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Urvater des französischen HipHops

MC Solaar

MC Solaar

Urvater des französischen HipHops

Unter allen europäischen Rappern ist er der größte Poet. Als 1991 sein Debüt erscheint, löst das ein gewaltiges Erdbeben in Frankreich aus und begründet den lyrischen Zweig im französischen Rap. Bis heute wird MC Solaar als wichtigstes HipHop-Ereignis außerhalb der USA anerkannt.

Als Claude M'Barali wird er 1969 in Dakar als Sohn tschadischer Eltern geboren, kommt mit sechs Jahren aber bereits in die Pariser Banlieue Villeneuve St. Georges. Ein Aufenthalt beim Onkel in Kairo bereichert seine Jugenderfahrungen, die von Interessen für Literatur und Filme geprägt sind. In der Posse 501 Special Force und mit der Single "Bouge De Là" erprobt er 1990 erstmals seine sozialkritischen Texte. Mit 400.000 verkauften Exemplaren geht sein Debüt "Qui Sè Le Vent Récolte le Tempo" (Wer den Wind sät, erntet das Tempo) durch die Decke: Nie zuvor hat es in der Grande Nation einen so tiefschichtigen, melodischen HipHop gegeben, gespickt mit literarischen Querverweisen und Wortspielen – und vor allem: geprägt von unglaublichem Flow.

Ebenso einflussreich wird der Nachfolger Prose Combat", auf dem MC Solaar den HipHop weiter Richtung Funk und Jazz öffnet und sich im Hit Nouveau Western" auf Chansonnier Serge Gainsbourg bezieht. Auch wenn er sich in der Folge etwas zurückzieht, bleibt er Impulsgeber für die französische Szene, fördert auf Cinquième As" den Nachwuchs, öffnet sich spanischen Einflüssen, arbeitet sowohl in Russland als auch den USA. Nach zehnjähriger Abstinenz vom Musikbusiness kehrt er 2017 mit neuem Werk zurück: Die tanzbare Single Sonotone" und das von Latin- und Surfsound getränkte Titelstück Géopoétique" sind die Vorboten daraus.

Qui Sème Le Vent Récolte Le Tempo (1991 )
Prose Combat (1994)
Paradisiaque (1997 )
MC Solaar (1998) 
Cinquième As (2001)
Mach 6 (2003)
Chapitre 7 (2007)
Géopoétique (2017) 

Stand: 16.02.2017, 14:35