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Kollegah "überhaupt nichts gelernt"

Global Pop News 13.11.2018

Kollegah "überhaupt nichts gelernt"

Von Anne Lorenz

Erneute antisemitische Äußerungen des Rappers sorgen für Aufregung | Die Fokn Bois aus Ghana melden sich mit neuer Single zurück | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

Kollegah äußert sich erneut antisemitisch

Ausgerechnet am 80. Jahrestag der Pogromnacht hat der Rapper sich erneut antisemitisch geäußert. Im Interview mit der Musikseite hiphop.de setzt Kollegah die Situation in Palästinensergebieten mit der systematischen Vernichtung von sechs Millionen Juden gleich. Im Sommer noch hatte der 34-Jährige sich fast reumütig gezeigt. Nach seinem großen Antisemitismus-Skandal bei der Echo-Verleihung hat er zusammen mit Sidekick Farid Bang die Auschwitz-Gedenkstätte in Südpolen besucht. Bei seiner neusten Äußerung hält sich vor diesem Hintergrund das allgemeine Verständnis sehr stark in Grenzen.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein sagt: "Nachdem Rapper Kollegah (…) die Grauen der Naziverbrechen vor Augen geführt wurden, ist seine neuerliche antisemitische Entgleisung durch nichts mehr zu rechtfertigen!". Auch die Bildungsstätte Anne Frank ist entsetzt und hält Kollegahs Statement für eine "krasse Steigerung, neben der die früheren Äußerungen fast verblassen". Der Rapper habe offenbar "überhaupt nichts gelernt".

Fokn Bois sind wieder da

Das ghanaische Rap-Duo meldet sich mit leichtfüßigen Afrobeats zurück. "Wo Nim Mi" heißt ihre neue Single. Für den Song haben sich Wanlov the Kubolor und M3NSA mit Landsmann und Rapperkollege Medikal zusammengetan. Der ist laut den beiden Spaßvögeln mittlerweile schon so berühmt in Ghana, dass er seine Sim Karte jede Woche wechseln muss. "Wo Nim Mi" ist der Vorbote einer neuen EP. "Afrobeats LOL" wird die heißen.

Der Titel ist mit einem kleinen Augenzwinkern zu verstehen, weil sich die Fokn Boirs eigentlich vorgenommen hatten, nie Afrobeats zu produzieren. An Humor und Ironie haben die beiden MCs auf jeden Fall nichts eingebüßt. Außerdem gibt es bald schon ein Wiedersehen mit den Fokn Bois. Wir haben sie zu unserer COSMO Big-Up-Party nachBerlin eingeladen. Am 1. Dezember stehen sie im Club Gretchen mit auf der Bühne.

Kany Garcia und Residente singen für Gender-Gerechtigkeit

Banana Papaya heißt der Song zwischen Reggaetón und Pop: Auch wenn die Frucht-Symbolik für das männliche und das weibliche Geschlechtsteil im Refrain etwas plump rüberkommt: Die Message des Songs hat es in sich. Es geht darum, von überkommenen Rollenmustern in Paar-Beziehungen wegzukommen. Es sei egal, wer von beiden koche, sich Fußballspiele anschaue, den Bart oder den String-Tanga trage: Auf der Welt sind alle gleich, niemand müsse sich an Klischees halten, heißt es. Beim neuen Clip zum Song führte Residente Regie. Provokativ, schrill und kunstvoll wird der Inhalt der Textzeilen von Schauspielern und Tänzern dargestellt. Residente schafft es mit viel Humor und Ironie Bilder über Sex zu zeigen, ohne dabei sexistisch zu sein.

Stand: 13.11.2018, 09:00