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Bembeya Jazz

Bembeya Jazz Gruppenfoto

Eine der besten Bands Guineas

Bembeya Jazz

Im Jahr 2002 feierte die legendäre Band aus Guinea nach 14 Jahren mit dem Album "Bembeya" ihr Comeback, und der virtuoseste ihrer vier Gitarristen, Sekou "Bembeya" Diabate alias "Diamond Fingers", spielt so fulminant wie zur Zeit der Gründung der Band 1961.

Es ist Staatschef Sekou Touré, der Guinea als erstes frankophones afrikanisches Land in die Unabhängigkeit führt und den Verbleib als autonome Republik im französischen Verbund dankend ablehnt. Die Franzosen bedanken sich auf ihre Weise, betonieren Toiletten, schrauben Glühbirnen heraus, stecken Verwaltungsgebäude an, lassen das Land ohne Währung dastehen - ein letzter Akt der Barbarei. Touré, mit sowjetischer Unterstützung, stärkt das Selbstbewusstsein seines gedemütigten Volkes durch eine intensive Kulturförderung, Bands werden gegründet und finanziert, Musikwettbewerbe werden abgehalten, Instrumente angeschafft, eine Plattenfirma gegründet.

Neue Herausforderungen

Auch Bembeya Jazz entsteht 1961 auf diese Weise, mit Aboubacar Demba Camara als Lead-Sänger und Chef. Fünf Jahre später wird die Gruppe offizielles Staatsorchester mit bis zu 25 Musikern. Der Aktionsradius ist bis Mitte der 1980er auf Nachbarländer und Ostblock-Staaten eingeschränkt. Mit dem Tod Tourés 1984 und einer liberaleren Regierung feiern Bembeya Jazz auch im Westen große Erfolge, leider ohne Camara, der 1973 bei einem Autounfall in Dakar stirbt. Die Band muss sich einer neuen Herausforderung stellen, denn Touré entlässt kurz vor seinem Ende auch die Bands in die Unabhängigkeit, die Unterstützung wird gestrichen, die Marktwirtschaft hält Einzug.

Glück im Unglück

Glück im Unglück: Mit Sekouba "Bambino" Diabaté stößt eine der größten Stimmen Westafrikas zur Gruppe und bringt die Band in kurzer Zeit noch einmal ganz nach vorne. Unglück im Glück: Bambino startet bald eine sehr erfolgreiche Solo-Karriere, und Anfang der 1990er entschläft die Band. Das letzte Album wird 1988 eingespielt.

kubanische Bläser

Viele der Neuerungen, die Bembeya Jazz einführen (wie etwa vier Gitarren oder Tänzerinnen auf der Bühne), werden von anderen Bands kopiert, in Guinea selbst wie auch in den Nachbarländern. Die Konkurrenz ist hart, aber freundlich. Charakteristisch für Bembeya Jazz sind eine an kubanische Spielweise angelehnte Bläsersektion, der swingende Mandingo-Groove von Schlagzeuger Conde Mory Mangala, die elektrisierende Gitarre von "Diamond Finger" und der mehrstimmige Gesang als Kontrapunkt zum Lead-Sänger.

Warten auf den richtigen Moment

Erstaunlich, dass auf ihrem Comeback-Album fast alle Musiker der ersten Stunde zusammengebracht werden können. Für Sekou Bembeya Diabate ist die Erklärung ganz einfach: Die Band habe sich nie aufgelöst, sondern nur auf den richtigen Moment gewartet; und der sei eben jetzt gekommen. Wie lange die neuerliche Hochsaison der Gruppe, die auf allen wichtigen Weltmusik-Festivals der Welt zu Gast ist, anhält, kann niemand sagen. Aber dass sie eine der wichtigsten Bands Guineas, ja Afrikas ist oder zumindest war, ist über jeden Zweifel erhaben.

Diskografie:

  • Bembeya Jazz National. The Syliphone Years. Hits rare recordings. 2007 Sterns
  • Authenticité. The Syliphone Years. Guinea’s Orchestres Nationaux and Ferderaux 1965-1980.  2007 Sterns
  • African Nights. 2006 Sheer Legacy
  • African Pearls. Volume 2. Guinée. Cultural Revolution. 2006 Discograph
  • The Sylophone Years. 2004 Sterns
  • Bembeya 2002. Marabi
  • Hommage à Demba Camara 2000. Africando/Syllard
  • Authenticité 73. Parade Africaine. 2000 Africando/Syllart
  • Le défi/La continuité. 2000 Mélodie
  • Discotheque 70-76. 1999 Africando/Syllart
  • Regard sur le passé. 1999 Mélodie
  • Guinée 40ème anniversaire. Syliphone. Volume 1+2.  1998 Mélodie
  • Etape nouvelle: Cocert aggression au Stade Modibo Keita à Bamako. 1997 Bolibana
  • Parade Africaine. Authenticité 73. 1997 Bolibana
  • Live. 10 ans de success.Gala d’anniversaire en direct du Palais du Peuiple.Avril 1971. 1993 Mélodie
  • Telegramme.  1990 Sonodisc
  • Regard sur le passé. 1990 Sonodisc
  • Wà kélè. 1989 Sonodisc
  • Sabu. 1988 Sonodisc

Stand: 12.03.2018, 11:58