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Taliban erschossen offenbar Folk-Musiker

Sabiullah Mudschahid (M), Sprecher der Taliban, spricht auf seiner ersten Pressekonferenz im Medieninformationszentrum der Regierung in Kabul

Global Pop News 31.08.2021

Taliban erschossen offenbar Folk-Musiker

Von Lukasz Tomaszewski

Taliban haben offenbar Fawad Andarabi erschossen | Protest gegen Marilyn Manson Gastauftritt bei Kayne West | Carol Konka covert Amy Winehouse | Strut-Label bringt Musik des ghanaischen Meister-Percussionisten Okyerema Asante neu raus | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Taliban erschossen offenbar Folk-Musiker

Die Taliban haben nach der Machtübernahme in Afghanistan offenbar Fawad Andarabi erschossen. Fawad Andarabi war in seiner Heimat ein bekannter Folksänger, seine Lieder hat er mit einer Laute gespielt und dazu seine Verse gesungen. Fawad Andarabis Familie gab jetzt bekannt, dass die Taliban ihn erschossen haben sollen. Wegen der undurchsichtigen Lage lässt sich das nicht prüfen. Die Berichte der Familie scheinen aber glaubwürdig und auch CNN berichtet über den Vorfall und beruft sich auf die Aussagen des ehemaligen afgahnischen Innenministers Massoud Andarabi.

Der Mord soll in der Provinz Baghlan stattgefunden haben ca. 100 Kilometer von Kabul entfernt. Die Taliban sollen Fawad Andarabis Haus vergangene Woche durchsucht und sogar mit ihm Tee getrunken haben. Am Freitag hätten sie ihn dann aus dem Haus gezerrt und erschossen, berichtet der Sohn Jawad. Es gibt bereits internationale Reaktionen auf den Mord.

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Agnes Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International meldet sich auf Twitter zu Wort: "Die Beweise nehmen zu, dass die Taliban 2021 genau so intolerant, gewalttätig und repressiv sind wie 2001. Nach 20 Jahren hat sich diesbezüglich nichts verändert". Als die Taliban zwischen 1996-2001 das erste Mal regierten, war Musik im Land verboten.Ein anderer bekannter afganischer Musiker hat es unterdessen geschafft das Land über die Luftbrücke zu verlassen. Reporter von Afghanistan International TV haben auf Twitter ein Video von Sharafat Parwani auf einer US-Militärbasis gepostet.

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Protest gegen Marilyn Manson Gastauftritt bei Kayne West

Am Sonntag ist Kayne Wests zehntes Studioalbum Donda rausgekommen und prompt in 130 Ländern auf Platz 1 gelandet. Ein Song sorgt allerdings wegen seiner Feature-Gäste für bitteren Beigeschmack und Protest. Es geht um "Jail pt 2". Dort haben Sänger Marilyn Manson und Rapper DaBaby einen Gastauftritt. DaBaby sorgte zuletzt mit homophoben Äußerungen für Kritik, Manson ist mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt: Diese Collabo kann nur als Provokation verstanden werden. Gestern hat sich eine der Manson-Klägerinnen zu Wort gemeldet.

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Evan Rachel Wood ist Schauspielerin, Sängerin und Ex von Marylin Manson. Sie hat bei einem Konzert auf Mansons Gastauftritt reagiert und das Video bei Insta geteilt. Das Video zeigt sie auf der Bühne, wo sie den Song "You get What You Give" von den New Radicals covert und an der Stelle, an der der Name von Marylin Manson im Song vorkommt - hebt sie den Mittelfinger - das Publikum jubelt. Bei Insta schreibt sie zum Video: "You get what you give". For my fellow survivors who got slapped in the face this week. I love you. Don't give up.

Carol Konka covert Amy Winehouse

Die Brasilianische Rapperin Carol Konka hat im brasilianischen Fernsehen die Hymne Back to Black gesungen. Bei den brasilianischen Twitter-Usern war der Auftritt eins der Trending Toppics. Im Interview sprach sie auch über ihren Ausstieg bei der Brasilianischen Ausgabe von Big Brother. Sie hat danach viel Hate im Netz abbekommen und wurde auch auf der Straße dafür mit rassistischen Kommentaren angefeindet. Der große Erfolg ihrer Performance von Amy Winehouse' Back To Black wird deshalb als Empowerment-Statement gefeiert.

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Okyerema Asante neu aufgelegt bei Strut

Das britische Strut-Label bringt jetzt Musik des ghanaischen Meister-Percussionisten Okyerema Asante neu raus. Das Liebhaberlabel ist bekannt dafür Meilensteine des afrikanischen Jazz und Global Pop zu remastern und wieder neu rauszubringen. Jetzt hat sich Strut das Album "Drum Message" von Okyerema Asante vorgenommen. Ursprünglich wurde es 1977 in Washington DC aufgenommen. Okyerema Asante sagt: "Das Album kam vom Herzen, ich wollte darauf spirituelle Musik mit afrikanischem Jazz vermischen". 

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Er war Percussiont bei Ebo Taylor aus Ghana, hat mit Afrobeat-King Fela Kuti aus Nigeria gespielt und dem südafrikanischen Trompeter Hugh Masekela. Das Album "Drum Message" ist ein Beweis für die Experimentierfreude des Percussionisten. Er hat darauf seine Stücke neu arrangiert, teils den E-Bass gegen einen Kontrabass getauscht oder Anleihen von Reggae und Highlife beigemischt. Manche Stücke sind wiederum feinster Afro-Funk. Trotzdem ist das Album zunächst untergegangen. 1993 nur in kleiner Auflage auf CD erschienen. Jetzt, 44 Jahre nach den Originalaufnahmen, kommt es erstmals international digital und auf Vinyl raus. Erscheint am 1. Oktober. Vier Songs gibt es jetzt schon.

Stand: 31.08.2021, 10:29