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Rapper MV Bill sammelt Spenden für die brasilianischen Favelas

MV Bill - Quarentena

Global Pop News 27.04.2020

Rapper MV Bill sammelt Spenden für die brasilianischen Favelas

Von Anne Lorenz

Rapper MV Bill sammelt Spenden für die brasilianischen Favelas | Musikszene trauert um Fred Godson und Mike Huckaby | Niña Dioz mit neuem Song "Ultimo Perreo" | Unsere News aus der Welt des Global Pop.

Rapper MV Bill sammelt Spenden für die brasilianischen Favelas

Der Rapper, Schauspieler und Aktivist MV Bill hat gerade zwei Corona-Songs rausgebracht: "Quarentena" und "Isolamento" - auf Deutsch "Quarantäne" und "Isolation". Damit will er auf die Situation der Menschen in den Favelas aufmerksam machen, die sich von der Regierung im Stich gelassen fühlen. Aufgrund der engen Wohnverhältnisse ist Social-Distancing dort eine echte Herausforderung und viele Menschen können wegen ihrer finanziellen Situation nicht einfach aufhören zu arbeiten.

"Ich habe versucht, mit meiner Quarantäne so kreativ wie möglich umzugehen. Von Beginn der Isolation, habe ich das Internet ganz intensiv für mich genutzt. Ich musste schnell neue Wege finden, weil ich in den Bereichen Musik und Showbiz arbeite, die als Erstes eingestellt wurden und wahrscheinlich auch eine der letzten sein werden, die wieder auf Kurs kommen, weil wir mit unserer Arbeit mit so vielen Gemeinden eng im Kontakt sind. Ich habe zwei neue Songs zur aktuellen Lage in Brasilien komponiert, einer davon ist "Quarentena". Er handelt von der aktuellen Corona-Politik in meiner Heimat - davon wie langsam gehandelt wird. Und gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, dass das Virus die ärmeren Schichten und die Leute in den Favelas besonders hart treffen wird."

Alle Einnahmen der beiden Corona-Songs gehen an die Organisation "Maes da Favela" – “Mütter der Favelas”. Zusätzlich sind bei der Online-Spendenaktion umgerechnet schon fast eine Million Euro zusammen gekommen.

Musikszene trauert um Fred Godson und Mike Huckaby

In den USA gibt es aktuell 987.322 Corona Infizierte und auch mit den Todeszahlen stehen die Vereinigten Staaten an der Spitze der globalen Statistiken. Vor allem in New York ist die Situation durch die hohe Bevölkerungsdichte angespannt. Gerade ist dort auch ein bekannter Musiker an Covid19 gestorben. US-Rapper Fred The Godson aus der Bronx - mit grade mal 35. Berichten zu Folge litt er an Asthma. Noch Anfang April hat der Rapper seine Erkrankung auf Instagram bekannt gegeben. Er hat ein Foto gepostet mit einer Beatmungsmaske im Krankenhaus. Dazu hat er geschrieben: "Ich bin hier mit diesem Covid-19-Mist. Bitte schließt mich in eure Gebete ein". Die Musikszene trauert um Fred The Godson, besonders viele Reaktionen gibt es von Rapper-Kollegen, etwa von Nas oder French Montana. Er schreibt: "Ruhe in Frieden. Bleibt Zuhause, Corona is real!"

Noch ein Musiker, der am Wochenende an den Folgen von Covid19 gestorben ist, ist Deep House Legende Mike Huckaby. Er wurde 53 Jahre alt. Huckaby gehörte zu der zweiten Generation der legendären Detroiter Techno Szene. Er hat viele Klassiker der Deep House-Szene produziert. Eine Weile hat er auch in Berlin gelebt. Anfang März hatte der Produzent und DJ einen Schlaganfall. Er schien sich zu erholen, doch dann bekam er trockenen Husten und Fieber. Vor seinem Tod wurde der Musiker positiv auf Covid19 getestet. Zahlreiche Musiker-Kollegen haben im am Wochenende kondoliert. Darunter das britische Garage-Duo Disclosure und Radiohost und Tastemaker Gilles Peterson.

Niña Dioz mit neuem Song "Ultimo Perreo"

Eine letzte Nacht voller Tanz und Leidenschaft, darum geht es im neuen Song von Niña Dioz. "Ultimo Perreo" heißt die Single. Darin wagt die mexikanische Rapperin zum ersten Mal was ganz Neues: Sie verzichtet auf die Bars und singt sinnlich auf einen eingängigen Reggaeton-Rhythmus. Normalerweise rappt sie zu urbanen Trap-Beats. Auf "Ultimo Perreo" klingt Niña Dioz aber so, als hätte sie nie was anderes gemacht.

Aufgewachsen ist die Mexikanerin mit Hip Hop à la Fugees, Beastie Boys und Missy Elliott. Mit fünfzehn hatte sie ihr Coming Out. Als homosexuelle Rapperin ist sie in Mexiko ein Unikum. In der Macho dominierten Gesellschaft und Musikszene hat sie dort nicht ungefährlich gelebt. Mittlerweile wohnt sie in Los Angeles. Im Video zum Song tanzt Niña Dioz in einem Club mit einer Frau, dabei wird es ziemlich sexy zwischen den beiden. Es geht um die Geschichte von zwei Frauen, die sich mit einem leidenschaftlichen Tanz voneinander verabschieden. Eine Twerk-Party, auf der zwar alle tanzen und feiern, auf der aber auch die Melancholie des Abschieds mitschwingt.

Neuer Skandal um iranischen Pop-Star Tataloo

In der iranischen Community war es am Wochenende DAS Thema: Instagram hat den Account vom Sänger Amir Tataloo gelöscht, zum zweiten Mal schon. Seit mehr als einem Jahr lebt Tataloo in Istanbul. Er ist ein sehr umstrittener Musiker in seiner Heimat und der iranischen Diaspora. Amir Tataloo hat aber auch eine riesige Fanbase. Er macht Pop-Musik, veröffentlicht Songs am laufenden Band und ist auch wegen seiner Social-Media-Präsenz einer der aktivsten Musiker Irans. Er ist ständig in den Schlagzeilen - wegen seiner Tattoos und seiner Skandale. Aktuell hat er In seinen Insta-Storys Mädchen zwischen 15 und 20 Jahren aufgefordert, sich seinem "Harem" anzuschließen.

Die Reaktionen darauf im Netz waren heftig. Bei Frauenrecht- und Jugendschutz-Aktivistinnen, Anwälten und Journalisten haben die Clips eine Welle der Empörung ausgelöst. Der Druck wurde so groß, dass Instagram den Kanal von Amir Tataloo mit 4 Millionen Followern löschen musste. In einem Video bei Youtube verteidigt sich Tataloo mehr schlecht als recht mit wutentbrannten Schimpftiraden: Selbstverständlich hätte er von den Eltern der Mädchen vorher das schriftliche Einverständnis einholen wollen. US-Stars wie Cardi B seien außerdem viel schlimmer und obszöner in ihren Musikvideos. Auch die Fans von Amir Tataloo gehen aktuell auf Barrikaden. Am Wochenende haben sie Aktivistinnen mit Beleidigungen und Morddrohungen bombardiert. Alles erfolglos, der BBC hat Instagram mitgeteilt, dass Amir Tataloo auf Lebzeiten von der Plattform verbannt ist.

Stand: 27.04.2020, 15:00