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Praktikum in Ruanda – Heute ein sicheres und aufstrebendes Land

Ein Mädchen mit einem Rücksack hält ein kleines Kind an der Hand.

Weltweit

Praktikum in Ruanda – Heute ein sicheres und aufstrebendes Land

Vor 25 Jahren erlangte Ruanda traurige Weltbekanntheit durch einen Völkermord. Die Volksgruppe der Hutus hat versucht die Tutsi-Minderheit, auszulöschen. Nach Schätzungen sind bis zu einer Million Menschen dabei ums Leben gekommen. Wir haben in COSMO-Weltweit mit Magdalena aus Frankfurt einen Blick nach Ruanda geworfen.

Magdalenas Praktikum in Ruanda

COSMO 06.04.2019 06:19 Min. COSMO

Erst vor ein paar Wochen ist Magdalena aus Ruanda zurückgekommen. Sie hat dort ein Praktikum bei einer Hilfsorganisation absolviert und somit das Land kennengelernt und Kontakt zu Einheimischen aufgebaut. Über den Genozid wird in Ruanda kaum gesprochen, sagt sie. Die Menschen behalten ihre Gefühle und Emotionen für sich, bis zum "Genocide Memorial Day". An diesem Tag und in der folgenden "Memorial Week" bricht aus den Leuten heraus, was den Rest des Jahres in den eigenen vier Wänden bleibt, sagt sie.

Heute gehört das Land zu den Hoffnungsträgern in Afrika: Magdalena beschreibt Ruanda als sehr sauber und modern. In der Hauptstadt Kigali sieht es für sie aus, wie in einer europäischen Stadt. Das war überraschend, aber auch erschreckend, findet Magdalena, denn: Es herrscht trotzdem sehr viel Armut auf dem Land, wovon man nichts mitbekommt, wenn man die Stadt nicht verlässt. Genau das hat Magdalena aber während ihres Praktikums getan und auch Hilfsprojekte kennengelernt. Zusätzlich zu ihrem Praktikum hat sie eine zweite Organisation unterstützt, die sie bereits in Deutschland supportet hat: Das Social-Startup "One Team" aus Frankfurt will Sportprojekte für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt fördern. In Ruanda werden zwei Projekte unterstützt: ein Handball-Projekt und ein Skatepark, wo Magdalena auf ihrem Arbeitsweg immer mal vorbei geschaut hat. Obwohl der Skatepark nur 10 Skateboards zur Verfügung hat, war es für Magdalena schön zu sehen, dass die Kinder so eine Beschäftigung haben und mit so viel Leidenschaft dabei sind, wie sie berichtet. Noch in diesem Jahr will die Organisation ihr Engagement in Ruanda mit weiteren Projekten ausbauen.

Skatepark mit Kindern.

Aber Magdalena hat sich auch selbst sportlich gezeigt. Denn: Ruanda ist ganz groß im Radsport, lässt sie uns im Interview wissen. Jedes Jahr findet dort die "Tour du Rwanda" statt und zum ersten Mal durften Amateure eine Etappe mitfahren – für Magdalena das Highlight ihres Aufenthalts. Obwohl sie nicht die gesamte Etappe gefahren ist, hat sie vom Fahrrad aus wunderschöne Landschaften, Teeplantagen und auch Vulkane gesehen. Magdalena gesteht, dass die Fahrradtour sehr anstrengend war – aber die Stimmung im Land zu erleben und von der Dorfbevölkerung angefeuert zu werden war die Mühe wert.

Landschaft in Ruanda.

Stand: 07.04.2019, 12:40