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"Queer ist kein Genre"

Is'phukphuku (w/Thor Rixon, Jakinda & Albany Lore)

Global Pop News 13.06.2018

"Queer ist kein Genre"

Von Maike de Buhr

Mx Blouse über ihr Selbstverständnis | Ruhrtriennale sagt Konzert von Young Fathers ab | Gerichtsbeschluss gegen Musik von UK Drill-Gruppe | Unsere täglichen News aus der Welt des Global Pop.

Rapnewcomer Mx Blouse: „Queer ist kein Genre“

Mx Blouse gehört zu den aufstrebenden Rap-Newcomern aus Südafrika und steht gerade für eine neue Generation von Rappern in Südafrika. In der aktuellen Single "Is'phukphuku" fusionieren Kwaito, Elektro und HipHop. Mx Blouse ist nicht-binär, bezeichnet sich also weder als Mann noch als Frau. Deshalb spricht man Mx Blouse im Plural an, auch wenn sie mit einem Penis geboren wurden. "Gender ist etwas, in das man rein-sozialisiert wird. Wenn man sagt, 'Jungs weinen nicht', bedeutet das ja nicht, dass Männer keine Tränendrüsen haben. Es ist ein Verhalten, das man beigebracht bekommt." Mx Blouse brechen mit Genre und Gender und werden deshalb oft mit queeren Künstlern wie dem südafrikanischen Duo FAKA vergleichen, obwohl sie gar nicht die gleiche Musik machen. Aber Mx Blouse sagen: "Queer ist kein Genre".

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Ruhrtriennale sagt Konzert von BDS-Unterstützern Young Fathers ab

Das Kulturfestival Ruhrtriennale hat das Konzert von Young Fathers abgesagt. Am 18. August sollte die schottische Band in der Turbinenhalle in Bochum spielen, aber sie waren der Aufforderung des Festivals nicht nachgekommen, sich von der israelfeindlichen Kampagne BDS zu distanzieren. BDS steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen. Die Kampagne will den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren.
Young Fathers sind zum Beispiel dem Aufruf der BDS gefolgt und haben im vergangenen Jahr ihr Konzert beim Pop-Kultur Festival in Berlin gecancelt, weil die israelische Botschaft Künstlern einen Reisekostenzuschuss gegeben hat. Außerdem unterschrieben sie einen offenen Brief, der den Auftritt von Radiohead in Israel verhindern sollte. Die Ruhrtriennale hat nun die Konsequenzen gezogen, nachdem das Kunstfestival selbst für das Booking der Band in die Kritik geraten war.

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp schriebt in einer Pressemitteilung: „Bedauerlicherweise haben sich die Young Fathers nicht von BDS distanziert. Wir schlussfolgern daraus ausdrücklich nicht, dass die Band antisemitisch sei und es ist mir in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass Kritik an der Politik der derzeitigen israelischen Regierung nicht per se mit Antisemitismus gleichzusetzen ist. Die Ruhrtriennale distanziert sich hingegen in aller Form von der BDS-Bewegung und möchte mit der Kampagne in keinerlei Verbindung stehen."

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Londoner Polizei will Gerichtsbeschluss gegen Musik von UK Drill-Gruppe

Die Metropolitan Police in London will per Gerichtsbeschluss verhindern, dass UK Drill Gruppe 1011 weiter Musik aufnimmt. Alle fünf Rapper der Gruppe sind Gangmitglieder zwischen 17 und 21 Jahren, die gerade zu Haftstrafen verurteilt worden sind. Sie sind mit Macheten, Messern und Baseballschlägern zu einem Rachefeldzug gegen einen Rivalen aufgebrochen und haben seine Großmutter belästigt. UK Drill ist ein Subgenre von HipHop, das ursprünglich aus Chicago kommt. In den Texten geht es meistens um Gangrivalitäten, Messerattacken und Gewaltverherrlichung. Die Londoner Polizei macht UK Drill mitunter für die gestiegene Mordrate verantwortlich. Die Musikvideos würden zu Gewalt aufrufen. Fans sagen, die UK Drill reflektiert eine durch Sozialkürzungen von der Regierung im Stich gelassene Jugend. Ob 1011 nun für drei bis fünf Jahre keine Drill-Musik mehr machen darf, entscheidet sich am Freitag.

Stand: 13.06.2018, 09:30