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Bulgarische Soundbastler

Kottarashky

Kottarashky

Bulgarische Soundbastler

Der Name Kottarashky bedeutet auf Bulgarisch so viel wie Kater. Und wie ein streunender Kater trieb sich auch der bulgarische Soundbastler Nikola Gruev in den verschiedensten Ecken seines Heimatlandes herum. In Bergdörfern an der Grenze zur Türkei, in Cafés am Schwarzen Meer und in den Straßen von Sofia, bei Hochzeiten und anderen Feiern sammelte er mit seinem Diktafon fleißig Alltagsgeräusche uns schnappte Mitschnitte von der Straße und quasi-ethnographische Feldaufnahmen auf.

Diese Sound-Schnipsel fügt er, mit einem sicheren Gespür für den guten Groove, zu minimalistischen Collagen zusammen. 

Opa Hey

Nikola Gruev, im Hauptberuf Architekt und Designer, ist ein Einzelgänger. Sein Debütalbum "Opa Hey", das 2009 erschien, stellte er im Alleingang bei sich zu Hause fertig: Ein eingängiger Elektro-Folklore-Remix, der in traumähnliche Klanglandschaften entführt, ein melancholischer Trip in Bulgariens musikalisches Hinterland. Der Mann, der sich hinter dem Künstlernahem  Kottarashky verbirgt, zeigt sich dabei von düsteren Songwritern wie Tom Waits und Nick Cave und experimentellen Klangbastlern wie dem brasilianischen DJ Amon Tobin beeinflusst.

Ein Kater kommt selten allein

Nach dem unerwarteten Erfolg seines Debütalbums stellte er jedoch eine Band zusammen, die aus einer klassischen Besetzung mit Klarinetten, Gitarre, Bass und Schlagzeug besteht. Virtuose Musiker wie der Klarinettist Aleksandar Dobrev und der Keyboarder Hristo Hadzhiganchev erwecken seine Kopfgeburten auf der Bühne zum Leben, die Live-Band paart Ausflüge in den psychedelischen Rock der 60erjahre mit jazzigen Balkan-Klängen. Der Ruf von Kottarashky hat sich über das Internet weit über Bulgarien hinaus verbreitet. So kam auch der Kontakt mit dem Berliner Label "Asphalt Tango" zustande, das sich auf ausgesuchte Balkan-Klänge spezialisiert hat. Über das Musiker-Portal Myspace stieß auch die neuseeländische Sängerin Tui Mamaki auf Kottarashky. So angetan war sie von deren Musik, dass sie spontan nach Sofia reiste, um auf dem Folgealbum "Demoni" zwei Liedern ihre Stimme zu leihen: "Put A Blessing on" und "Begemot". Letzteres ist eine Referenz an Michail Bulgakows Klassiker der russischen Literatur, "Der Meister und Margarita": Dort ist "Begemot" ein riesiger schwarzer Kater, eine Art Dämon mit einer dunklen Leidenschaft für Schach, Wodka, Pistolen und sarkastischen Scherzen. Ein Kater kommt offenbar selten allein.     

Diskografie
Demoni (2011)
Kottarashky & The Rain Dogs: "Opa Hey" (2009)

Stand: 23.05.2013, 11:58