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Denis Ho über Carrie Lams Rückzug: "Das ist kein Sieg für die Menschen in Hongkong"

Denise Ho

Global Pop News 05.09.2019

Denis Ho über Carrie Lams Rückzug: "Das ist kein Sieg für die Menschen in Hongkong"

Von Anne Lorenz

Cantopop-Star Denise Ho aus Hong Kong reagiert auf zurückgezogenes Auslieferungsabkommen mit China | Die koreanische Produzentin Yaeji remixt Robyns Sommerhit "Beach2k20" | Mahalia kündigt mit neuer Single ihr Album für Freitag an | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

Denise Ho für Hongkong

Bei den Hongkonger Protesten gegen das Auslieferungsabkommen mit China spielen auch Musikerinnen wie Denis Ho eine Rolle. Die Sängerin und Aktivistin ist zum Gesicht der Bewegung geworden. Nachdem die Regierung das angekündigte Auslieferungsabkommen mit China zurückgezogen hat, schreibt sie in einem Tweet: "Das ist kein Sieg für die Menschen in Hongkong. Das Gefühl unter den Protestierenden ist: Zu wenig, zu spät! - Warum gibt Regierungschefin Carrie Lam gerade jetzt nach? Warum nicht schon vor 3 Monaten? Wir glauben sie reagiert nur notgedrungen auf den Druck aus anderen Ländern…"

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Die Musik von Denise Ho ist in ganz China verboten, auftreten darf sie dort auch nicht mehr. Denn auch ihre Musik ist sehr politisch. Sie hat ihre Canto-Pop-Karriere gegen die Meinungsfreiheit eingetauscht. Jetzt nutzt sie ihre Bekanntheit als Star, um auf die Situation in Hong Kong aufmerksam zu machen. Sie teilt täglich Updates auf Twitter - meistens sogar auf Englisch. Gerade ist sie in Australien und den USA unterwegs um die Anliegen der protestierenden weiter bekannt zu machen. Die sind nämlich jetzt noch lange nicht vorbei, denn es gibt ja noch weitere Forderungen. Mit dem Auslieferungsgesetz haben die Proteste Ende April angefangen, mittlerweile ist aber eine pro-demokratische Bewegung daraus geworden. "5 Forderungen, und keine weniger!" Das ist der Sprechchor den man seit der Verkündung gestern auf den Straßen von Hong Kong hört. Dazu gehören unter anderem der Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt während der Proteste und die Freilassung von Festgenommenen.

Neue SIngle von Mahalia: "What You Did"

R'n'B Sängerin Mahalia aus London hat gerade eine neue Single rausgebracht. "What You Did" ist ein smoother Song mit Oldschool Vibes. Dafür hat sie sich mit der britischen Newcomerin Ella Mai zusammengetan. Der Beat groovt direkt und kommt einem gleich bekannt vor. Da hat Mahalia sich ein Sample von Anfang der 2000er geliehen. "Oh Boy" von Cam'ron und Julez Santana - riesen Hit damals. Im Text der neuen Single geht's um eine untreue Beziehung und die emotionalen Folgen. Der Song ist mit auf Mahalias neuem Album "Love & Compromise", das erscheint morgen.

Schwedischer Pop im koreanischen Club-Remix

Popstar Robyn aus Stockholm hat mit "Beach 2k20" einen richtigen Sommerhit gelandet. Jetzt hat sich die koreanisch-US-amerikanische Produzentin Yaeji aus Brooklyn an den Song gewagt. Sie schickt die verträumte Pop-Nummer direkt auf den Dancefloor. Mit Sythie-Grooves und 80er Jahre Vibes. Dazu ein tanzbarer, elektronischer Beats. Vom Strand in die Disco quasi. Robyn und Yaeji hängen gemeinsam einfach noch einen Monat Sommer dran.

Virales Phänomen: "Omae Wa Mou"

„Omae Wa Mou“ ist aktuell auf bei Spotify auf Platz 1 der viralen Hits - und zwar gleichzeitig in den USA, Großbritannien und Frankreich. Der japanische Titel bedeutet übersetzt: "Du bist tot." Unheilvoll verkündet eine tiefe Männerstimme den Satz am Anfang des Songs. Diese Stimme gehört zu einem bekannten Anime Charakter aus den 80ern, wozu es viele Memes gibt, die 2017 viral gegangen sind. Und das Seltsame ist: Auch der Song "Omae Wa Mou" ist 2017 entstanden. Der damals 16-jährige Produzent Deadman hat ein japanisches Bossa Nova Stück von "Toho Bossa Nova 2" gehört und weil es ihm so gut gefallen hat, hat er das direkt gesamplet. Daraus entstand "Omae Wa Mou".

Warum der Song erst zwei Jahre später viral geht, ist nicht ganz klar. Ab Juli dieses Jahres ist der Song ohne Ende geklickt worden. Unter anderem soll die Social Media App Tik Tok dazu beigetragen haben. Denn zu dem Song sind viele Memes und Tanzvideos entstanden, die im Netz zirkulieren. Auch ein Rapper namens Lil Boom soll nachgeholfen haben. Er kaufte Deadmans Version, rappte darauf und veröffentlichte es auf seinen Plattformen, die eine wesentlich größere Reichweite haben als die von Deadman.  

Deadmans Freude von seinem viralen Hit war jedoch zunächst von kurzer Dauer. Vor ein paar Wochen wurde der Song von Spotify aus Copyright Gründen entfernt. Das Problem bestand darin, dass beim japanischen Label Shibayan Records keiner Englisch konnte, umgekehrt konnte Deadman kein Japanisch. Deshalb konnte er die Rechte nicht klären. Mittlerweile ist der Song aber wieder auf den Plattformen verfügbar.

Stand: 05.09.2019, 10:54