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Neue Musik und Umweltaktion von Altın Gün

Altin Gün - Kısasa Kısas

Global Pop News 21.07.2021

Neue Musik und Umweltaktion von Altın Gün

Von Kai Brands

Neue Musik und Umweltaktion von Altın Gün | Studie aus UK zeigt: Musik hilft durch die Pandemie | Indoor-Cluböffnung in Köln weiter offen | Black Coffee über die Lage in Südafrika | Childish Gambino covert Grammy-Song von Brittany Howard | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Neue Musik und Umweltaktion von Altın Gün

"Kısasa Kısas" heißt die neue Single, die mit leichten Spuren von Reggae-Elementen und sommerlichen Vibe daherkommt. Die elektronischen und psychedelischen Sounds, für die die Band aus Amsterdam bekannt ist, kommen auch nicht zu kurz. Altın Gün interpretieren in ihrer Musik meistens türkische Volkslieder neu, schreiben aber auch eigene Songs, wie "Kısasa Kısas" zum Beispiel. Der Song ist der Vorbote zu ihrem neuen Album "Âlem", das am Freitag rauskommen wird. Übersetzt kann der Titel vieles heißen: Welt, Königreich, Universum, aber auch Alkohol oder Orgie. In anderen Worten: mystisch und wild.

Mit dem Sound vom Album wollen sie "eine Ode an die elektronische Popmusik der Achtziger und Neunziger kreieren", sagen sie. Im Februar ist erst ihr letztes Album "Yol" rausgekommen. Jetzt legen sie also ziemlich schnell wieder nach. Das neue Album gibt es nur digital und auf der Plattform Bandcamp zu kaufen. Die Einnahmen gehen dann an eine Umweltschutzorganisation. Sie wollten mehr tun, als auf ihren ökologischen Fußabdruck beim Touren zu achten, sich auf Tour vegetarisch zu ernähren oder Plastik zu vermeiden. Altın Gün wollen auf die Schönheit der Natur aufmerksam machen und verbinden sie im neuen Musikvideo mit dem typischen Retro-Charme der Band.

Studie aus UK zeigt: Musik hilft durch die Pandemie

Eine Studie aus Großbritannien will jetzt mit Zahlen belegen können, dass Musik geholfen hat, mit der Situation während der Pandemie klarzukommen. Der britische Musikbranchen-Verband "UK Music" hat eine entsprechende Studie vorgestellt. Demnach haben 57 Prozent der Befragten angegeben, Musik hätte ihnen geholfen mit den Lockdowns zurechtzukommen - sei es, um besser drauf zu sein oder um zu entspannen. Rund drei Viertel gaben an, dass Musik sie produktiver gemacht hätte, bei der Arbeit oder beim Lernen. Dass Musik keine Hilfe war, haben nur 14 Prozent gesagt. 42 Prozent an, dass sieseit Pandemieausbruch mehr Musik hören würden. Für den Verband sind die Ergebnisse eine weitere Stütze, um die große Bedeutung von Musik und der Musiklandschaft in UK zu verdeutlichen.

Indoor-Cluböffnung in Köln weiter offen

Seit einer Woche gelten In NRW neue Corona-Regeln. Und die haben auch Auswirkungen auf die Clubs. Einige Clubs in Köln etwa planen jetzt die Indoor-Wiedereröffnung, allerdings wohl erst für den Herbst. Die Kölner Clubszene sei "skeptisch und zwiegespalten", sagt Mankel Brinkmann dem Kölner Stadt-Anzeiger. Er ist Betreiber vom Club Bahnhof Ehrenfeld und Vorsitzender des Clubverbands Klubkomm. Der Blick etwa in die Niederlande, wo vor einigen Wochen die Clubs geöffnet wurden und die Zahl der Neuinfektionen vor allem bei Partybesucher*innen rasant gestiegen ist, würde die Freude darüber trüben, in der Theorie wieder öffnen zu können. In den Niederlanden sind die Clubs mittlerweile wieder zu. "Unser Ziel ist weiterhin, die Pandemie mit Impfungen zu bekämpfen", so Brinkmann im Zeitungsbericht.

In Nordrhein-Westfalen gilt seit dem 14. Juli eine neue Stufen-Regelung, die von der Inzidenz abhängt. Bei der Inzidenzstufe 0, also einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn, dürften Clubs wieder Besucher*innen in ihre Innenbereiche lassen, wenn sie getestet, geimpft oder genesen sind und die mögliche Kontaktnachverfolgung gewährleistet ist. Dafür kann auf Abstand und  Maske verzichtet werden. Eine mögliche Öffnung kam für viele Clubbetreibende in NRW aber offenbar zu plötzlich. Es geht laut mehreren Berichten zum Beispiel um Bestellungen, die sie noch machen müssen. Außerdem muss ausreichend Personal verfügbar sein. Teilweise müssten noch Hygienekonzepte und entsprechende Nachrüstungen abgenickt werden. Die Indoorbereiche der Clubs in Köln bleiben aber wohl erst noch zu. Hier liegt die Inzidenz aktuell bei 23,3. Das ist nach der aktuellen Verordnung in NRW Inzidenzstufe 1. Laut KStA-Bericht plant Brinkmann den Club Bahnhof Ehrenfeld im Herbst wieder zu öffnen. Er sagt demnach: "Manche überlegen, dann nur für Geimpfte zu öffnen."

