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Ätna gewinnen Anchor Award beim Reeperbahn Festival

Auftritt von Ätna beim Reeperbahn Festival 2020

Global Pop News 21.09.2020

Ätna gewinnen Anchor Award beim Reeperbahn Festival

Von Maike de Buhr

Ätna gewinnen Anchor Award | Pandemiegerechtes Reeperbahn Festival war voller Erfolg | Ana Tijoux fordert US-Latinos auf, nicht Trump zu wählen | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Ätna gewinnen Anchor Award beim Reeperbahn Festival

Das Dresdner Duo Ätna hat den Anchor Award gewonnen. Der wichtige deutschen Musikpreis wird jedes Jahr beim Reeperbahn Festival in Hamburg vergeben und ist ein Sprungbrett für Newcomer in die große internationale Karriere. Mit einer Mischung aus Indie, Snyth und Elektro konnte sich Ätna als erster deutsche Band gegen fünf andere Acts durchsetzen. Neben ihnen war die französische Sängerin Suzanne, die Snyth-Pop Band Eefje de Visser aus den Niederlanden, die Berliner Sängerin Arya Zappa, das Schweizer Future-Jazz-Sextett L'Eclair und das Indie-Duo Tuvabnad aus Norwegen nominiert.

Ätna haben vorher nicht damit gerechnet, dass sie den Anchor Award gewinnen würden, denn alle anderen Acts fanden sie auch sehr cool, "Jetzt haben wir mal die ganzen Bands gesehen und ich dachte  ’Alter, vergiss es, wir werden das niemals gewinnen mit unserer Trash Musik, die wir machen‘", meint Sängerin Inéz Schaefer nach ihrem Gewinn. Das hat die Jury aber ganz anders gesehen. Sie und Bandkollege Demian Kappenstein haben die sechs prominenten Jurymitglieder überzeugt. Unter anderem hat Moderator und Musikjournalist Markus Kavka oder das frühere Spice Girl Melanie C. abgestimmt. Melanie c. findet, dass Ätna unvergesslich und was ganz Besonders sind.

Pandemiegerechtes Reeperbahn Festival war voller Erfolg

Dass ein Festival trotz Corona funktionieren kann, hat das Reeperbahn Festival in Hamburg gezeigt und dient damit als Vorlage für kommende solcher Veranstaltungen in Pandemiezeiten. Durch einen Zuschuss von 1,3 Millionen Euro konnte das Reeperbahn von Mittwoch bis Samstag mit nur zwanzig Prozent  der üblichen Auslastung stattfinden. Insgesamt 8000 Menschen haben 140 Konzerte an verschiedenen Veranstaltungsorten besucht. Alles ohne Tanzen, ohne Mitsingen und mit Abstandsregeln. Alexander Schulz, der Chef vom Reeperbahn Festival ist zufrieden mit dem Ablauf des viertägigen Festivals, der Balanceakt zwischen Stimmung und Sicherheit sei gelungen. Die Erfahrung habe dazu nun gezeigt, dass die nächsten Festivalveranstaltenden auf Indoor-Locations setzen sollten, um eine schöne Konzert-Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn es schwieriger zu realisieren sei, die medizinischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen: "Eine Besucherin kann so einfacher für drei klatschen, weil du einfach ein anderes Raum-Akustisches Verhältnis hast."

Musikerin Ana Tijoux während eines Interviews

Musikerin Ana Tijoux

US-Präsidentschaftswahlen: Ana Tijoux ruft Latinx auf gegen Trump zu stimmen

Ana Tijoux ist seit langem eine Künstlerin mit starker politscher Stimme. Nun mischt die französisch-chilenische Sängerin und Rapperin im US-Wahlkampf zur Präsidentschaft mit. Sie unterstützt die Organisation Mijente, die Latinx in den USA für die Wahl mobilisieren und Donald Trump aus dem Amt wählen will. Zum Start ihrer neuen wöchentlichen Videoserie ¡Pa Fuera! war Ana Tijoux als erste Person zu Gast um ihren Blick auf die politische Situation in den USA zu geben. Dabei nennt sie Donald Trump einen Faschisten, der dafür verantwortlich sei, dass Hass und Rassismus in den USA zugenommen hat.

"Es wäre fast komisch, wenn es nicht so tragisch wäre. Denn die Politik der USA hat Auswirkungen auf die ganze Welt. Ich muss oft über Trump lachen, aber gleichzeitig macht er mir auch große Angst. Er zeigt, wenn man so will, das hässlichste Gesicht das Hass haben kann." Ana Tijoux findet, man habe fast das Gefühl, dass er sich über sein eigenes Volk lustig machen würde und hält ihn für schwer einzuordnen, weil Trump etwas von einer Karikatur habe. "Er wirkt wie ein schlechter Witz, nur dass dieser Witz leider real ist!"
Am 3. November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten. Dabei können lateinamerikanische Stimmen viel ausmachen. 32 Millionen Menschen aus der Community in den USA dürfen in diesem Jahr offiziell wählen. Damit sind sie die größte Minderheit in der Wählerschaft der USA. Ana Tijoux meint, egal wie die US-Präsidentschaftswahlen ausgehen würden, der Kampf für Gerechtigkeit und gegen Rassismus gehe über 2020 und jede noch kommende Wahl hinaus.

Stand: 21.09.2020, 10:00