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Deutsche Musiker*innen gegen Kuba-Embargo

Mann mit Mundschutz geht vor ener Wand her mit dem buchstaben CUBA

Global Pop News 30.06.2020

Deutsche Musiker*innen gegen Kuba-Embargo

Von Lukasz Tomaszewski

Deutsche Musiker*innen machen sich für Aufhebung des Embargos stark | Bauamt macht YAAM dicht | Dalai Lama macht Musik | Moonchild Sanelly verbindet Clubsounds mit Sozialkritik | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Deutsche Musiker*innen gegen Kuba-Embargo

Die Global Pop News: Mehr als 60 deutsche Künstlerinnen und Künstler appellieren an die Bundesregierung gegen das Kuba-Embargo der USA vorzugehen. Jan Delay, Irmin Schmidt von Can oder Konstantin Wecker finden sich auf der Liste. Außerdem, die Regisseure Wim Wenders und Fatih Akin oder auch der amerikanische Linguist Noam Chomsky. Sie und über 5000 andere haben die Petition mit dem Titel "Deutschland mit Europa - Für ein Ende der Blockade gegen Kuba" unterschrieben. Sie sagen: Die Trump-Administration verschärft die völkerrechtswiedrigen Sanktionen gegen Kuba, während kubanische Ärzteteams 27 Länder in der Corona-Krise unterstützen.

Die Petition kommt gerade jetzt, weil die Sanktionen immer schärfer werden. Die USA haben Kuba auf die Liste der Terrorstaaten gesetzt und schüchtern auch europäische Institutionen ein, die sich auf Kuba engagieren. Kulturaustausch oder Geldtransfer werden immer schwieriger. Das sagen deutscher Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen, die auf Kuba leben und die Petition gestartet haben. Die Petition richtet sich an die Bundesregierung, weil Deutschland im Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt und entsprechend international Einfluss ausüben kann.

Die Corona-Krise setzt Kuba heftig zu

Die Zuckerinsel erlebt momentan einen heftigen Versorgungsengpass. Einerseits bleibt der Internationale Tourismus weg: Die Haupt-Devisenquelle. Andererseits werden durch das schärfere US-Embargo auch Importe von medizinischem Gerät und Nahrung schwieriger. Auch legendäre Konzerte wie das der Rolling Stones in Havanna vor vier Jahren sind im Moment undenkbar.

Bauamt macht YAAM dicht

Der Yaam– Club ist seit vielen Jahren ein wichtiger Ort für karibische und afrikanische Musikkultur in Berlin. - jetzt wurde das YAAM kurzfristig geschlossen. Das Bauamt sperrte das Ufer an der Schillingbrücke in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Club liegt direkt am Wasser. Ein statisches Gutachten hat ergeben, dass die Standsicherheit der Ufermauer nicht mehr gegeben ist. Geschlossen wurde auch die Halle wo sich Konzertsaal und die Büros des Vereins befinden.

Die Maßnahme lässt viel Raum für Spekulationen: Manche vermuten den Druck von Investoren auf das Gelände in bester Lage. Andere beklagen, dass es schon seit 2003 ein Gutachten über den maroden Zustand des Ufers gibt: Aber weder der Bezirk noch der Senat wollten bisher die Kosten tragen. Viele Kulturschaffende vermuten jetzt, dass man das Yaam endgültig verdrängen will um die Fläche kommerziell zu nutzen. Dabei ist das YAAM nicht nur ein Club- es betreibt viele soziale Projekte wie eine Geflüchtetenberatung. YAAM Vorstandsmitglied Hendrik auf der Heidt sagt: "Das YAAM ist ein einzigartiger und multikultureller Ort. Orte wie das YAAM dürfen nicht verschwinden. Überall werden Hotels gebaut. Das Ufer der Spree wird bebaut, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Berlin bunt ist. Und Orte wie das YAAM müssen im Herzen Berlins bleiben. "
Das YAAM fordert jetzt von der Berliner Verwaltung und Politik eine kurzfristige bauliche Lösungen. Betrieb und Fortbestehen des YAAM am selben Standort sollen zugesagt werden. Außerdem die Freigabe der Bereiche der Halle, die nicht akut gefährdet sind.

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Dalai Lama macht Musik

"One Of My Favorite Prayers" ist schon der zweite Tune von seinem Debüt-Album "Inner Life" das nächste Woche erscheint. Eine Quarflöte, gezupfte Gitarre und die Stimme des tibetischen Gottkönigs rezitiert eines seiner Lieblingsgebete auf Englisch-  als eine Art buddhistische Weisheit. Musiker wie die Beastie Boys oder Patti Smith unterstützen das geistige Oberhaupt der Tibeter seit Jahren. Er stand sogar schon häufiger mit ihnen auf der Bühne. Das der Dalai Lama selbst Musik macht ist relativ neu. Angefixt hat ihn sein Schüler Junelle Kunin. Mit einem kleinen Team haben sie fünf Jahre lang die Platte aufgenommen. Der Dalai Lama selbst sagt: "Musik kann Menschen auf eine Weise helfen, wie ich es nicht kann. Sie kann unsere Differenzen überwinden. Sie kann uns zu unserer natürlichen Gutherzigkeit führen".

Moonchild Sanelly verbindet Clubsounds mit Sozialkritik

Bashiri heißt der treibende Tune der rebellischen Sängerin- Im Refrain singt Moonchild Sanelly immer wieder"Amen"- das ist nicht etwa ein Glaubensbekenntnis- sondern Ironie und Sarkasmus. Im Text geht es gegen die Doppelmoral von Charlatanen und listigen Pastoren, die ihre Macht missbrauchen und sich unrechtmäßig bereichern. Moonchild Sanelly erzählt die Geschichte einer Frau die einem Pastor die Seitensprüngen ihres Mannes beichtet. Dieser verspricht das Problem mit einem Zauber und einem "Amen" zu richten. Moonchild Sanelly ist zwar eine Newcomerin, aber der Song bringt sie auf die internationale Landkarte. Bashiri ist auf dem englischen Label Transgressive Records erschienen und wurde vom Wiener Produzenten Aramboa arrangiert. Er steht in der Afro-Beats-Szene für einen einzigartigen Mix aus südafrikanischem Gqom und Rave-Sounds. Das dazugehörige Video ist entsprechend bunt und psychedelisch.

Stand: 30.06.2020, 10:30