In Großbritannien hat Premierminister Johnson am Montag angekündigt, diese Überlegung verpflichtend zu machen. Ende September, wenn alle Bürger*innen über 18 ein Impfangebot bekommen haben sollen, sollen etwa Clubs nur betreten dürfen, wer zweifach geimpft ist. Ein negativer Test soll dann nicht mehr ausreichen. Für einen besonders sicheren Party- oder Konzertbesuch scheint die Kombination aus Maske, Schnelltest und einer verbesserten Luftzirkulation geeignet zu sein. Das legen die Ergebnisse eines Testkonzerts in Barcelona vom März nahe. Von rund 4.500 Teilnehmenden wurden nach der Studie nur 6 Menschen positiv getestet.

Black Coffee über die Lage in Südafrika

DJ und House-Produzent Black Coffee ist einer der größten Musikstars Südafrikas. Nach den Ausschreitungen in Südafrika hat er jetzt seine Gedanken zur Lage und Zukunft seiner Heimat ausgesprochen. Im Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN spricht er von seiner Hoffnung, dass Südafrika aus eigener Kraft die Situation im Land verbessert: "Manchmal denke ich, ich muss einfach etwas sagen. Wir müssen unsere eigenen Angelegenheiten klären, denn wir sind gerade dabei, uns selbst zu vernichten. Ich bin da sehr leidenschaftlich und fühle mich manchmal schlecht, dass ich vor aller Welt von der schmutzigen Wäsche meines Landes spreche. Ich hoffe, wir können das reparieren und eine starke Nation werden." Außerdem müsse ein Gefühl von Einheit entstehen. Black Coffee fordert mehr Unabhängigkeit und Eigenverantwortung. Weil der Einfluss von ausländischen Firmen so groß ist, hätten viele Südafrikaner*innen nicht das Gefühl gehabt, dass sie sich mit den Krawallen und Plünderungen selbst schaden würden.

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Mehrere Artists, wie Rapper Cassper Nyovest oder Amapiano-Star Lady Du, haben sich vergangene Woche zunächst via Social Media schockiert über die Bilder der Situation in Südafrika geäußert. Sie hatten Präsident Cyril Ramaphosa gebeten, schnell zu handeln, damit die Lage nicht noch weiter eskaliert. Er mobilisierte die Armee zum größten Inlands-Einsatz, seit Südafrika eine Demokratie ist. Neben den Plünderungen und materiellen Schäden sind bei den Krawallen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Ausschreitungen machten den sozialen Konflikt im Land deutlich. Es geht auch um Ungleichheit und Armut. Der Ausgangspunkt war aber auch ein politischer Konflikt: Anhänger von Ex-Präsident Jacob Zuma haben die Proteste gestartet. Der ist zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er monatelang nicht zu einer Anhörung wegen Korruptionsvorwürfen erschienen ist. Aktuell ist Ex-Präsident Zuma in Haft. Sein Prozess ist derzeit unterbrochen und soll Mitte August weitergehen.

Childish Gambino covert Grammy-Song von Brittany Howard

Rock- und Soul-Sängerin Brittany Howard ist vor allem bekannt als Frontfrau der Band Alabama Shakes. Aber auch solo ist die US-Musikerin aus Alabama erfolgreich. Für ihren Song "Stay High" gab es dieses Jahr einen Grammy. An diesen hat sie jetzt US-Sänger und Rapper Childish Gambino gelassen. Auf seiner Cover-Version macht die Akustikgitarre Platz fürs E-Piano und Streicher. Elektronische Trap-Beats ersetzen das Schlagzeug und Synthie-Sounds den E-Bass. Es ist also eine deutlich elektronischere Version, die hier und da etwas düsterer rüberkommt. Stimmlich bleibt es bemerkenswert: Childish Gambinos zarte Kopfstimme kommt, was das Gefühl für den Song angeht, locker ran an die kraftvolle Stimme von Brittany Howard im Original-Track.

Es ist ein gelungenes Cover mit der Botschaft, optimistisch zu bleiben. Bei Twitter schreibt Howard: "Ich hoffe, die Botschaft des Songs inspiriert die Leute dazu, positiv zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben in dieser verrückten Zeit." Der Song ist einer von 13 neuen Versionen ihrer Lieder auf einem neuen Album. Viele Stars aus dem Global Pop haben die Songs von Brittany Howards Soloalbum "Jaime" neu interpretiert oder geremixt, wie zum Beispiel Indie-Soul-Musiker Michael Kiwanuka aus UK, die Synth-Pop-Band Little Dragon aus Schweden oder die kanadische Jazztruppe Badbadnotgood. Diese Vielfalt an Stilen ist das, was ihr auch beim ursprünglichen Album so viel Spaß gemacht hat, sagt die Sängerin in einem Statement. Die ganze Vielfalt ihrer Songs neu-interpretiert von anderen Stars aus dem Global Pop gibt es am Freitag zu hören. Dann erscheint das Album "Jaime Re-imagined" von Brittany Howard und ihren musikalischen Gästen.

Stand: 21.07.2021, 11:00