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Childish Gambino räumt bei Grammys ab

Soweto Gospel Choir Mitglieder mit ihrem Grammy für das Best World Music Album

Global Pop News 11.02.2019

Childish Gambino räumt bei Grammys ab

Von Bamdad Esmaili

Die Grammys sind die wichtigsten Musikpreise der Welt. 84 davon gab es jetzt in verschiedenen Kategorien in der Nacht in Los Angeles | Kampagne gegen Frauengesangsverbot im Iran von Sängerin Faravaz gestartet | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

61. Grammy Verleihung

Rapper Childish Gambino hat am meisten abgeräumt. Insgesamt gab es vier Grammys für ihn für den Song "This Is America". In dem Song kritisiert er Rassismus und Schusswaffengewalt in den USA. Dafür hat Childish Gambino unter anderem in den wichtigsten Kategorien "Record of the Year" und "Song of the Year" einen Grammy bekommen. Und damit hat der 35-jährige Musiker in dieser Nacht Geschichte geschrieben. Denn als erster Rapper hat Childish Gambino bei der Grammy-Verleihung den Hauptpreis für die beste Aufnahme des Jahres gewonnen.

Er selber war scheinbar aus Protest nicht anwesend. Man vermutet, dass er ein Zeichen setzen wollte für die schwierige Beziehung zwischen den Grammy-Veranstaltern und der Rap- und HipHop-Szene. Die hat sich in der Vergangenheit bei den Preisvergaben nicht genügend berücksichtigt gefühlt.

Übrigens auch Beyoncé, Jay-Z und Kendrick Lamar blieben der Gala fern. Kendrick Lamar war im Vorfeld der große Favorit und ging ziemlich leer aus. Er war achtmal nominiert. Am Ende gab es zwei Preise. Und Rap Star Drake war sieben Mal nominiert und hat nur einen in der Kategorie bester Rap Song gewonnen. Auf der Bühne hat er mit seiner Rede provoziert. Er sagte: "Solange es normale Leute gibt, die in Regen und Schnee rauskommen um Tickets für deine Konzerte kaufen, du brauchst diese Trophäe nicht, das schwöre ich euch. Ihr habt schon gewonnen. Aber…". Drake war noch nicht fertig, da hat der Sender CBS auf Werbung umgeschaltet. Und auch im Saal wurde das Mikro von Drake abgedreht.

Insgesamt war es aber eine erfolgreiche Show für Künstlerinnen. Viele Frauen haben die wichtigsten Kategorien für sich entschieden. Allen voran Lady Gaga. Die 32-jährige Popsängerin gewann drei Grammys. Unter anderem für den Song Shallow aus dem Musikfilm "A Star Is Born". Lady Gaga hat unter Tränen den Preis entgegen genommen. In ihrer Rede fand sie ermutigende Worte für Kollegen mit psychischen Problemen. Sie sei stolz darauf, in einem Film mitgewirkt zu haben, in dem die Problematik thematisiert werde. Künstler hätten oft mit psychischen Leiden zu kämpfen. An die Musiker im Publikum sagte Lady Gaga: "Wenn ihr leidet, versucht den Mut aufzubringen, tief einzutauchen". Nächste Woche kann es für Lady Gaga noch weitere Preise regnen, denn bei den Oscars ist sie ebenfalls mehrfach nominiert.

Wir von COSMO schauen natürlich über den Tellerrand hinaus. Bestes Latin Pop Album ging an die argentinische Sängerin Claudia Brant, sie hat gesagt: "Ich habe mein ganzes Leben Songs für andere geschrieben. Jetzt habe ich zum ersten Mal einen Grammy für einen Song, der von mir ist". Der Preis für das beste Reggae Album ging an Sting und Shaggy. Der Grammy Best World Music Album ging an den Soweto Gospel Choir aus Südafrika, der hat sich damit gegen Mitkonkurrenten wie Bombino aus Mali oder Seun Kuti aus Nigeria durchgesetzt.     

Kampagne gegen Frauengesangsverbot im Iran

Heute genau vor 40 Jahren kam es im Iran zur islamischen Revolution. Seitdem dürfen Frauen im Iran nicht singen. Jetzt hat die Sängerin Faravaz zu diesem Anlass eine Kampagne gestartet um auf das Gesangsverbot im Iran hinzuweisen. Faravaz ist eine Sängerin aus Teheran und macht Fusion-Jazz. Seit einigen Monaten wohnt sie in München. Dem Sender Manoto sagte sie: "Ich bin 28 Jahre alt und weil ich nicht professionell singen konnte, habe ich viele Jahre verloren. Wir müssen über dieses Thema sprechen. Leider hatte ich im Iran nicht die Möglichkeit gehabt. Weil wir im Iran keine Meinungsfreiheit haben. Deshalb ziehen wir es vor darüber nicht zu sprechen und mit der Unterdrückung zu leben um es nicht noch schwieriger zu machen". Die Kampagne von Faravaz heißt übersetzt "Das Recht des Frauengesangs". Bei Instagram hat sie eine Seite eingerichtet, wo Sängerinnen aus aller Welt Beiträge und Kommentare dazu schicken oder einfach singen.

Stand: 11.02.2019, 10:22