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#deutschrapmetoo: Samra reagiert auf Vergewaltigungsvorwurf

Deutschrappper Samra

Global Pop News 21.06.2021

#deutschrapmetoo: Samra reagiert auf Vergewaltigungsvorwurf

Von Maike de Buhr

Viel Solidarität mit Influencerin Nika Irani | Erneute Proteste gegen Bolsonaro in Brasilien| Corona und Partykultur | Macy Gray schlägt neue US-Flagge vor | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

#deutschrapmetoo: Samra reagiert auf Vergewaltigungsvorwurf

Die Deutschrap-Szene erlebt gerade eine MeToo-Bewegung. Auslöser dafür ist ein Vergewaltigungsvorwurf gegen den Rapper Samra. Influencerin Nika Irani schilderte bei Instagram detailliert wie der Vorfall im Schlafzimmer seines Tonstudio passiert sein soll. Nun hat Samra auf die Vorwürfe reagiert. In einem Statement bei Instagram schreibt er, er habe "niemanden vergewaltigt, weder die Person, die mich dessen beschuldigt, noch andere Menschen!" Außerdem erklärt er rechtlich gegen die Anschuldigungen vorzugehen. Auf seinen Post folgten dann noch mehrere nicht mehr abrufbare Story-Videos. In denen wirft er ihr vor zu lügen und nur auf Ruhm aus zu seien. Zudem gibt er zu "kein Gentleman" gewesen zu sein: "Vielleicht hast du dich gekränkt gefühlt, weil ich mich danach nicht bei dir gemeldet habe oder dir am nächsten Tag keine Blumen nach Hause gebracht habe. (…) Aber du kannst nicht meine Karriere zerstören, weil ich habe so etwas nicht gemacht." In den Videos wurde Samra immer aufbrausender. Seine Fans rief er dazu auf, ihn zu verteidigen und dazu drohte er ihr: "Du kriegst deine Strafe, nicht nur vom Richter. Du kriegst auch deine Strafe von Gott."


Hingegen bekommt Nika Irani viel Solidarität von anderen Rapperinnen und Rappern. Shirin David hatte den Post von Nika bei Instagram geteilt. Und Lady Bitch Ray schreibt: "#deutschrapmetoo ist schon lange überfällig. Sexuelle Übergriffe, Machtmissbrauch oder kursierende Vergewaltigungsvorwürfe wurden lang genug unter den Tisch gekehrt, von Plattenlabels & Rappern durch Schweigen mitgetragen oder Opfer durch teure Anwälte strategisch mundtot gemacht". Dazu schreibt sie, dass es Zeit würde, dass die Geschichten und Stimmen der Opfer sichtbar werden und die Täter die nötigen Konsequenzen für ihre Taten tragen. Das reflexhafte Anzweifeln, das strategische Gaslighten oder die Diffamierung der Opfer sollten gleich mitaufgedeckt werden. Und LGoony twittert: "Die Fanbase von deutschen Rappern ist zu einem großen Teil minderjährig, unerfahren und leicht zu manipulieren, während die Rapper oft 30+ Jahre alte Männer mit einem einschüchternden Umfeld sind." Mittlerweile wurde auch der Instagram-Kanal @deutschrapmetoo ins Leben gerufen, der Betroffene vernetzen und Berichte bündeln möchte.

"Bolsonaro muss weg": Global Popstars reagieren auf 500000 Corona-Tote in Brasilien

Brasilien hat einen traurigen Rekord aufgestellt: über eine halbe Millionen Menschen sind dort bereits an Corona gestorben, nur in den USA waren es bisher mehr. Brasilianische Musikstars reagieren auf die hohen Zahlen und machen vor allem den Präsidenten Jair Bolsonaro verantwortlich. Die Rapper Emicida und Marcelo D2 setzen seine Coronapolitik mit einem Genozid gleich. Marcelo D2 befürchtet, dass sich die Zahl an Toten noch verdoppeln würde und wirft der Regierung vor, die Pandemie wie Projekt zu behandeln, um das Virus im ganzen Land zu verbreiten und Chaos zu verursachen. Das Misstrauen gegenüber Bolsonaro ist groß. Laut einer Umfrage vom Datafolha Institut liegt Bolsonaros Popularität nur noch bei 24 Prozent. In einigen brasilianischen Städten sind am Wochenende tausende Menschen auf die Straße gegangen um gegen seine Coronapolitik zu demonstrieren. Bolsonaro würde die Pandemie verharmlosen, die Impfkampagne verzögern, Rassismus und Gewalt schüren. So sieht das auch der Sänger Fióti. Er schreibt „Mit Rassismus wird es keine Demokratie geben. Für das Ende des Völkermords an unserem Volk muss Jair Bolsonaro verantwortlich gemacht werden, für die mehr als 500.000 Toten, verlorenen Leben, für eine Krankheit, für die es bereits einen Impfstoff gibt!!“ Dazu teilte er einen Artikel samt Video der brasilianischen Nachrichtenseite Folha de S.Paolo. Darin wird auf Kulturschaffende aufmerksam gemacht, die an den Folgen von Covid19 gestorben sind, wie der 28-jährige Sänger MC Dumel, Sänger und Komponist Carlos José oder US-Talkshow-Legende Larry King.

