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"Our House" – Neues Museum für elektronische Musik in Amsterdam

Roland TR-808

Global Pop News 13.10.2021

"Our House" – Neues Museum für elektronische Musik in Amsterdam

Von Joyce Lok Teng Lee

Michael Kiwanuka mit neuer Single "Beautiful Life" | Shamir mit neuem Track zum "World Coming Out Day" | Studie zeigt Verbreitung von Rassismus in britischer Musikbranche | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

"Our House" – Neues Museum für elektronische Musik in Amsterdam

Es geht um die Evolution der elektronischen Tanzmusik, die Geschichte von House und die prägenden Personen dahinter. Ausstellungsstücke kommen unter anderem auch von der Stiftung einer der House-Pioniere, Frankie Knuckles. Er popularisierte Ende der Siebziger und in den Achtzigern House in Chicago. In insgesamt sechs Ausstellungen sind Fotogalerien, Dokumentationen und eine audiovisuelle Attraktion zum Thema Zukunft und elektronische Musik zu sehen. Außerdem können Besucher:innen sich an Vinyl-Spielern als DJ ausprobieren und lernen über den Einfluss von Drumcomputern. Das Museum "Our House" gibt zudem Kurse u.a. zur Musikproduktion und Selbstvermarktungsstrategien. Die Ausstellung ist im iT, eines der ersten House Clubs in Amsterdam. Die Eröffnung ist am 29. Oktober.

Michael Kiwanuka mit neuer Single "Beautiful Life"

Damit liefert Kiwanuka den Titelsong zu der neuen Netflix Doku über Corona-Held:innen "Convergence – Mut in der Krise". In "Beautiful Life" geht es darum, die echte Stärke in uns zu finden, die Schönheit auch in schwierigen Situationen zu suchen. Das macht Michael Kiwanuka, wie wir es von ihm kennen mit einem puren, leichten Sound. Deswegen ist er einer der einflussreichsten Soulmusiker der heutigen Zeit. "Beautiful Life" wurde mit einem kleinen Orchester aus Streichern, Gitarren, Trompeten, Tubas, Schlagzeug und Backgroundsänger:innen produziert. Zusammen mit mehreren Toningenieuren arbeitete er an dem Klang, der eine schwebende entspannte Atmosphäre erschafft, sodass wir an die vielen schönen Seiten im Leben denken müssen und schnell tagträumen.

Shamir mit neuem Track zum "World Coming Out Day"

Der neue Song "Gay Agenda" erscheint kurz nach dem "World Coming Out Day" – ein Tag über Ziele und Themen rund um die Akzeptanz von queeren Menschen. Zu "Gay Agenda" schreibt Shamir in einer Pressemitteilung, dass es ein Song über radikale interne und externe Akzeptanz sei. Weiter heißt es: "Wir leihen uns unsere Leben, wir sollten sie zu unseren eigenen machen." Shamir ist ein bedeutender Künstler der heutigen experimentellen Musik. Der Sound in "Gay Agenda" ist düster. Programmierte Streicherklänge, verzerrte Vocals und langsame, harte Drumsounds, die übersteuert klingen – dafür ist er seit seinem Durchbruch im Jahr 2014 bekannt. Im Musikvideo zu "Gay Agenda" sehen wir Shamir als Satyr, ein Fabelwesen aus Mensch und Ziegenbock mit Hufen und Hörnern und menschlichem Oberkörper. In der griechischen Mythologie wird es vor allem als genußsüchtig beschrieben, das gerne tanzt, trinkt und feiert.

Studie zeigt Verbreitung von Rassismus in britischer Musikbranche

63 Prozent der Schwarzen Musiker:innen und rund 73 Prozent der Fachkräfte haben direkten oder indirekten Rassismus in Form von Sprache oder Verhalten erlebt, so das Ergebnis der neuen Studie. Rund 73 Prozent waren Zeugen davon. Die Untersuchung wurde von Black Lives in Music durchgeführt, einer Organisation, die sich für die Gleichberechtigung Schwarzer Menschen im Musikbusiness einsetzt. Befragt wurden etwa 1700 Musiker:innen und verschiedene Branchenleute. Von ihnen waren rund 1100 Schwarz oder PoCs (nicht-weiß gelesene Menschen). Fast alle Schwarzen Musiker:innen und Akteur:innen stimmen zu, dass sie daran gehindert werden, sich weiterzuentwickeln. Ein Drittel der Befragten geben an, dass sich ihre mentale Gesundheit durch Rassismus verschlechtert hat, bei Frauen allein waren es 42 Prozent. Die Vorsitzende von Black Lives in Music, Charisse Beaumont, sagt der britischen Zeitung The Guardian: "Ich hoffe, dass dieser Bericht einen Wandel in der Art und Weise bewirkt, wie wir unser Musikgeschäft betrieben, das vor allem von Schwarzen Talenten profitiert." Diese Studie ist die erste ihrer Art.

Stand: 13.10.2021, 10:00