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Tierra Whack veröffentlicht neue Single "Link"

Tierra Whack - Link

Global Pop News 07.04.2021

Tierra Whack veröffentlicht neue Single "Link"

Von Anne Lorenz

Tierra Whack veröffentlicht neue Single "Link" | Britisches Label Young Turks benennt sich um | Schwarze Liste für Künstler*innen in Myanmar | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Tierra Whack veröffentlicht neue Single "Link"

Tierra Whack, Rapperin aus Philadelphia, hat eine neue Single rausgebracht. "Link" heißt der Tune,  rausgekommen samt fantasievollem Video. Im Clip ist Tierra Whack im Weltall gelandet, auf ihrem eigenen kleinen Lego-Planeten. Sie sendet eine Art Kontaktanzeige ins All, woraufhin – einer nach dem anderen – freundliche, bunte, außerirdische Wesen auftauchen. Zusammen mit ihrer neuen Entourage baut Tierra Whack sich ihre eigene kleine Weltraumrakete aus Lego und drückt den "Go To Space Forever" Button – wie es ausgeht wird nicht gespoilert.

Absurde kleine Utopien sind ja die Spezialität von Tierra Whack. Das hat sie uns auf ihrem gefeierten Debütalbum "Whack World" schon bewiesen - 15 Songs in 15 Minuten. Vor zwei Jahren ist es rausgekommen, seither gab's nur neue Singles. So wie jetzt eben auch "Link", ein Happy-Tune mit einem Touch bittersüßer Melancholie und offenherziger, positiver Botschaft: "Wir sollten uns connecten – denn zusammen können wir großes schaffen!" Funfact: Tierra Whack rappt schon seit sie ein Teenager ist, damals ist sie als "Dizzle Dizz" aufgetreten.

Britisches Label Young Turks benennt sich um

Das britische Indie Label Young Turks ändert seinen Namen. In Zukunft heißt das musikalische Zuhause von Künstler*innen wie The XX, Kamasi Washington oder FKA Twigs nur noch Young. Die Umbenennung kommt nach Kritik, die den Labelnamen mit Völkermorden in Verbindung gebracht hat. Young Turks waren eine Gruppe von Intellektuellen und Revolutionären im Osmanischen Reich. Etwa ab Anfang des 20. Jahrhunderts haben sie dort für liberale Reformen gekämpft. Sie waren es außerdem, die 1908 geholfen haben, die Revolution und damit auch die Demokratie einzuleiten.

Wegen dieser Gruppe wurde der Begriff Young Turks dann oft einfach als Slangbezeichnungg für rebellische, junge Menschen verwendet, die sich gegen gesellschaftliche Normen auflehnen. Darauf zielt auch der berühmte, gleichnamige Song von Rod Steward ab. Dieser Song war es auch, der die ausschlaggebende Inspiration für die Namensfindung für das Label gegeben hat. Problematisch ist allerdings, dass Teile der Young Turks später nach einer Spaltung in zwei Fraktionen auch an Völkermorden beteiligt waren - gegen Armenier*innen und Assyrer*innen. Damit möchte sich das britische Label nicht identifizieren.

Labelgründer Caius Pawson hat dazu gerade ein langes Statement auf Instagram veröffentlicht. Darin schreibt er, dass ihm diese tiefere historische Bedeutung des Namens lange nicht bewusst gewesen sei. Nach viel Reflektion und Austausch zum Thema sei ihm dann klar geworden, dass der Labelname nicht weiter für Verwirrungen und Verletzung sorgen sollte. Man hätte schon früher auf die kritischen Stimmen hören sollen. Auch das Logo wird jetzt geändert. Das war bisher ein Totenkopf der einen Fez trägt und wird nun ausgetauscht durch ein schlichtes Y. Außerdem hat das Label an das Armenische Institut im Vereinigten Königreich gespendet, als Andenken an alle Opfer und Überlebenden der Völkermorde. Am 24. April ist übrigens der Gedenktag des Genozids in Armenien von 1915.

Schwarze Liste für Künstler*Innen in Myanmar

Seit dem Militärputsch in Myanmar Anfang Februar halten die Proteste an und die Sicherheitskräfte gehen immer brutaler gegen Demonstrierende vor. Seither wächst auch der Druck auf kritische Musiker*innen im Land. Zum Beispiel Künstlerinnen wie Chit Thu Wai: Die Sängerin und Schauspielerin ist gerade auf einer Art Schwarzen Liste der Militär-Junta gelandet. Veröffentlicht wurde diese Liste über die staatliche Presse in der Zeitung Global New Light Of Myanmar. Mit drauf stehen neben Chit Thu Wai auch noch andere Künstler*innen aus der Musikszene, Schauspieler*innen und Social-Media-Influencer. Die Liste kann man als Warnschuss verstehen. Die Artists darauf hatten seit Februar ihre Social-Media-Kanäle genutzt, um Bilder, Videoclips und Slogans zu teilen. Damit haben sie Menschen außerhalb von Myanmar über die Situation der Protestierenden und das harte Vorgehen des Militärs auf dem Laufenden gehalten. Oft waren ihre Posts die einzige verlässliche Informationsquelle.

Vor ein paar Wochen schon muss dann der Druck gewachsen sein, denn plötzlich waren fast alle Profile dieser Global-Pop-Akteure auf privat gestellt. Aus guten Gründen, denn nun droht man ihnen mit strafrechtlicher Verfolgung wegen "Verbreitung von Nachrichten zur Beeinträchtigung der staatlichen Stabilität" – darauf stehen in Myanmar bis zu drei Jahre Haft. Außerdem die Warnung vor Zensur ihrer Kunst: Wer sich kritisch äußert oder Nachrichten im Netzt verbreitet, läuft nicht mehr im Radio oder Fernsehen. Auf der Liste sind die Künstler*innen übrigens nicht nur namentlich aufgetaucht, sondern gleich auch noch mit Foto, Wohnort und Facebook-Profil.

Alsarah & The Nubatones mit neuem Track "Men Ana"

"Men Ana" - Wer bin ich, fragt sich die Frontfrau Alsarah. Der Song wurde Anfang 2019 geschrieben, kurz nachdem die sudanesische Revolution anfing, und ist eine Hommage an die sudanesische Jugend. Damals protestierten vor allem junge Leute gegen das autokratische Regime und den damaligen Langzeitmachthaber Omar al Bashir. Auslöser waren unter anderem die schlechte, wirtschaftliche Lage im Sudan. Vor genau zwei Jahren, am 7. April 2019, gab es im Sudan massive Proteste, was zum Sturz al-Bashirs einige Tage später führte. Nach weiteren schweren Protesten kam es zu einer Übergangsregierung.

Frontfrau Alsarah drückt in "Men Ana" auch ihre gemischten Gefühle gegenüber der Übergangsregierung aus, die zwischen Unsicherheit und ihrer revolutionären Einstellung pendeln. Im Statement schreibt sie dazu: "Im Song definiere ich mich über die freudigen Erinnerungen in der Vergangenheit und die Freuden, die noch anstehen. Es ist ein Song, in dem ich mir das Positive ausmale und mir vorstelle, wer ich sein will, damit die Zukunft kommen kann."

Stand: 07.04.2021, 10:33