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Corona und Partykultur: Illegaler Rave in Frankreich, Demos für die Clubkultur

In Frankreich ist ein illegaler Rave eskaliert. In der Bretagne haben am Wochenende rund 1500 Menschen auf einer Pferderennbahn bei Redon gefeiert  - trotz strenger Coronaregeln und einer bis Sonntag geltenden Ausgangssperre ab 23h. Als 400 Beamt:innen die Party räumen wollten kam zu gewaltsamen Zusammenstößen. Laut Polizei flogen dabei Molotowcocktails, Boule-Kugeln und Steine. Es gab mehrere Verletzte, ein Raver soll seine Hand verloren haben.
In Berlin wurde dafür am Sonntag bei einer Bootsdemo für die Clubkultur friedlich und legal gefeiert. Seit Freitag darf in der Hauptstadt zwar wieder bei Events getanzt werden, allerdings nur unter strengen Auflagen. Open Air Veranstaltungen dürfen mit maximal 250 Besuchenden stattfinden, die einen negativen Test vorweisen und teilweise Masken tragen müssen.

Die Demo auf dem Wasser hat mehr Freiheit beim Feiern gefordert. Rund 150 Menschen sind dabei in Schlauchbooten und Co über den Landwehrkanal in Kreuzberg geschippert um gegen den gegen "Kulturalschaden" zu demonstrieren. Die Veranstaltenden kritisieren, dass Clubs strengere Regeln auferlegt werden, als für Sportangebote, Restaurants und Kneipen gelten. Ähnliche Forderungen stellt eine geplante Tanzdemo in Köln. Bei "MACHT PLATZ FÜR MUSIK" ruft die Klubkomm und die Kölner Veranstalter Initiative zur Kulturdemonstration auf. Sie fordern einfachere Genehmigungen für Open Air-Flächen, Open Air Events mit bis zu 1000 Personen ab dem 1. Juli an denen Getestete, Geimpfte oder genesene Personen ohne verpflichtenden Mindestabstand und ohne Sitzplatzverpflichtung teilnehmen können. Dazu fordern sie klare Aussagen und Perspektiven für die Zukunft. Die Tanzdemo ist für den 26. Juni geplant. Startpunkt ist der Neptunplatz in Ehrenfeld.

Macy Gray schlägt neue US-Flagge vor

Macy Gray wünscht sich eine neue Flagge für die USA. Die Sängerin und Grammy-Gewinnerin schreibt in einem Kommentar für das Onlinemagazin MarketWatch, die US-Flagge sei missbraucht worden, als Trump-Anhänger mit den Flagge in der Hand das US-Kapitol in Washington DC stürmten. Die Flagge mit den rot-weißen Streifen und den gelben Sternen auf dem blauen Grund könnte man mittlerweile mit der Konföderierten-Flagge vergleichen. Auch die hatten die Stürmenden dabei. Sie steht in den USA als Symbol der Sklaverei und weißen Vorherrschaft. Die klassischen Stars and Stripes würden also nicht mehr für Demokratie und Freiheit stehen. Sie seien veraltet, spaltend und falsch. Einen neue Flagge soll alle US-Amerikaner:innen ehren. Statt gelber Sterne sollen die Sterne alle Hautfarben repräsentieren – von Schwarz bis weiß. Außerdem stellt sich Macy Gray die Flagge mit 52 statt 50 Sternen vor, so sollen Washington, D.C. und Puerto Rico inkludiert werden. Die weißen Streifen sollen dazu ihr Strahlen verlieren und nur noch grauweiß sein. Denn die USA seien "kaputt und in Stücke gebrochen." Es sei Zeit für eine Transformation, meint Macy Gray.

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Stand: 21.06.2021, 09:36