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Meine Güte!

Oi Va Voi

Oi Va Voi

Meine Güte!

Zweidrittel der britisch-jüdischen Community lebt in London. Davon haben sich die meisten in Golders Green im Nordwesten der Stadt niedergelassen. Hier findet man zwar nur wenige Pubs vor. Dafür ist das Viertel für seine Bagel Shops, Straßencafés und Restaurants mit jüdischen Speisen bekannt. An diesen Orten läuft auch gerne mal ein Song von Oi Va Voi.

Sie liefern den idealen Soundtrack zum kosmopolitischen Flair von Golders Green. Die sechsköpfige Band hat als eine der ersten Gruppen traditionelle jüdische und osteuropäische Musik mit modernen Club-Beats vermischt.

Meine Güte!

Ihr jiddischer Name bedeutet so viel wie "Meine Güte!" Und ein solches Erstaunen muss wohl das Publikum erfasst haben, als sie 2003 zum ersten Mal den wagemutigen Mix aus Klezmer und elektronischer Dance Music gehört haben. Die Bandmitglieder trafen in den späten neunziger Jahren während des Studiums in Oxford aufeinander und gründeten Oi Va Voi zunächst als reine Instrumentalgruppe, bei der die traditionelle jüdische Musik im Vordergrund stand. Nach und nach haben sie clubtaugliche Rhythmen in ihre Musik eingebunden. Klarinette, Balkanbläser, Violine und Klavier treffen hier auf Drum and Bass, Dub- und Rock-Elemente. Passend zu dieser Mixtur aus Stilen und Kulturen hieß ihr Debüt-Album "Digital Folkore". Das Londoner Sextett mit jüdischen Wurzeln stieg rasch zum Liebling der englischen Presse und des internationalen Weltmusikpublikums auf. Seither sind mit Sophie Solomon und KT Tunstall sogar zwei Solo-Stars aus der Band hervorgegangen. Auf dem zweiten Album "Laughter Through Tears" - erschienen auf dem rennommierten Asian-Underground-Label Outcaste - verfeinerten Oi Va Voi ihren Crossover-Entwurf: Sephardische Folkklänge, Klezmer-Melodien und alter jüdischer Gesang paarten sich mühelos mit tanzbarem Dub, HipHop und etwas Latin.

Ekstatische Höhen

Das selbstbetitelte Album beginnt mit einer feurigen Ode an Juri Gargarin, den ersten Menschen im Weltall. Der treibende Balkan-Electro-Song gibt die Richtung für eine Reise durch globale Rhythmen und elektronische Tanznummern vor. Doch die Band streut auch viele ruhige Momente ein. Mit sphärischen Klängen und sterbensschönen Gesängen laden Oi Va Voi zu melancholischem Schwelgen ein. Im Verlauf eines Songs schwingt sich die Band dann immer wieder zu den ekstatischen Höhen auf, für die sie als Live-Band bekannt ist.

Diskografie
Travelling The Face Of The Globe (Oi Va Voi Recordings,
2009)
Oi Va Voi (2007)
Laughter Through Tears (Outcaste, 2003)
Digital Folklore (Eigenverlag, 2002)

Stand: 23.05.2013, 11:58