Kokoroko: "Could We Be More"

Wir sind die Neuen

Stand: 08.08.2022, 00:01 Uhr

Innovation, Tradition, Nostalgie und Kreativität: Das Londoner Kollektiv Kokoroko - eine der populärsten Bands der jungen Londoner Jazzszene - spielt eine clevere und zugängliche Mischung aus Afrobeat, Jazz, Pop, Gospel und RnB.

Von Amy Zayed

Kokoroko: "Could we be more"

COSMO Album der Woche 08.08.2022 02:38 Min. Verfügbar bis 08.08.2023 COSMO


Das achtköpfige Kollektiv Kokoroko steht für eine neue, junge Jazz-Generation im UK. 2019 hatten sie mit ihrem Song "Abusey junction" einen Hit im Netz. Sie machten dadurch mediale Gatekeeper wie den Guardian auf sich aufmerksam. Ein Jahr später gewannen sie die Auszeichnung als "Best Group" bei den Urban Music Awards. Nun, nach mehreren EPs, erscheint das Debütalbum "Could we be more".

Mehr als die Summe der Teile

Kokorokos Musik ist – vielleicht mehr als bei anderen – geprägt durch einen Mix aus internationalen Biographien: Viele Bandmitglieder sind im UK groß geworden, Schlagzeuger Ayo Salawu nicht. "Das ist das, was ich an diesem Album liebe, dass wir alle unsere verschiedenen Geschichten in die Musik einbringen können", erzählt er. Ayo hat seine Kindheit in Nigeria verbracht. Seine Eltern waren Missionare. "Sie hatten überall in den Dörfern kleine Kirchen. Wir haben zwar in der Stadt gelebt, aber ich durfte oft mit meinen Eltern in die Dörfer gehen.

Viele der Afrobeat-Einflüsse, die man auf dem Album hört, kommen daher, dass mich diese Zeit in Nigeria geprägt hat." Posaunistin Richie Seivwright ist ganz anders sozialisiert. Sie ist großer Fan von 90er-RnB, sie hat "Those good times". initiiert und eingesungen. Eine nicht nur musikalische Hommage an vermeintlich "gute alte Zeiten" im Stil von genre-prägenden Stars wie Erykah Baduh.

Community Work

Obwohl die verschiedenen Einflüsse von Kokoroko deutlich zu hören sind, betont Ayo Salawu, wie wichtig der der Gedanke eines Kollektivs ist: "Bei uns funktioniert es so, dass wir die Songs alle gemeinsam schreiben. Jeder bringt Ideen ein, die wir dann zusammen ausarbeiten."

Die 15 Tracks des Albums sind in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Teil bietet viel traditionellen europäischen, bzw. angloamerikanischen Jazz. Der zweite ist sehr verspielt, experimentiert mit Afrobeat und westafrikanischen Sounds. Hier gibt es dann auch Gesang zu hören. Der dritte Teil ist etwas düsterer, manchmal sehr funky .

"We could be more" ist ein Debüt, das im besten Sinn wie der Cliffhanger einer Serie funktioniert. Die Botschaft: Die Geschichte dieses Kollektivs ist noch lange nicht zu Ende erzählt.