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DJ Arafat stirbt nach Motorradunfall

DJ Arafat

Global Pop News 13.08.2019

DJ Arafat stirbt nach Motorradunfall

Von Maike de Buhr / Joyce Lok Teng Lee

DJ Arafat ist nach einem Motorradunfall in der Nacht auf Montag gestorben | Afropop-Star Tekno zur "Bedrohung für nationale Sicherheit" erklärt | Indisches Musikvideo "Watan" sorgt im Netz für Kritik | DJ-Set aus dem All | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

Wichtiger Musiker der Elfenbeinküste: DJ Arafat ist tot

Trauer um einen der großen Stars der modernen westafrikanischen Musik. DJ Arafat ist nach einem Motorradunfall in der Nacht auf Montag gestorben. Er wurde 33 Jahre alt. DJ Arafat hat die Musikszene der Elfenbeinküste wesentlich geprägt. Er wurde "König des Coupé-Décalé" genannt. Mit der ivorischen Dance-Musik wollte er trotz des damaligen Bürgerkriegs seit Anfang der 2000er-Jahre Freude verbreiten. Viele Musikerkollegen trauern um den charismatischen Musiker – zum Beispiel die Afrobeats-Stars Davido oder Burna Boy oder der französische Rapper Kaaris. Die Beileidsbekundungen kommen aber nicht nur aus der Musikszene. Auch Politiker äußern sich zu seinem Tod. Der Staatspräsident der Elfenbeinkünste Alassane Ouattara nennt DJ Arafat eine Ikone der Jugend und einen Botschafter der ivorischen Musik und Kultur. Das Kulturministerium hat angekündigt, eine Tributveranstaltung für DJ Arafat zu organisieren.

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Nigerianischer Afropop-Star Tekno zur "Bedrohung für nationale Sicherheit" erklärt

Das nigerianische Kulturamt sieht den Afropopstar Tekno als "Bedrohung für die nationale Sicherheit". Der Musiker war der Behörde negativ aufgefallen, als er das Musikvideo zu "Agege" drehte. Tekno ist dabei mit in Unterwäsche bekleideten Frauen in Lagos unterwegs gewesen. In einem LKW mit Glaswänden tanzten sie von außen sichtbar an einer Stange. Weil die Behörden erst vermuteten, dass er einen Stripclup promoten würde, nahmen sie Tekno vorläufig fest. Aber auch der Musikvideodreh ist für sie nicht akzeptabel. Tekno habe gegen das Anstandsgesetz in Nigeria verstoßen, so der Vorwurf. Nacktheit sei kein Teil der Kultur Nigerias und sollte nicht toleriert werden, heißt es in einem Statement. Mit der Einstufung des Musikers als Sicherheitsbedrohung wolle die nigerianische Regierung ein Exempel statuieren, um anderen Künstler eine Lehre zu erteilen. Tekno hat das Musikvideo zu "Agege" mittlerweile veröffentlicht.

Indisches Musikvideo "Watan" sorgt im Netz für Kritik

Zum indischen Unabhängigkeitstag von der britischen Kolonialherrschaft am 15. August ist ein Musikvideo veröffentlicht worden, das im Netz für Kritik sorgt. Gezeigt werden Indiens Landschaften, lächelnde Kinder und auch Ausschnitte von einem starken Militär. Das Musikvideo wirkt patriotisch, wie es auch der Name des Songs verrät: "Watan" bedeutet übersetzt "Heimatland". Gepostet und gepusht wird das Video auf Twitter vom indischen Minister für Fernsehen und Rundfunk. Bei einigen kommt das gut an, aber es erntet auch viel Kritik. Der indischen Regierung wird vorgeworfen, die Proteste in Kashmir zu ignorieren.

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Vergangene Woche kam es dort zu Protesten, weil die indische Regierung die Autonomie Kashmirs einschränkt. Es geht um die Aufhebung von Artikel 370, der unter anderem besagt, dass der indische Teil Kashmirs eine eigene Verfassung haben darf. Der indische Premier Modi plant den indischen Teil von Kashmir umzustrukturieren – vor allem für die Wirtschaft. Nach den Protesten und den Ausschreitungen am Wochenende wurde Kommunikations- und Transportwege gekappt.

Kashmiri Sängerin Pragnya Wakhlu forderte auf Twitter, die Telefonnetze für die Krankenhäuser in Kashmir wieder freizugeben. Wakhlu kämpft seit Jahren dafür, die Kashmiri-Sprache und -Kultur aufrechtzuerhalten. Denn im indischen Teil wird nur auf Hindu und Englisch unterrichtet.Kashmir gilt seit Jahren als Unruheregion. Sowohl Indien als auch Pakistan und China haben Anspruch darauf.

DJ-Set aus dem All

Es soll erstmals ein DJ Set aus der internationalen Raumstation gestreamt werden, genauer gesagt auf ein Kreuzfahrtschiff vor Ibiza. DJ ist der italienische Astronaut Luca Parmitano. Das zwanzigminütige Set findet im Rahmen des World Club Dome auf Ibiza statt. Festivalveranstalter Bernd Breiter hat nach außergewöhnlichen Orten für seine Events gesucht und die Europäische Weltraumorganisation kontaktiert, die für eine Kooperation zusagten. Gleichzeitig ist das für sie ein gutes Marketing, weil sie dadurch mehr Aufmerksamkeit für die Raumfahrt und ihre Arbeit bekommen. Parmitano ist übrigens kein 'echter' DJ. Er hatte für seinen Auftritt allerdings einen DJ-Workshop. 

Stand: 13.08.2019, 10:34