen sich untereinander vernetzen. Das ist jetzt die zweite Runde des Black Voices Funds. Beim ersten Mal waren zum Beispiel die kenianische Afro-Pop Band Suati Sol oder Rapperin Sho Madjozi aus Südafrika dabei. Der Fonds soll auf mehrere Jahre angelegt sein.

J Balvin reagiert auf Kritik an "Perra"-Musikvideo

Vor rund einer Woche hat Reggaeton-Superstar J Balvin aus Kolumbien das Musikvideo zu seinem Song "Perra" zusammen mit Rapperin Tokischa aus der Dominikanischen Republik nach heftiger Kritik offline genommen. Ihm wurden Rassismus und Sexismus vorgeworfen. Im Video war J Balvin zu sehen, wie er zwei Schwarze Frauen an der Leine zerrt, die wie alle anderen im Video wie Hunde geschminkt waren, die gefräßig wirken sollten. Jetzt hat J Balvin um Verzeihung gebeten. In seiner Instagram-Story sagt er in mehreren Videoclips u.a.: "Als Erstes möchte ich mich bei allen Personen entschuldigen, die sich angegriffen gefühlt haben, vor allem Frauen und die Schwarze Community. Das ist nicht Teil dessen, was ich immer ausgedrückt habe. Mir ging es schon immer um Toleranz, Liebe und Integration."

Rapperin Tokischa wäre auch dabei gewesen, weil er gerne neue Talente supporten möchte, heißt es weiter und Tokischa sei eine Person, die ihre Community unterstütze und Frauen stärke. Das Video zum gemeinsamen Song hatte J Balvin vor rund einer Woche heruntergenommen, so sagte er. Da hagelte es bereits Kritik und es die ging danach noch weiter. Jetzt folgt eine verspätete Reaktion darauf. Er wolle jetzt sein Gesicht und Respekt zeigen, sagt er. Kritik am Musikvideo kam unter anderem von Kolumbiens Vizepräsidentin Marta Lucia Ramirez, die das Video unter anderem als "sexistisch, rassistisch und machohaft" bezeichnet hatte.

Stand: 25.10.2021, 09:30