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Inhaftierter A$AP Rocky: US-Präsident Trump blitzt in Schweden ab

A$AP Rocky

Global Pop News 22.07.2019

Inhaftierter A$AP Rocky: US-Präsident Trump blitzt in Schweden ab

Von Anne Lorenz / Joyce Lok-Teng Lee

Musiker reagieren auf US-Präsident Trumps Bemühen zur Freilassung von A$AP Rocky | Tinariwen für geplanten Auftritt in North Carolina rassistisch angefeindet | Haftstrafe für türkische Sängerin Zuhal Olcay bestätigt | Festival in Chicago für den Artenschutz abgesagt | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop

Inhaftierter A$AP Rocky: Trump in Schweden abgeblitzt

Rapper A$AP Rocky sitzt immer noch in Untersuchungshaft in Schweden. Der Musiker war dort in eine Schlägerei verwickelt. Mittlerweile hat sich sogar US-Präsident Trump eingeschaltet. In einem Tweet schreibt er: "Ich hatte ein gutes Gespräch mit Premier Minister Stefan Löfven, der mir versichert hat, dass US-Bürger A$AP Rocky in Schweden fair behandelt wird." Außerdem hat Trump angeboten die Kaution für den MC aus New York zu bezahlen.

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Sowas gibt es im schwedischen Rechtssystem aber gar nicht. Staatsanwälte und Gerichte sind unabhängig, da kann auch die Regierung nicht eingreifen. Das musste Trump dann auch feststellen, er hat daraufhin nachgeschoben, dass er in den nächsten 48 Stunden nochmal mit Schweden telefonieren würde, um über A$APs Freilassung zu verhandeln. Bisher hat er darüber nicht mehr getwittert. Viele Musikerkollegen haben sich ja auch schon für A$AP Rocky stark gemacht. Kanye West war es, der Trump gebeten hat, seine Beziehungen in der Sache spielen zu lassen. Tyler the Creator hat außerdem bekannt gegeben, dass er nie wieder in Schweden auftreten wird. Auch Justin Bieber gehört zu A$AP Rockys Supportern. Immer wieder hat der Popstar die Petition zur Freilassung des Rappers geteilt.

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Auch Trumps Tweet hat Justin Bieber jetzt nochmal gepostet. Mit dem Kommentar: "Ich weiß es ja zu schätzenk, dass du meinem Kumpel helfen willst. Aber wenn du schon mal dabei bist, dann lass doch bitte auch gleich die Kinder aus den Käfigen. Ein direkter Seitenhieb an Trump und seine Flüchtlingspolitik.

Hatespeech gegen Tinariwen

Die Wüstenblues-Rocker sollen im September ein Konzert in North Carolina spielen. Jetzt gab es dazu im Netzt eine ganze Reihe von Hasskommentaren. Das Facebook-Event zum Konzert wirbt mit einem Bild der Band in nordafrikanischer Tracht, mit Turban und langen Gewändern, so wie man Tinariwen eben kennt. Darauf haben einige User mit schlimmen Kommentaren reagiert. "Nehmt die gottverdammten Handtücher von euren Köpfen", liest man da zum Beispiel, oder: "ISIS zu Gast auf der Bühne, oder was?".

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Die Kommentare sind nicht nur rassistisch, sondern zeugen auch von absolutem Unwissen. Die Tuareg-Musiker aus Mali kämpfen nämlich schon seit vielen Jahren gegen die Islamisten der Sahara. Die Veranstalter können sich die rassistischen Ausbrüche nicht erklären. Das Venue hatte schon Bands wie die Sierra Leone Refugee All-Stars oder Che Apalache zu Gast und nie gab es solche krassen Reaktionen, erzählt der Konzert-Booker. Die Konzertlocation will jetzt sogar die Polizei einschalten, um zu schauen, ob man das Event besonders schützen kann. Denn ein Facebook-User hat sogar angekündigt, mit seinem Maschinengewehr zum Konzert kommen zu wollen.

Haftstrafe für Zuhal Olcay bestätigt

Die türkischen Sängerin Zuhal Olcay soll Präsident Erdogan 2016 bei einem Konzert beleidigt haben. Dafür hat ein Gericht ihr eine elfmonatige Haftstrafe gegeben, die jetzt nochmals bestätigt wurde. Es wird zwar erwartet, dass Zuhal Olcay nach drei Tagen Haft auf Bewährung freigelassen wird, trotzdem ist klar, was für eine Botschaft hier an türkische Musiker gesendet wird: Künstler sollen ihre politische Meinung für sich behalten, sonst müssen sie mit krassen Konsequenzen rechnen. Zuhal Olcay hatte auf der Bühne die Textzeilen einer ihrer Songs abgeändert und gesungen: "Erdogan, alles ist bedeutungslos, alles ist eine Lüge. Dein Leben wird eines Tages zu Ende sein und du wirst sagen 'Ich hatte einen Traum'". Das würde man so erstmal nicht als krasse Beleidigung einstufen, doch in der Türkei reicht das schon, um als Musiker Probleme zu bekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar vier Jahre Gefängnis für Zuhal Olcay gefordert. Da ist sie jetzt also um einiges besser weggekommen. Im Prozess hat sie auch immer wieder beteuert, kein beleidigendes Motiv gehabt zu haben.

Festival in Chicago für den Artenschutz abgesagt

Zwei Flötenregerpfeifer, eine Küstenvogelart, haben sich am Montrose Beach niedergelassen – Genau dort, wo das Festival "Mamby on the Beach" in etwa einem Monat stattfinden sollte. Das erste Mal seit 60 Jahren sind vor Kurzem wieder Küken geschlüpft. Die Flötenregerpfeifer sind vom Aussterben bedroht und stehen in der Region unter Schutz. Ein Zaun um das Nest soll nun die Vogelfamilie, zum Beispiel vor Angriffen und anderen Einflüssen, bewahren. In einem Statement des Festivals heißt es, dass der angestiegene Wasserspiegel vom Lake Michigan dazu führt, dass ein bedeutender Teil des Strandabschnittes und somit auch des Festivalgeländes fehlt. Organisatorisch wäre es nicht möglich gewesen auf die Schnelle einen anderen Veranstaltungsort zu finden.

Stand: 22.07.2019, 10:00