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GAIKA trifft Jeremy Corbyn zum Interview

Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Partei, nimmt am Labour-Parteitag teil.

Global Pop News 15.05.2019

GAIKA trifft Jeremy Corbyn zum Interview

Von Marc Mühlenbrock und Lukasz Tomaszewski

GAIKA und Jeremy Corbyn reden über Zukunft der Welt | Jon Ola Sand von der European Broadcast Union klärt über die Madonna-Situation auf | Morrissey provoziert mit politischem Statement in einer Late-Night-Show | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

GAIKA und Jeremy Corbyn reden über Zukunft der Welt

UK-Rapper GAIKA ist hochpolitisch. Jetzt hat er hat den britischen Labour-Chef Jeremy Corbyn zum Interview getroffen um über die Zukunft der Welt zu sprechen. In seinen Texten geht es um die Sorgen der Ausgeschlossenen und Abgehängten - die Wut der jungen, weltoffenen, urbanen Briten gegen die Brexiteers. Rassismus, Gentrifizierung und Ungleichverteilung sind seine Themen. Dazu passt das Interview mit Oppositionschef Jeremy Corbyn natürlich, was GAIKA für das Magazin DAZED geführt hat. Das große Thema Brexit lassen sie außen vor. Es geht hauptsächlich um den Klimawandel und die weltweiten Proteste, die Corbyn ausdrücklich unterstützt. Ein weiteres großes Thema sind die Handelsbedingungen zu afrikanischen Staaten. GAIKA wollte von Corbyn wissen, was er als Premierminister ändern würde: unsere Handelsbedingungen, unsere Art der Entwicklungszusammenarbeit und eine zukünftige Fairness im Handel. Afrika und Lateinamerika sind immer noch hauptsächlich Rohstoffexporteure und exportieren noch zu wenig verarbeitete Güter. Darum gibt es immer noch die Abhängigkeit vom verarbeitenden Gewerbe in Westeuropa und den USA. Als Premierminister würde Jeremy Corbyn diese Abhängigkeit gerne verkleinern, sagt er im Interview und England habe hier als ehemalige Kolonialmacht eine besondere historische Verantwortung.

Madonna doch nicht beim ESC?

Der Eurovision Song Contest in Israel ist seit Sängerin Netta den Titel letztes Jahr für Israel gewonnen hat ein Politikum. Aktuell drehen sich die Diskussionen vor allem um Madonna. Die Queen of Pop war schon vor Wochen als Highlight-Act für das Finale am Samstag angekündigt worden. Sie soll da eigentlich zwei neue Songs performen, taucht aber nirgendwo offiziell im Programm auf der ESC-Webpage auf. Nun hat Jon Ola Sand von der European Broadcast Union verraten, warum sie Madonnas Auftritt noch nicht groß ankündigen können: Madonna hat ganz einfach den Vertrag für den Auftritt noch nicht unterschrieben.

Die Sängerin hat dazu ein Pressestatement abgegeben, in dem sie sagt, sie würde niemals irgendwo spielen, um jemandes politische Agenda zu unterstützen oder die Klappe halten, wenn irgendwo in der Welt Menschenrechte verletzt werden. Damit bezieht sie sich natürlich auf die Situation der Palästinenser im Gaza-Streifen, deren Schicksal ihr das Herz bräche. Madonna unterstützt auch einige Hilfsprojekte dort.

Palästinensische Aktivisten hatten deswegen Madonna zum Boykott des ESC aufgerufen. Am Ende dürfte wohl entscheidend sein, ob ihr in diesem Vertrag der EBU verboten wird, auf der Bühne ein politisches Statement abzugeben, nicht dass Madonna das vor hätte, aber den Mund verbieten lassen wollte sie sich auch nicht. Es kann aber auch sein, dass es bei der Vertragsdiskussion um viel profanere Gründe, wie ihr Gehalt oder welche Songs sie spielen darf geht, und Madonna die ganze Diskussion nur als PR nutzt.

Morrissey wirbt für rechte Partei

Der britische Sänger hat Montagabend in einer Late-Night-Show im US-Fernsehen mit einem politischen Statement provoziert. Bei Jimmy Fallon in der Tonight Show hat Morrissey seinen neuen Song "Morning Starship" performt, Cover eines 70er Jahre Stücks. Dabei trägt er am Revers seines Jackets einen Anstecker einer politisch brisanten britischen Partei: Die For-Britain-Partei gilt als extrem rechts und anti-islamisch, sie kämpft für einen Erhalt der Werte der britischen Bevölkerung. Morrissey findet die Partei gut, er hat sich schon vorher mal als Fan von For Britain geäußert. Letztes Jahr hatte der Ex-The-Smiths-Sänger in einem Interview gesagt, er habe das erste Mal in seinem Leben eine Partei gefunden, der er seine Stimme geben will, er habe nun Hoffnung. Das Zurschaustellen seiner Anhängerschaft im US-Fernsehen vor Millionen Zuschauern war aber eine neue Dimension der Werbung.

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Octavian kündigt Album an

Der französisch-britische Rapper hat in einem Interview sein drittes Album angekündigt. Vor kurzem hatte Octavian schon den Track "Bet" veröffentlicht, auf dem er sich zur Unterstützung UK-Grime-Rapper Skepta dazu geholt hat. Allerdings ist noch nicht klar, ob der Track auch auf dem neuen Album von Octavian mit drauf sein wird.

Auf jeden Fall ist aber James Blake mit drauf. Octavian ist großer Fan des melancholischen Elektronikmusikers, der ja auch schon so einige HipHop-Beats gebastelt hat. Bei Octavian soll sich Blake aber wieder vor allem an sein Stamminstrument, das Klavier setzen. Und Octavian rappt, singt und spielt sogar mal Gitarre dazu, das ist neu für ihn. Entstanden ist das Album in L.A. unter dem Einfluss von psychoaktiven Pilzen, hat er dann noch erzählt. Wann das neue Album kommt, hat Octavian noch nicht verraten.

Stand: 15.05.2019, 11:05