Little Simz:  "Woman" - Ode an Schwarze Frauen

Little Simz:  "Woman" - Little simz mit sechs Frauen an einer Tafel sitzend

Global Pop News 07.05.2021

Little Simz:  "Woman" - Ode an Schwarze Frauen

Von Lukasz Tomaszewski

Zweite Singleauskoppelung aus dem neuen Album | Nawal Al-Zoghbi verlässt Künstlervereinigung | Neue Single "Dark Skinned" von Rey Black | MI5 hat UB40 abgehört | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

 

Little Simz:  "Woman" - Ode an Schwarze Frauen

 Little Simz wird als eine der besten britischen Rapperinnen gefeiert. Ihr letztes Album war für den Mercury Price nominiert. Für ihre neue Single "Woman" hat sie sich Support von Sängerin Cleo Soul geholt. Der Song ist eine Ode an Schwarze Frauen, die sich behaupten und durchsetzen: "From Zero to one hundred"- rappt Little Simz. Miss Naiga, Ethiopia, Jamaica- jede der imaginären Kämpferinnen kriegt eine Strophe ab. Ein Black Empowerment-Song der wunderbar leichtfüßig mit einem Oldschool-Drumset und epischen Streichern daherkommt. Cleo Soul´s gehauchter Refrain setzt "Woman" die Krone auf.

 Im dazugehörigen Video trifft aristokratische Eleganz auf die Freshness von Little Simz und sechs schwarzen Powerfrauen. Die sind nicht nur in feinste Seide gehüllt und trinken Champagner- sondern legen ziemlich coole Tanz-Choreographien hin. Alles natürlich in einem Britischen Schloss. Es wird hoch gestapelt. Nicht mit Ferraris und Gucci-Jogginghose wie die Konkurrenz- sondern eben "Upper Class" mit gehobener Augenbraue.  Das neue Album von Little Simz "Sometimes I might be Introvert" ist für September angekündigt. "Woman" ist die zweite Single daraus.

 Libanesische Popsängerin Nawal Al-Zoghbi verlässt Künstlervereinigung

Den Kündigungsbrief an die Vereinigung  postete die Arabesque-Diva auf ihren sozialen Netzwerken. Ihre Forderung: "Alle Kunstschaffenden im Libanon müssen sich frei äußern dürfen- das gehört zur Demokratie dazu". Damit reagiert Nawal Al-Zoghbi auf die Forderung des Vorsitzenden der Vereinigung. Der sagt: Künstler dürfen Politiker und politische Parteien nicht kritisieren. Zwei Seiten lang ist der Brief und Nawal Al-Zoghbi teilt dort gegen die Elite des Landes aus. Sie wirft allen politischen Parteien einen schlechten Einfluss und eine Trägheit während der aktuellen ökonomischen Krise vor. Mit ihrem Austritt aus der Künstlervereinigung wolle sie Solidarität mit der einfachen Bevölkerung zeigen.

Die Sängerin war immerhin über zwanzig Jahre Mitglied. Nawal Al-Zoghbis Entscheidung spiegelt vielmehr die Frustration vieler Menschen im Land. Gerade nach der Explosion im Hafen von Beirut wurde der herrschenden Elite Missmanagement und Korruption vorgeworfen. Zuletzt kam nicht einmal mehr eine Regierung zustande. Das Land steht kurz vor dem finanziellen Kollaps. Lebensmittel sind gerade so teuer wie nirgendwo anders im Nahen Osten. Es droht eine Hungersnot-sagen Experten. Eine Diskussion dürfte der Brief definitiv auslösen. Nawal Al-Zoghbi hat auf Instagram und Twitter jeweils knapp fünf Millionen Follower. Der Libanon hat sieben Millionen Einwohner.

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Neue Single "Dark Skinned" von Rey Black 

Ich werde mich nicht anpassen, sondern wie ein "Boss sein und flexen" sagt die junge Londoner R`N`B-Sängerin. Ray Black bringt eine ungeheure Power mit- kann rappen und gleichzeitig tiefschürfend soulig singen. Auf Twitter schreibt sie über die Message zum neuen Song: "Ich widme das Lied allen Unterrepräsentierten und Unterschätzten. Ich widme 'Dark Skinned' denjenigen die weiterhin NEIN sagen. Hört nie auf JA zu euch selbst zu sagen". Selten hat die nächste Generation Black Power schöner geklungen.  

2018 tauchte Rey Black für kurze Zeit mit einer EP auf und die Global Pop- Welt wollte gleich mehr von ihrer mächtigen Stimme. Sie hat sich Zeit gelassen, sogar Instrumental-Musik veröffentlicht und viele einfach nur rätseln lassen: Wann kommt der große Wurf?! Mit dieser Single ist es aber so weit. Rey Black kündigt endlich ihr Debüt-Album an und sagt: Es wird ganz anders als ihr es erwartet. Es soll ein Manifest werden gegen Rassismus, Homophobie und die Hierarchien im Musikbusiness.

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MI5 hat UB40 abgehört

Der Britische Geheimdienst MI5 soll in den 80er Jahren die Reggae-Band UB40 abgehört und überwacht haben. Angeblich um eine sozialistische Revolution zu verhindern.  Das sagte jetzt UB40 Drummer Jimmy Brown dem britischen Guardian in einem Interview. UB40 haben lange vermutet, dass sie beobachtet werden. Bestätigt wird das durch den MI5-Whistleblower David Shayler. Er sagt, dass der Geheimdienst UB 40 jahre lang observiert und die Telefone abgehört hat. Aus Angst vor kommunistischen Umsturz Plänen.
Jimmy Brown sagt: "Wir haben Gras geraucht, Musik gemacht und wollten damit die Welt verändern." Die Acht Bandmitglieder waren- wie viele zu der Zeit- gegen Thatchers neoliberale Arbeitsmarktreformen und die Apartheid in Südafrika- aber nie radikal. Sie hätten sich als Band gefragt ob die Beamten nicht eigentlich Verbrecher jagen sollten. Aus Angst vor Repressionen habe man den Staat aber nie verklagt.

Stand: 07.05.2021, 11:00