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MHD

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Er rühmt sich, den „Afro Trap“ erfunden zu haben. Der Rapper aus dem 19. Pariser Arrondissement ist mit seiner Mixtur aus afrikanischen Sounds und elektronisch geprägtem Rap über Nacht in die erste Liga von Frankreichs Rappern aufgestiegen.

Bürgerlich heißt er Mohamed Sylla und hat Wurzeln in Guinea und dem Senegal. Zunächst rappt er erfolglos im Kollektiv 19 Réseaux. Dann stellt er einen Solo-Clip ins Internet, der sich viral verbreitet. Ermutigt nimmt er weitere Stücke auf und filmt Clips in seinem Quartier. Innerhalb weniger Monate steigt er vom Pizza-Auslieferer zu einem der vielversprechendsten Newcomer der französischen Rap-Szene auf.

Sein Markenzeichen: Er kombiniert den Trap, einen in Atlanta entstandenen, schnellen Electro-Rap, mit Anklängen an die Musik seiner Kindheit wie Papa Wemba, Kofi Olomide oder die Coupé Décalé-Szene von Paris. Seine Hits erreichen 40 Millionen Klicks auf youtube, Jugendliche skandieren die Rhymes aus seinen Songs „Champions League“ und „Fais Le Mouv“, wenn sie am Gymnasium gegen die Arbeitsrechtreform protestieren. Zu seinen Fans gehören außerdem die Spieler des Fußballclubs Paris Saint Germain, die nach einem Torschuss die Moves seines Songs „La Moula“ nachahmen, auch wenn Mohamed selbst eher Bordeaux- und Bayern München-Fan ist.

In seinen Texten vermeidet der nach eigener Aussage „gut Erzogene“ vulgäre Ausdrücke und Machismen. Auf seinem Debütalbum hat er sich die Credits der ganz Großen abgeholt: Als Gäste treten dort Angélique Kidjo und Fally Ipupa auf. Nach seinem Debüt legt er 2018 mit „19“ nach. In Frankreich erscheint das Album bei Motown und enthält mit „Bella“ (ft. Wizkid) seinen größten Erfolg. Dennoch kündigt MHD im September 2018 seinen Rücktritt aus dem Musikbusiness an, für dessen Marketingmechanismen er nicht geschaffen sei.

Diskografie:

19 2018 Capitol
MHD 2016 Universal

Stand: 10.01.2019, 16:47